Olympia 2026: Ist Holdeners Riesen-Verzicht verfrühter Aprilscherz?
Am Sonntagmorgen überrascht Wendy Holdener an Olympia 2026 mit dem Verzicht auf den Riesenslalom. Ist die Slalom-Vorbereitung sowas wirklich wert?

Das Wichtigste in Kürze
- Wendy Holdener tritt am Sonntag kurzfristig nicht zum Olympia-Slalom an.
- Stattdessen bestreitet die Schweizerin Slalom-Trainings für das Rennen am Dienstag.
- Ein verständlicher Entscheid? Bei Nau.ch ist man sich uneinig.
76 Athletinnen sind für den Riesenslalom an Olympia 2026 gemeldet, 75 davon gehen auch wirklich an den Start. Nur Wendy Holdener verzichtet.
Zweieinhalb Stunden vor Rennbeginn am Sonntag verkündet Swiss-Ski den Entscheid. Sie Holdener wolle sich auf den Slalom fokussieren und ein zusätzliches Training absolvieren.
Ist der Entscheid verständlich? Auf der Sport-Redaktion von Nau.ch gehen die Meinungen auseinander.
Nicola Wittwer, Sportredaktor
«‹All in› scheint die Devise bei Wendy Holdener mit Blick auf den Olympia-Slalom zu sein.
Für ihre beste Disziplin lässt die Schweizerin den Riesenslalom aus. Statt Wettkampf heisst es Training, um sich voll und ganz auf den Slalom zu konzentrieren.

Der Zeitpunkt der Kommunikation lässt vermuten, dass der Verzicht tatsächlich sehr kurzfristig zustande kam. Von irgendwelchen Beschwerden ist nicht die Rede.
Scheinbar scheinen Trainings am Sonntag tatsächlich wichtiger als ein seltenes Olympia-Rennen. Ein mutiger Entscheid – und der richtige?
Eine Antwort gibt es erst am Dienstag. Liefert Holdener im Slalom ab, hat sie alles richtig gemacht. Wenn nicht, bleibt der Riesenslalom-Verzicht ein eher kurioses Thema.

Holdener ist aber erfahren genug, um zu wissen, welche Vorbereitung sie benötigt. Im Slalom hat sie statistisch nun mal deutlich bessere Chancen auf ein Podest.
Ich kann den Entscheid deshalb nachvollziehen – und hoffe, den Verzicht auf ein Olympia-Rennen war es wirklich wert.»

Pascal Moser, stv. Sportchef
«Ich musste kurz auf das Datum schauen, als ich von der kurzfristigen Absage von Wendy Holdener erfuhr. Aber der 1. April liegt doch noch einige Wochen entfernt, es war leider kein Scherz.
Dass der Entscheid erst wenige Stunden vor dem Rennen mitgeteilt wird, hinterlässt einen komischen Beigeschmack. Es scheint, als wäre Holdener am frühen Morgen aufgewacht und hätte gesagt: ‹Heute habe ich keine Lust.›
Eine Anfrage bei Swiss-Ski zu den genaueren Details des Verzichts blieb bislang unbeantwortet.

Klar, Wendy gehört im Riesenslalom schon länger nicht mehr zu den Allerbesten. Eine Medaille wäre wohl ausser Reichweite gewesen. Zweimal fuhr sie im Weltcup aufs Podest, letztmals vor genau sechs Jahren.
Trotzdem: Eine Teilnahme an Olympischen Spielen ist ein grosses Privileg. Viele Sportlerinnen weltweit träumen davon, für die meisten bleibt es für immer ein Traum. Dann kurzfristig nicht zu starten, wirkt seltsam.
Holt Holdener am Mittwoch im Slalom eine Medaille, spricht niemand mehr vom Riesen-Verzicht. Klappt es aber mit dem «Plämpu» nicht, bleibt der fade Beigeschmack.»
















