Ed Sheeran sagt sorry – Pro-Palästina-Protest an Konzert
Am Samstagabend trat Ed Sheeran erstmals seit dem kontroversen Tour-Rauswurf des Rappers Macklemore auf. Ausserhalb des Stadions kam es zu einem Protest.

Das Wichtigste in Kürze
- Ed Sheeran hat sich bei seinem ersten Konzert seit dem Tour-Skandal bei den Fans entschuldigt.
- Der Popstar äusserte sich auch zum Krieg in Gaza.
- Ausserhalb des Stadions in Philadelphia kam es zu einem Pro-Palästina-Protest.
Nach einer Woche voller Kritik an seiner Person trat Superstar Ed Sheeran am Samstagabend in Philadelphia auf. Der britische Musiker verlor nach dem Tour-Rauswurf des Rappers Macklemore durch den Tourveranstalter alle seine Vorbands.
Nach umstrittenen Äusserungen in New Jersey hatte Macklemore mitgeteilt, dass er komplett aus Sheerans restlicher «Loop Tour» gestrichen worden sei. Daraufhin solidarisierten sich mehrere Musiker mit ihm und sagten ihre Auftritte als Support-Acts von Sheeran ab.
Macklemore – mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty – äussert sich seit Jahren propalästinensisch.
Am Samstagabend kam es im Vorfeld von Sheerans Konzert ausserhalb des Veranstaltungsorts zu einem Pro-Palästina-Protest.
«Es geht um viel mehr als nur um Ed Sheeran. Es geht um viel mehr als nur um Macklemore. Es ist eine Bewegung für das Leben der Palästinenser. Sie wird nicht aufhören, bis Palästina frei ist», zitiert «Variety» eine Aktivistin.
Laut dem US-Magazin nahmen etwa hundert Personen am Protest teil.
Ed Sheeran: «Katastrophal und ungerechtfertigt»
Sheeran eröffnete das Konzert in Philadelphia mit Worten über das Geschehene der letzten Woche und über den Krieg in Gaza. Was dort passiere, sei «katastrophal und ungerechtfertigt», sagte der Musiker laut der Nachrichtenagentur AP.
Sheeran: «Das Ausmass der Zerstörung und der Verlust von Menschenleben, insbesondere von Kindern, haben mir das Herz gebrochen.»
Bei seinen Auftritten solle es um Zusammenhalt und Menschlichkeit gehen, so der Brite. Er entschuldigte sich bei seinen Fans für die Aufruhr.
Sheeran sagte laut «Variety»: «Ich musste schwierige Entscheidungen treffen und mache auch Fehler, und das tut mir so leid.»
Macklemore und Ed Sheeran künden Spenden an
Macklemore, der nach «Free Palestine»-Rufen von anstehenden Konzerten ausgeladen wurde, will seine Einnahmen von einer Million US-Dollar an Palästinenser spenden.
Popstar Ed Sheeran und Stadionbesitzer Robert Kraft, der Macklemores Ausschluss veranlasst hatte, kündigten laut Kraft ihrerseits eine Spende an, um der humanitären Krise in der Region zu begegnen.
Macklemore schrieb am Mittwoch (Ortszeit) auf Instagram, er wolle den gesamten Nettoverdienst seiner «Loop»-Tour-Auftritte an sechs Organisationen spenden, die direkt die Palästinenser unterstützten. In seinem Post forderte er Kraft zu einer eigenen Spende auf.

Kraft teilte in einer Stellungnahme auf X mit, dass ihn zuvor Ed Sheeran selbst kontaktiert und gebeten habe, sich mit zwei Millionen US-Dollar an dessen Spende gegen die humanitäre Krise in der Region zu beteiligen. Er unterstütze seit Jahrzehnten die Bemühungen, Chancen für die Palästinenser zu schaffen, teilte der Besitzer des Gillette Stadions nahe Boston mit.
Sheerans und sein Ziel sei es, noch weitere Veranstalter ins Boot zu holen und «weiter zusammenzuarbeiten, um Brücken zu bauen».
Antisemitismus-Vorwurf gegen Macklemore
Macklemores Rauswurf hatte Kraft damit begründet, dass seine Veranstaltungsstätte keine Plattform für Hassreden sei. Der Rapper bringe bereits eine «breitere Historie antisemitischer Rhetorik» mit, was zutiefst verletzend für die jüdische Gemeinde sei, so Kraft.
Kritiker werfen dem Rapper vor, in Auftritten und Liedtexten antisemitische Stereotype zu bedienen, was der Künstler bestreitet. Der Vorwurf von Antisemitismus werde mitunter genutzt, um Kritik am Staat Israel abzuwehren, hatte Macklemore in einem ersten Post zur Auseinandersetzung erklärt.




















