Südspanien: Löste ein umgestürzter Strommast den Brand aus?

Möglicherweise löste ein umgestürzter Strommast den verheerenden Brand in Spanien aus. Die Regionalregierung will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

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Nach dem verheerenden Brand in Spanien wird vermutet, dass ein umgestürzter Strommast das Feuer verursacht hat. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim verheerenden Brand in Spanien starben zwölf Menschen.
  • Es wird vermutet, dass ein umgestürzter Strommast die Ursache war.
  • Die Flammen sind noch immer nicht unter Kontrolle, weitere Menschen wurden evakuiert.

Bei einem verheerenden Waldbrand in Südspanien kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben. Das Feuer in Los Gallardos ist das schlimmste in der spanischen Geschichte des 21. Jahrhunderts. Die Flammen sind immer noch nicht unter Kontrolle, am Freitag wurden erneut Menschen evakuiert.

Während Spanien um die Opfer trauert und um die Vermissten bangt, wurden Ermittlungen zur Brandursache gestartet. Im Fokus stehen die Stromleitungen.

Antonio Sanz, der regionale Gesundheitsminister, sagte an einer Medienkonferenz, dass möglicherweise die Stromkabel den Brand ausgelöst hätten.

Auch Junama Moreno, Präsident der Regionalregierung, äusserte diesen Verdacht. In einem Interview beim Radiosender «Cadena Cope» sprach er von einem ungestürzten Strommast. Und: «Die Verantwortlichen für die Instandhaltung der Stromleitungen werden zur Rechenschaft gezogen.»

Auch Zeugenaussagen stützen diese Theorie. So berichteten Personen aus der Region, dass eine umgestürzte Stromleitung den Brand ausgelöst habe. Innert kurzer Zeit griffen die Flammen um sich und setzten ein grosses Gebiet in Brand. Auch Spanien leidet unter der Hitzewelle, wodurch die Wälder stark ausgetrocknet sind.

Vermissten-Suche «von Haus zu Haus»

23 Personen galten am Abend in dem betroffenen Gebiet um die Gemeinden Los Gallardos und Bédar noch als vermisst. Vor dem Anpfiff des WM-Viertelfinalspiels in Los Angeles, bei dem Europameister Spanien Belgien besiegte, wurde eine halbe Schweigeminute für die Opfer abgehalten. Unter den Toten dürften laut Behörden auch Belgier sein.

«Was uns derzeit Sorgen bereitet, sind diese 23 Menschen, die als vermisst gelten. Das bedeutet aber nicht, dass sie tot sind», sagte Juanma Moreno vor Journalisten. Luis Ortega, der Regionalchef der Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde), versicherte, man suche die Vermissten «von Haus zu Haus».

Der Beamte gab sich hoffnungsvoll: «Ich glaube nicht, dass wir noch viele Leichen entdecken werden.»

Löscharbeiten durch Hitze und Winde erschwert

Die Löscharbeiten wurden unterdessen durch hohe Temperaturen, die am frühen Abend noch bei rund 35 Grad lagen, sowie durch einen starken Wind mit Böen von etwa 40 Kilometern pro Stunde erschwert. Mehr als 500 Einsatzkräfte wurden am Abend unter anderem von 30 Löschflugzeugen und -Hubschraubern sowie von Drohnen unterstützt.

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