Bildung: Wie Eltern ihre Kinder prägen

    Redaktion
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    Bern,

    Nachhilfe, Kontrolle, Druck: All das bringt oft weniger Bildung als erhofft. Entscheidend für den Schulerfolg der Kinder ist etwas ganz anderes.

    Bildung
    Eltern können ihren Kindern bei der Bildung helfen. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Lernerfolg von Kindern wird stärker von den Eltern geprägt, als viele annehmen.
    • Entscheidend ist nicht, wie streng zu Hause kontrolliert wird, sondern was genau.
    • Gemeinsam vereinbarte Regeln können helfen, den richtigen Weg zu gehen.

    Wie viel können Eltern zum Lernerfolg ihrer Kinder tatsächlich beitragen? Die Forschung liefert dazu viele Erkenntnisse, die in manchen Details überraschen. Neben gezielter Lernhilfe spielt auch das tägliche Umfeld zu Hause eine wichtige Rolle. Welche Rolle Eltern in der Bildung ihrer Kinder spielen, lässt sich heute in vielen Bereichen gut beschreiben.

    Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit auf Nachhilfe?

    Der Einfluss beginnt vor dem ersten Schultag

    Bildung beginnt nicht erst mit der Einschulung, sondern bereits in den ersten Lebensjahren im Elternhaus. Kinder, denen regelmässig vorgelesen wird, verfügen in der Regel über einen grösseren Wortschatz und lernen leichter lesen. Darauf verweist das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien.

    Bildung
    Schon vor dem ersten Schultag beginnt Der Einfluss auf die Bildung. - Depositphotos

    Auch Gespräche am Familientisch sind wichtig, denn dabei lernen Kinder, ihre Gedanken zu ordnen und sie verständlich auszudrücken. Dafür ist kein teures Lernmaterial nötig, sondern Zeit und sprachliche Zuwendung im Alltag. Frühe Unterschiede können lange bestehen bleiben, auch wenn die Schule vieles ausgleicht.

    Der Zusammenhang zwischen Elternhaus und Schulleistung ist in der Schweiz gut dokumentiert und wird regelmässig untersucht. Wie der Bund in seiner 2026 veröffentlichten Mitteilung zur PISA-Erhebung 2025 schreibt, spielen soziale Herkunft und Sprache eine wichtige Rolle.

    Jugendliche aus dem sozial am wenigsten begünstigten Viertel erzielen in den Naturwissenschaften signifikant tiefere Leistungen als jene der übrigen Gruppen.

    Gleiche Leistung, ungleiche Wege

    Ein besonders aufschlussreicher Blick ist der auf die weitere Schullaufbahn. Wie der Bildungsbericht Schweiz 2023 der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung zeigt, lassen sich soziale Unterschiede nicht vollständig durch Leistungen erklären.

    Schule
    Die Schullaufbahn ist je nach Umfeld unterschiedlich bei den Kindern. - Depositphotos

    So unterscheidet sich das Risiko eines Abbruchs des Gymnasiums je nach sozialem Hintergrund auch dann, wenn die schulischen Leistungen berücksichtigt werden. Die Gründe dafür sind laut Bericht jedoch nicht ausreichend untersucht.

    Bei schulischen Übergängen können Eltern ihr Kind unterstützen, indem sie sich frühzeitig über die Möglichkeiten informieren. Wer weiss, wie Anmeldefristen, Prüfungen und Probezeiten funktionieren, kann sein Kind gezielter begleiten.

    Interesse besser als heimliche Kontrolle

    Viele Eltern setzen auf mehr Kontrolle, sobald die Noten über längere Zeit nicht stimmen. Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass unterstützende Begleitung hilfreicher ist als eine als Einmischung empfundene Aufsicht.

    Bildung
    Das Kind sollte stets von den Eltern gefördert werden. - Depositphotos

    Wer regelmässig fragt, was das Kind gerade beschäftigt, signalisiert damit Wertschätzung für dessen Arbeit. Hausaufgaben sollten Kinder möglichst selbst lösen, damit sie Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen.

    Hilfreich sind ein ruhiger Arbeitsplatz und eine feste Zeit. Wer Hilfe benötigt, muss eine Nachhilfe bekommen. Auch hier können Eltern effektiv helfen, indem sie diese anbieten. Das Kind muss sie nicht annehmen, aber das Gefühl, die Eltern kümmern sich, hilft oft.

    Struktur, Schlaf und Bildschirmzeit

    Auch der Alltag zu Hause prägt das Lernen. Ausreichend Schlaf, regelmässige Mahlzeiten und verlässliche Abläufe schaffen günstige Bedingungen für die Konzentration.

    Schlaf
    Genug Schlaf ist für die Lernleistung wichtig. - Depositphotos

    Das Smartphone, Tablet oder die Konsole spielen in der Freizeit und am Wochenende oft eine grosse Rolle. An Wochentagen verbringt fast die Hälfte der Jugendlichen in der Schweiz zwischen einer und drei Stunden täglich in sozialen Netzwerken. Ein Drittel kommt sogar auf mehr als drei Stunden täglich, laut PISA 2025.

    Gemeinsam vereinbarte Regeln können helfen, genügend Zeit für Schlaf, Bewegung und schulische Aufgaben freizuhalten.

    Die Zusammenarbeit mit der Schule

    Lehrpersonen und Eltern verfolgen dasselbe Ziel. Ein regelmässiger Austausch hilft, Fragen frühzeitig zu klären. Elterngespräche lohnen sich auch dann, wenn gerade keine Probleme vorliegen und alles ruhig läuft. Wer die Schule als Partnerin versteht, kann gemeinsam mit ihr nach Lösungen suchen.

    Bildung
    Die Zusammenarbeit von Eltern und Schule ist bei der Bildung von Kindern ein wesentlicher Faktor. - Depositphotos

    Hilfreich ist zudem, die Erwartungen realistisch zu halten und den eigenen Bildungsweg nicht zum Massstab zu machen. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell, und das Schweizer Bildungssystem bietet verschiedene Wege und Anschlussmöglichkeiten.

    Bildung: Wo Eltern an Grenzen stossen

    Nicht alle Familien verfügen über ausreichend Zeit, Sprachkenntnisse oder einen ruhigen Raum zum konzentrierten Lernen. Genau hier setzen Angebote wie Tagesstrukturen, Hausaufgabenhilfe und Gemeindebibliotheken an. Die Kosten und Zugangsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Gemeinde und Angebot.

    Auch Vereine und Musikschulen tragen zum Lernen bei, ohne dabei als Schule aufzutreten. Eltern müssen den Lernstoff nicht selbst beherrschen, um ihr Kind wirksam und glaubwürdig zu unterstützen. Ehrlichkeit ist dabei wichtiger als eine Fassade, denn Kinder merken schnell, wenn Erwachsene etwas nur vortäuschen.

    Kommentare

    User #2984 (nicht angemeldet)

    Wer zu viel für die Kinder macht und zu wenig für die Altersvorsorge, wird sich eines Tages verwundert die Augen reiben

    User #4116 (nicht angemeldet)

    ich gab meiner nachbarin hachhilfe in mathe, kurz darau kam eine dame und bat mich für nachhilfe für ihre tochter, ich willigte ein unter der bedinnung, dass sie mich nicht weiterempfielt.

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