Donald Trump unter Druck – EU stärkt Beziehungen zu Grönland
Donald Trump erhebt Ansprüche auf Grönland. Die EU reagiert mit 200 Millionen Euro und einer engeren Partnerschaft mit der Arktisinsel.

Die Europäische Union baut ihre Zusammenarbeit mit Grönland trotz der US-Kontrollansprüche deutlich aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterzeichnete bei ihrem Besuch eine Erklärung für engere politische und wirtschaftliche Beziehungen.
Zugleich kündigte die EU ein Investitionspaket von 200 Millionen Euro an. Das Geld soll bis Ende 2027 unter anderem in kritische Rohstoffe, digitale Infrastruktur und Verwaltung fliessen, berichtet die «Welt».
Grönland gehört zum Königreich Dänemark, verfügt jedoch über weitgehende Autonomie und ist kein Mitglied der Europäischen Union. Geplant sind auch Programme für nachhaltigen Tourismus und Wohnungsbau.
EU stellt Selbstbestimmung heraus
Die neue Vereinbarung sieht eine engere Zusammenarbeit bei Cybersicherheit und kritischer Infrastruktur vor. Auch gegen hybride Bedrohungen wie Desinformation und äussere Einflussnahme wollen die Partner künftig stärker vorgehen.
Von der Leyen bezeichnete Grönland als strategischen Verbündeten und Teil der erweiterten europäischen Familie. Europa wolle seine Präsenz in der Arktis verstärken und die Beziehungen zu Grönland weiter ausbauen, schreibt der «Stern».
Bei ihrem Besuch stellte die Kommissionspräsidentin zudem das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung heraus. «Über die Zukunft Grönlands entscheiden die Menschen in Grönland und Dänemark. Niemand sonst», sagte von der Leyen laut dem «Tagesspiegel».
Donald Trump hält an Grönland-Ansprüchen fest
Donald Trump hatte bereits 2019 über einen möglichen Kauf Grönlands gesprochen. Vor Beginn seiner zweiten Amtszeit griff der US-Präsident das Thema erneut auf und erhöhte anschliessend den politischen Druck.
Trump begründet seine Forderungen unter anderem mit Sicherheitsinteressen gegenüber Russland und China. Auch die Vorkommen kritischer Rohstoffe machen die Insel für die USA strategisch interessant, berichtet die «Welt».
In Grönland stossen die amerikanischen Pläne auf grosse Besorgnis und überwiegende Ablehnung. Regierungschef Jens-Frederik Nielsen erklärte, die Insel stehe vor Herausforderungen, die sie nicht alleine bewältigen könne.
Streit um Sicherheit und Kontrolle
Donald Trump erneuerte im Juli seine Kontrollansprüche und stellte sie zudem in Zusammenhang mit der US-Truppenpräsenz in Europa. Damit bleibt auch die künftige Sicherheitsordnung in der Arktis ein zentraler Streitpunkt.
Eine im Januar von Nato-Generalsekretär Mark Rutte vermittelte Absprache sollte ein gemeinsames Vorgehen der arktischen Nato-Staaten ermöglichen. Dazu gehören die USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island, so die «Welt» weiter.

Dänemark lehnt einen Verkauf Grönlands an die USA weiterhin kategorisch ab. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bekräftigte laut dem «Tagesspiegel», dass Grönland nicht zum Verkauf stehe.
















