Arbeit: Networking als Karriere-Sprungbrett?

    Redaktion
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    Bern,

    Ist Networking der Turbo für Karriere und Arbeit? Oder ist es nur ein überschätztes Schlagwort in der Businesswelt?

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    Arbeit: Networking-Marketing gehört heute zum Geschäftsalltag dazu. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Persönliche Kontakte können Türen öffnen, sind aber keine Jobgarantie.
    • Networking kann die Karriere beschleunigen, gute Arbeit ersetzt es jedoch nicht.
    • Eine digitale Verknüpfung mit anderen Personen ist für das Networking wichtig.

    Ein neuer Job entsteht selten allein auf dem Papier. Oft sitzt am anderen Ende jemand, der einen Namen schon einmal gehört hat. Genau hier setzt Networking an. Für die einen ist es der Schlüssel zur Karriere, für die anderen bloss ein überschätztes Modewort.

    Wie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in einer Studie von 2023 zeigt, schätzen 42 Prozent der befragten Unternehmen persönliche Netzwerke als sehr effektiv bei der Rekrutierung ein. Darunter zählen Portale wie die Firmenwebseite, LinkedIn, aber auch andere soziale Kanäle.

    Networken Sie viel?

    Warum wirkt ein Kontakt manchmal mehr als ein Punkt im Lebenslauf? Vertrauen lässt sich in einem Lebenslauf schwer abbilden. Wer empfohlen wird, startet mit einem Vertrauensvorschuss. Das spart Zeit, senkt Kosten und beschleunigt den ganzen Prozess spürbar.

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    Ein gutes Netzwerk kann Türen öffnen. - Depositphotos

    Doch die Sache hat zwei Seiten. Ein gutes Netzwerk öffnet Türen, ersetzt aber keine Leistung. Wer nur Hände schüttelt und wenig liefert, kommt nicht weit. Genau deshalb greift der Vorwurf, Networking sei reine Blenderei, meistens zu kurz. Kontakte verschaffen die Chance, aber man muss sich selbst erst beweisen.

    Der grösste Teil der offenen Stellen wird in der Schweiz ganz normal ausgeschrieben. Wer keine gut vernetzte Familie oder Freunde hat, ist deswegen nicht chancenlos. Portale, Firmenseiten und Direktbewerbungen bleiben der wichtigste Weg in eine neue Arbeit.

    Networking schwankt mit der Konjunktur

    Auch die Marktlage spielt eine gewichtige Rolle. Wie der Stellenmarkt-Monitor Schweiz der Universität Zürich für 2025 zeigt, hat sich der Fachkräftemangel spürbar abgeschwächt. Die Zahl der offenen Stellen sank um acht Prozent, während die Zahl der Stellensuchenden um 17 Prozent zunahm.

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    Wer einen Job sucht, sollte früher oder später networken. - Depositphotos

    Die Arbeitslosenquote kletterte im gleichen Zeitraum von 2,3 auf 2,8 Prozent. Was heisst das für den Wert von Kontakten? In einem engen Markt suchen Firmen aktiv über Empfehlungen und persönliche Hinweise. Lockert sich die Lage, gewinnen formelle Bewerbungen wieder an Gewicht. Networking schwankt somit mit der Konjunktur.

    Berufseinsteiger haben oft noch kein grosses Netzwerk. Muss man also warten, bis sich Kontakte von selbst ergeben? Keineswegs.

    Netzwerke wachsen aus Alltag, Ausbildung und ehrlichem Interesse an anderen Menschen. Gehen Sie gezielt auf Messen und Leute zu. Nur so können sich Bindungen ergeben, die dann früher oder später Kontakte erlauben.

    Wichtig ist, dass man sich als Erstes traut, Leute anzusprechen. Ohne ein gezieltes Auf-die-Leute-Zugehen bringen auch die besten Kontakte nichts.

    Arbeit: Digitale Verknüpfungen pflegen

    Und wie steht es um die digitale Seite? Plattformen wie LinkedIn haben das Networking gross gemacht.

    Eine Berufseinsteigerin aus einem kleinen Dorf erreicht heute Fachleute im ganzen Land. Das ist eine echte Chance. Trotzdem gilt auch online der alte Grundsatz, dass ein Klick kein Gespräch ersetzt.

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    Arbeit: Es ist auch wichtig, sich online zu vernetzen. - Depositphotos

    Natürlich sind auch digitale Verknüpfungen kein fertiges Ticket, sondern eher ein Türöffner. Ob man danach eintritt und bleibt, entscheidet Die eigene Leistung.

    Wer beides klug verbindet, hält in der Schweizer Arbeitswelt die besten Karten. So gesehen ist Networking weder Wundermittel noch Zeitverschwendung, sondern ein Werkzeug, das man gezielt einsetzen sollte.

    Kommentare

    User #6308 (nicht angemeldet)

    Ich networke folgendermassen. Ich telefoniere und frage Heiri, ob er gleich in den Bären kommt. Ja, sagt er, er habe das mit Hansueli und Röbi schon abgeklärt. Also bis nachher, sage ich. Wir werden dann bis 17:45 jassen, ein paar Stangen trinken und mit ein paar anderen dort networken (übers Wetter und so).

    User #6773 (nicht angemeldet)

    Da muss man sich nur mal in der "Führungsetage" umschauen. Mit "Leistung" hat das nichts zu tun. Die, die "hochsteigen" wollen, müssen sich dafür dann permanent vorbeugen - mehr nicht.

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