Arbeit: Diese Branchen sind vom Fachkräftemangel betroffen
Die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Schweiz bleibt auch 2026 hoch, doch nicht alle Branchen sind gleich stark vom Fachkräftemangel betroffen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Fachkräftemangel in der Schweiz hat sich 2025 erneut spürbar entspannt.
- Doch in Gesundheit, Bau und Technik bleiben die Fachkräfte weiterhin knapp.
- Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den Bereichen ICT, Finanzen und Büro entspannt sich.
Der Fachkräftemangel bleibt weiterhin in einzelnen Branchen ein zentrales Thema für Betriebe und Politik. Wer einstellen will, spürt die Unterschiede zwischen den Berufsfeldern deutlich. Manche Branchen suchen verzweifelt nach Personal, andere verzeichnen wieder genügend Bewerbungen.
Wie die Universität Zürich in einer Studie von 2025 zeigt, hat sich die Lage zuletzt entspannt. Der Fachkräftemangel-Index lag rund 22 Prozent unter dem Vorjahreswert. Damit nähert er sich wieder dem Niveau vor der Pandemie an.
Im Jahr 2025 waren nur noch vier von 32 Berufsgruppen klar betroffen. Das ist ein deutlicher Wandel gegenüber den angespannten Jahren 2022 und 2023. Die Erleichterung verteilt sich jedoch nicht gleichmässig über die Arbeitswelt.
Gesundheitswesen bleibt an der Spitze
Am stärksten betroffen sind weiterhin die Gesundheitsberufe. Fachärztinnen, Pflegefachkräfte und Apotheker führen das Ranking seit 2022 unangefochten an. Der wichtigste Grund liegt in der Demografie. Die Bevölkerung altert, und der Bedarf an Pflege steigt entsprechend.

Diese Berufsgruppe dürfte deshalb auch künftig dringend Arbeitskräfte suchen. Gleichzeitig drückt der Kostendruck im Gesundheitswesen auf die Zahl der offenen Stellen.
Auch Gesundheitsassistenzen wie Rettungsdienstpersonal bewegen sich weiter in Richtung Mangel. Pflege und Betreuung dürften damit zu den prägenden Engpässen der nächsten Jahre gehören.
Bau und Technik mit hohem Bedarf
Auf den weiteren Spitzenplätzen folgen Bau- und technische Berufe. Bauführer, Poliere und Produktionsleitende profitieren von der robusten Auftragslage am Bau. Auch ingenieurtechnische Fachkräfte sowie Elektriker und Elektroniker bleiben stark gefragt.

Mehrere handwerkliche Gruppen zeigen zudem ein stabiles Verhältnis von Stellen und Suchenden. Zimmerleute, Dachdecker sowie Sanitär- und Heizungsinstallateure gehören klar dazu.
Büro, ICT und Finanzen entspannen sich
Ganz anders sieht es in Verwaltung, Büro und Informatik aus. Genau in diesen Feldern gingen die offenen Stellen am deutlichsten zurück. Die Universität Zürich verweist darauf, dass viele dieser Tätigkeiten stark von künstlicher Intelligenz berührt sind.

Berufe mit hoher KI-Nähe verzeichnen weniger Ausschreibungen und eine höhere Arbeitslosigkeit. Was lange als sicher galt, verändert sich.
Kaufmännische Fachkräfte fielen im Ranking innert eines Jahres mehrere Plätze zurück. Auch allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte zählen heute zu den Gruppen mit Überangebot.
Ursachen und Gegenmassnahmen
Der demografische Wandel, die Pensionierung der Babyboomer und neue Ansprüche an die Arbeit wirken zusammen. Viele Betriebe setzen deshalb auf Weiterbildung, flexible Modelle und die Förderung älterer Mitarbeitender.
Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie rückt stärker in den Vordergrund. Wer die Arbeit attraktiv gestaltet, verschafft sich im Wettbewerb um Talente einen Vorteil.
Bund und Kantone fördern zusätzlich Berufsabschlüsse für Erwachsene und digitale Kompetenzen. Auch die gezielte Anwerbung von Fachleuten aus dem Ausland gewinnt weiter an Bedeutung.

Gleichzeitig bleibt die Lage dynamisch. Eine schwächere Konjunktur kann den Mangel kurzfristig dämpfen, wie die jüngsten Zahlen belegen. Strukturelle Faktoren wie die Alterung wirken jedoch über Jahre hinweg weiter.
Für das Gesundheitswesen und den Bau dürfte der Bedarf deshalb bestehen bleiben. Andere Felder müssen sich vor allem auf den Wandel durch Technologie einstellen.
Für Arbeitnehmende lohnt es sich, die eigenen Kompetenzen laufend zu aktualisieren. Lieber eine Weiterbildung mehr zu machen, als eine zu wenig, kann die nächste Stelle auf den Traumjob sichern.













