Donald Trump: FBI erhielt vor Razzia einen «Tipp» von Informant

Vor der Razzia des Anwesens von Donald Trump erhielt das FBI einen Tipp von einem Informanten. Republikaner schäumen.

Donald Trump zeigt sich kämpferisch. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Informant aus dem Umfeld von Donald Trump führte zur Mar-a-Lago-Razzia.
  • Republikaner fordern den Namen des «Verräters».
  • Bereits im Juni unterhielten sich das Justizministerium mit dem Trump-Team über Dokumente.

Auch vier Tage nach der Durchsuchung des Anwesens Mar-a-Lago kommen weitere Details der FBI-Aktion gegen Donald Trump ans Licht. Mehrere Medien berichten, darunter das «Wall Street Journal» und «Newsweek», dass das FBI einen Tipp von einem Informanten erhalten hat. Erst deswegen wurde die Razzia am Montag durchgeführt.

Gemäss den Berichten besuchten Beamte des Justizministeriums bereits im Juni das Anwesen in Südflorida. Sie diskutierten dort mit den Anwälten des ehemaligen Präsidenten über Kisten von Regierungsunterlagen. Diese sollen in einem Lagerraum im Keller zwischen Anzügen, Pullovern und Golfschuhen gestanden haben. Der Ernst der Lage war dem Trump-Team damals nicht so richtig bewusst.

Seit der FBI-Razzia ist Donald Trump zurück im Rampenlicht. - Keystone

Tage später bat die US-Bundespolizei FBI das Trump-Team, ein besseres Schloss an den Lagerraum zu hängen. Dies bestätigt der Ex-Präsident auf seiner Plattform «Truth Social» selbst. Bei der Razzia hätten die Polizisten dann genau dieses Schloss aufgebrochen.

Einige Wochen nach dem Treffen meldete sich eine Person aus dem Umfeld von Donald Trump bei den Ermittlern. Möglicherweise gebe es in Mar-a-Lago noch weitere geheime Dokumente, habe sie gesagt. Die Beamten des Justizministeriums waren laut «Newsweek» zuerst skeptisch, dass der Ex-Präsident offen über solche Unterlagen sprechen würde. Am Montag wurde dann aber dennoch die Razzia durchgeführt, und die Beamten trugen zwölf Kisten mit Dokumenten aus dem Anwesen.

Republikanerin: Informant aus Umfeld von Donald Trump ist «Verräter»

Die Razzia hat bei Republikanern – auch bei solchen, die sich von Trump distanziert hatten – Entsetzen ausgelöst. Die Berichte über einen Informanten verstärkten dies bei den Trump-Anhängern noch. Die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene sprach in ihrem Podcast von «Verrätern». Sie will wissen, wie viele FBI-Informanten es im Umfeld von Donald Trump gibt, und wer sie sind.

Marjorie Taylor Greene ist eine feurige Anhängerin von Donald Trump. - Keystone

Republikaner sprechen nach der Razzia von einer politischen Verfolgung. Demokraten wollten damit verhindern, dass Trump nochmals für die Präsidentschaft kandidiere. Auch Wörter wie «Bananenrepublik» werden nach der ersten Durchsuchung einer Immobilie eines Ex-Präsidenten verwendet.

Gemäss US-Gesetzen müssen alle Dokumente, Protokolle und Briefe aus dem Weissen Haus im nationalen Archiv aufbewahrt werden. Nach einer Sperrfrist werden sie der Forschung und Bevölkerung freigegeben. Donald Trump soll geheime Dokumente wie auch Briefe, beispielsweise von Kim Jong Un, entfernt und teilweise zerstört habe. Sollte sich der Verdacht als wahr erweisen und Trump verurteilt werden, dürfte er kein politisches Amt mehr bekleiden.

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