Vorsorge Oberland: So leisten ETFs einen Teil zur Vorsorge
Finanzielle Vorsorge baut auf mehreren Bausteinen auf – ETFs können einer davon sein. Wir erklären, was Sie wissen sollten.

Das Wichtigste in Kürze
- ETFs bieten eine einfache Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen.
- Frühzeitiges Investieren stärkt die finanzielle Vorsorge - unabhängig vom Finanzwissen.
- Auch kleine Beträge lassen sich langfristig in ETFs investieren
Für die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist das Thema Aktien, Wertschriftenhandel und der Handel mit ETFs (Exchange Traded Funds) schnell überfordernd. Das zeigt die Studie «Vorsorgen und Anlegen», die im Jahr 2025 von der Hochschule Luzern (HSLU) in Zusammenarbeit mit der Luzerner Kantonalbank veröffentlicht wurde.
Laut der Studie investiert rund die Hälfte der Bevölkerung weder in Aktien noch in Fonds oder in andere Anlagen.
Die meistgenannten Gründe sind, dass der Aufwand zur Überwachung der Anlagen als zu hoch empfunden wird und der Einstieg als schwierig gilt. Zudem fehlt bei vielen das Interesse an Finanzthemen.
31 Prozent investieren in ETFs
Der Trend bei ETFs geht jedoch in eine andere Richtung: Die neue «ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025» der HSLU zeigt, dass mittlerweile 31 Prozent der Schweizer Anlegerinnen und Anleger in ETFs investieren. Auffallend ist auch, dass insbesondere junge, männliche und gut gebildete Personen in ETFs investieren. Ältere Anlegerinnen und Anleger setzen hingegen vorwiegend auf klassische, aktiv verwaltete Fonds. Dennoch lässt sich aus der Studie erkennen, dass ETFs zunehmend an Bedeutung gewinnen.
ETFs sind Fonds, die einen ganzen Aktienindex abbilden. Mit einem einzigen Investment können Anlegerinnen und Anleger so in viele Unternehmen gleichzeitig investieren, was das Risiko reduziert und langfristiges Vermögenswachstum unterstützt. Gerade für die finanzielle Vorsorge eignen sich ETFs gut.

Wer in der Schweiz mit der Säule 3a regelmässig in einen ETF-Sparplan einzahlt, kann Steuervorteile nutzen und gleichzeitig ein breit gestreutes Portfolio für die Pension aufbauen. ETFs bieten damit einen unkomplizierten Einstieg, um die Altersvorsorge aktiv zu gestalten.
Der Unterschied von ETFs zu Einzelaktien
Mit ETFs investiert man mit nur einem Kauf in viele verschiedene Unternehmen gleichzeitig. Dadurch wird das Risiko reduziert, denn Verluste einzelner Aktien fallen weniger stark ins Gewicht. Bei Einzelaktien hängt der Anlageerfolg hingegen vollständig vom jeweiligen Unternehmen ab. ETFs folgen einem Index und verteilen das investierte Geld automatisch breit, sodass die aufwendige Auswahl einzelner Aktien entfällt.
Mit ETFs lassen sich Sparpläne einrichten, bei denen man bereits kleine Beträge, automatisch und regelmässig investieren kann. Das macht es auch für Menschen mit wenig Kapital einfach, Schritt für Schritt ein breit gestreutes Portfolio aufzubauen. Dabei benötigt man kein grosses Finanzwissen und muss sich nicht täglich um die Märkte kümmern.
Besonders in der Säule 3a bieten solche Sparpläne eine unkomplizierte Möglichkeit, langfristig für das Alter vorzusorgen.
Im Spannungsfeld der Märkte
Die Rendite eines Fonds oder ETFs kann stark schwanken – Gewinne sind nie garantiert. Bei einem breit diversifizierten Welt-Index konnten Anlegerinnen und Anleger in den letzten Jahren etwa fünf bis neun Prozent pro Jahr erwarten.
Zudem gilt: je früher, desto besser. Wer schon früh mit dem Sparen beginnt und in ETFs langfristig investiert, kann vom Zinseszinseffekt profitieren. Auch kleine Beträge können über die Jahre einen beachtlichen Beitrag zur finanziellen Vorsorge leisten, denn ETFs sind für einen langfristigen Anlagehorizont gedacht und werden oft über mehrere Jahre gehalten.

Geduld zahlt sich oft aus. Wer langfristig investiert, kann von den Vorteilen der Kapitalmärkte profitieren.
Vorbehalte bleiben bestehen
Laut der genannten Studie der HSLU scheut sich weiterhin die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer vor dem Einstieg in den Wertschriftenhandel. Die wahrgenommene Komplexität und das fehlende Interesse sind Gründe dafür, weshalb keine Investitionen getätigt werden – obwohl diese die finanzielle Vorsorge verbessern könnten.
Dass besonders jüngere Menschen ETFs klassischen Anlagefonds vorziehen und Finanzanbieter ihr Angebot für den Handel mit ETFs ausbauen, kann aber dazu führen, dass künftig mehr Menschen in Anlagen wie ETFs investieren.













