Nach Warnungen: Jetzt gründet Trump «KI-Force»

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    USA,

    Am Samstag verkündete Donald Trump die Gründung einer «AI Force». Der US-Präsident sagt, er wolle «nach dem Bösen Ausschau halten».

    Donald Trump KI
    US-Präsident Donald Trump gründet eine «AI Force». - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mittels einer «AI Force» und einem «KI-Zaren» will US-Präsident Trump die KI-Entwicklung überwachen.
    • Details zum Vorhaben gibt Trump nicht – im KI-Sektor herrscht deshalb Ungewissheit.
    • In den letzten Wochen häuften sich die Warnungen vor Gefahren, sollte die KI-Entwicklung nicht verlangsamt werden.

    US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass er eine sogenannte «AI Force» zur Überwachung der KI-Entwicklung gründet. Der Schritt erfolgt nach zahlreichen Warnungen vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz.

    Und das, obwohl er eigentlich von den Warnungen bezüglich Künstlicher Intelligenz, die in den letzten Wochen aufkamen, nicht viel hält.

    Der US-Präsident will die Entwicklung der KI keineswegs verlangsamen – auch nicht, wenn es teils grosse Sicherheitsbedenken gibt. Zu wichtig ist ihm das Wettrennen mit China.

    Macht dir die KI-Entwicklung Angst?

    Die Warnungen vor potenziellen Gefahren durch KI nennt Trump einen «Schwindel» seiner politischen Gegner.

    Am Samstag schreibt der Republikaner in einem Post auf Truth Social: «Wir werden das Wachstum dieser unglaublichen Branche in keiner Weise behindern oder ersticken. Wir werden sie viel eher schätzen, ihr helfen und sie überwachen, während sie wächst.»

    Trump sucht neuen «KI-Zar»

    Dass es trotzdem einige Gefahren durch oder rund um KI geben kann, scheint Trump zu akzeptieren. Man werde «nach dem Bösen Ausschau halten», schreibt der US-Präsident. Dazu genügten aber das bereits bestehende Straf- und Zivilrechtssystem.

    Aus diesem Grund gebe er nun auch die Gründung einer «AI Force» bekannt, so Trump am Samstag. «In naher Zukunft» werde er einen «KI-Zaren» präsentieren.

    Donald Trump
    US-Präsident Donald Trump kündigt eine «AI Force» an. - Truth Social/@realDonaldTrump

    Ein «KI-Zar» ist in der Trump-Regierung nichts Neues. Bis im Frühling amtete der Silicon-Valley-Unternehmer David Sacks bereits in dieser Funktion.

    Wie genau die Rolle fortan interpretiert wird – und was die «AI-Force» im Detail erreichen soll – blieb zunächst unklar.

    Eine Möglichkeit: Der US-Präsident will nun doch eine Art staatliche Aufsicht der Technologie.

    Insider: KI-Branche weiss von nichts

    Unwissen über die genauen Pläne herrscht laut «Politico» derweil in der KI-Branche. Vier anonyme Vertreter berichten dem US-Newsportal, dass der Sektor vor Trumps Ankündigung nicht umfassend informiert worden sei.

    «Niemand weiss überhaupt, worum es eigentlich geht», wird eine Quelle zitiert. Eine andere sagt, dass in der Branche kaum nach Feedback zur Idee gefragt worden sei.

    KI
    Die von Trump angekündigte «AI Force» ist offenbar auch für den KI-Sektor neu. - keystone

    Einige von «Politico» befragte Personen sehen in der «AI Force» jedoch eine Reaktion auf die wachsende Besorgnis in der Öffentlichkeit.

    Seit der frühere «KI-Zar» Sacks abgetreten sei, habe die Trump-Regierung «die KI-Politik aus dem Stegreif gestaltet», sagt Adam Kovacevich. Der US-Amerikaner ist CEO der progressiven Vereinigung «Chamber of Progress» aus der Tech-Branche.

    Ein weiterer Vertreter aus dem Sektor fragt sich, ob Trumps «AI Force» die KI-Entwicklung eigentlich regulieren oder beschleunigen solle.

    Taylor Barkley, Leiter der Abteilung für Bundesangelegenheiten beim industrienahen Abundance Institute, sieht einen zurückhaltenden staatlichen Ansatz gegenüber KI.

    Warnungen von Anthropic und Co.

    In den letzten Wochen sorgten diverse Warnungen und Meldungen über die KI-Entwicklung für Schlagzeilen. Mehrere Entwickler gaben etwa bekannt, dass ihre KI – ohne entsprechenden Auftrag – fremde Unternehmen hackte.

    Ein bei Anthropic ausgestiegener KI-Entwickler warnte zudem, KI könne die Menschheit bis Ende des Jahrzehnts auslöschen.

    Auf X schrieb Jacob Coxon: «Keines der Unternehmen handelt verantwortungsvoll. Sie rasen geradewegs auf selbstverbessernde Superintelligenz zu und setzen unser Leben aufs Spiel.»

    Anthropic-Chef Dario Amodei rief schliesslich zur Verlangsamung der Entwicklung auf, um die Mechanismen und Gefahren besser zu verstehen. Dazu lieferte der US-Amerikaner Vorschläge zur Regulierung.

    OpenAI-Chef Sam Altman sagte Amodei daraufhin seine Unterstützung zu, auch SpaceXAI-Boss Elon Musk stellte sich hinter den Anthropic-CEO.

    Anthropic entwickelt den Chatbot Claude, während OpenAI hinter ChatGPT steckt. SpaceXAI bildet den KI-Chatbot Grok.

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    Kommentare

    User #5879 (nicht angemeldet)

    "Tremendous SUCCESS". 😄😄😄😄😄😄😄

    User #2656 (nicht angemeldet)

    Trump ist das egal, er hat noch ein paar Jahre, danach ist ihm Wurst was mit der Welt geht.

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