Donald Trump erfindet weitere 9/11-Lügen

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    USA,

    Donald Trump behauptet erneut, er sei an 9/11 von Feuerwehrleuten getragen worden. Es ist eine weitere Version, für die es keine Beweise gibt.

    9/11 donald trump
    Donald Trump lügt immer wieder über 9/11. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Donald Trump behauptet, dass er rund um 9/11 von Feuerwehrleuten getragen worden sei.
    • Es ist eine weitere Version, die der US-Präsident über seinen Erlebnissen rund um die Attacken erzählt.
    • Laut Faktenprüfern gibt es für die meisten davon keinerlei Beweise.

    Der Terroranschlag vom 11. September 2001 auf die Twin Towers in New York prägte die USA. So stark, dass sich viele Amerikaner genau erinnern, wo sie waren und was sie taten, als sie davon erfuhren.

    Auch US-Präsident Donald Trump äusserte sich regelmässig über 9/11. Doch seine Geschichte änderte sich immer wieder.

    trump
    Am 11. September 2001 flogen Terroristen zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York. - keystone

    Am Dienstag sprach er im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für die Opfer erneut darüber. Und baute sein Lügenkonstrukt weiter aus.

    Er sei in Manhattan gewesen, da er dort Bauarbeiten im Wolkenkratzer One Liberty Plaza besuchte. Das Gebäude lag in unmittelbarer Nähe zum Ground Zero. Und soll einsturzgefährdet gewesen sein.

    «Wir dachten, es würde direkt auf uns herabstürzen», erzählt Trump. «Zwei Feuerwehrmänner, grosse, kräftige Kerle, packten mich unter den Armen und sagten: ‹Wir müssen hier weg.›» Sie hätten ihn hochgehoben und rausgetragen.

    Bereits im Wahlkampf vor zehn Jahren erzählte Donald Trump eine Geschichte mit Feuerwehrmännern, die ihn rausgetragen hätten. Damals aber sprach er davon, dass sich der Vorfall einige Tage nach den Anschlägen ereignet haben soll.

    In anderen Versionen erzählte er, er habe eine Gruppe Arbeiter von seiner Baustelle zum Ground Zero gebracht. Dort hätten sie geholfen.

    Bei einer Veranstaltung in Buffalo im April 2016 behauptete er: «Jeder hat geholfen, die Trümmer zu beseitigen. Ich war dort und habe zugeschaut. Und auch ich habe ein bisschen geholfen.»

    Donald Trump verbreitete 9/11-Verschwörungstheorie

    Im November davor behauptete er zum einen, dass er gesehen habe, wie Menschen aus den einstürzenden Türmen gesprungen seien.

    Oder dass er gesehen habe, wie in Jersey City, «wo es eine grosse arabische Bevölkerung gibt», gejubelt worden sei. Damit verbreitete er eine bekannte Verschwörungstheorie, für die es keinerlei Beweise gibt.

    Vor wenigen Wochen erfand der US-Präsident eine weitere Version: So erzählte er bei Fox News, dass er gesehen habe, wie das zweite Flugzeug in die Türme flog.

    Erneut wiederholte er, dass er Bauarbeiter zum Ground Zero geführt hätte. Diesmal aber sagte er, das sei am Tag nach den Anschlägen passiert.

    Das ist an Trumps Behauptungen wahr

    Es gibt zahlreiche Versionen darüber, was Donald Trump am 11. September 2001 getan hat. Doch was stimmt denn nun?

    Die Faktenprüfer von «CNN» haben die Behauptungen unter die Lupe genommen. Und wenig lässt sich belegen.

    9/11
    Bei der Attacke am 11. September 2001 starben fast 3000 Menschen. Es war der Grund für den langjährigen Krieg gegen den Terror. - keystone

    Laut den Aussagen eines Assistenten befand sich Trump am 11. September 2001 tatsächlich in Manhattan. Jedoch im Trump-Tower in Midtown, und damit rund sechseinhalb Kilometer vom Ground Zero entfernt. Mehrere Tage besuchte er tatsächlich den Anschlagsort.

    Beweise, dass er am Tag der Anschläge oder danach im Wolkenkratzer One Liberty Plaza war, gibt es nicht.

    Hat dich 9/11 geprägt?

    Es gab aber tatsächlich Befürchtungen – wenn auch unbegründete –, dass der Turm einstürzen könnte. Zweimal wurde er deswegen evakuiert. Beweise dafür, dass Trump davon betroffen oder gar herausgetragen wurde, existieren nicht.

    Auch die Behauptung, dass er eine Gruppe seiner Bauarbeiter zum Ground Zero gebracht hat, ist unbelegt und wohl nicht wahr. Zahlreiche Augenzeugen, darunter ein Feuerwehrmann, der im Einsatz stand, sagten, sie hätten Trump nicht gesehen.

    Zudem existieren auch keine offiziellen Unterlagen, die das bestätigen würden. Laut dem Feuerwehrmann müssten solche aber existieren. Denn jeder, der bei den Arbeiten geholfen habe, sei unter der Aufsicht von Polizei und Feuerwehr gestanden.

    Trump an 9/11: «Jetzt ist mein Gebäude das höchste»

    Donald Trump äusserte sich nur wenige Stunden nach den Attacken erstmals öffentlich dazu. Am Nachmittag des 11. Septembers gab er einem Lokalsender ein Telefoninterview.

    Darin erzählte er keine der späteren Versionen. Er sagte bloss, dass er die Explosionen gesehen habe.

    Er wurde gefragt, ob sein kürzlich erworbenes Trump-Gebäude an der Wall Street beschädigt worden sei. Der Immobilien-Investor sprach daraufhin über die Grösse der Wolkenkratzer.

    So sei sein Gebäude das zweithöchste in Downtown Manhattan gewesen. «Und jetzt ist es das höchste.»

    Kommentare

    User #5554 (nicht angemeldet)

    Ein Eiderspruch in sich: Also entweder Faktenprüfer oder CNN, denn CNN ist ja wohl ein linker Propagandaschmiersender

    User #4492 (nicht angemeldet)

    Es ist wirklich unglaublich, er macht sich auf Kosten anderer wichtig. Deswegen darf man ihm auch als Wichtigtuer bezeichnen. Hat dieser Mensch den kein Schamgefühl. Einfach Widerlich !!!!

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