Fussball-Talk: Freispruch für FCB-Shaq! – FCZ-Hediger am Scheideweg!

Nau Sport
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Bern,

Thun marschiert Richtung Titel, der FCB patzt gegen Lugano – und glaubt noch an den Kübel. Und: Dem FCZ droht ein heisses Derby! Willkommen beim Fussball-Talk.

Fussball-Talk
Ein Thema im Fussball-Talk: Das 1:1 des FCB gegen Lugano. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • YB reagiert mit einem 6:1 über Winti auf die Niederlage in St.Gallen.
  • Der FC Thun reiht den achten Sieg in Serie aneinander und marschiert Richtung Titel.
  • Beim FCB glauben einige Spieler nach dem 1:1 gegen Lugano noch an den Titel.
  • FCZ-Coach Dennis Hediger steht vor dem Derby gegen GC unter Druck.
  • Sportchef Christoph Böhlen und Chefreporter Mischi Wettstein im Gespräch.

Nau.ch: Starten wir beim 1:1 zwischen dem FC Basel und Lugano – wie war es im Joggeli, Mischi?

Mischi Wettstein: Die beiden verschossenen Penaltys von Xherdan Shaqiri werden sicher in Erinnerung bleiben. Aber bei aller Aufregung: Bleibt cool in Basel, es ist nichts passiert. Shaq ist völlig freigesprochen. Er lief letzte Saison über Wasser, führte den FCB zum Double. Er kann noch 100 Penaltys verschiessen und bleibt trotzdem im Plus.

Macht es wie Shaq und nehmt es mit einem Lächeln zur Kenntnis. Denn er musste ja nach seinem Ausrutscher selber schmunzeln.

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Xherdan Shaqiri scheitert doppelt vom Penaltypunkt. - srf

Christoph Böhlen: Shaqs Heldentaten in allen Ehren, Mischi: Aber das war halt schon matchentscheidend. Lugano hätte auf ein 0:2 kaum noch reagieren können. Zudem ist es nicht das erste Mal in dieser Saison, dass der Captain vom Punkt aus scheitert…

Aber was mir viel mehr in Erinnerung geblieben ist: Marvin Akahomen und Kevin Rüegg sprechen beim Interview mit dir tatsächlich noch vom Titel. Wie hast du es geschafft, nicht laut loszulachen?

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Marvin Akahomen im Interview mit Nau.ch. - Nau.ch

Mischi Wettstein: Zuerst ein grosses Kompliment an die Medien-Abteilung beim FC Basel. Ihre Spieler sind sehr gut geschult worden. Ich frage mich aber: Was fühlt ein Spieler, wenn er etwas erzählen soll, an das er tief im Innern kaum noch glauben kann? Jeder, der die Tabelle lesen kann, darf sich zu diesen Aussagen eine eigene Meinung bilden…

Christoph Böhlen: Dass man den Glauben nicht aufgeben will, solange es rechnerisch möglich ist, kann ich noch verstehen. Aber Akahomen sagt: «Thun muss sich warm anziehen»! Diese Aussage ist ja lächerlich. Vielleicht braucht man beim FCB nicht nur Medien-Training, sondern auch Nachhilfe in der Mathematik…

Es sind 18 Punkte – da muss man doch niemanden mehr anlügen. Sogar du hast in deiner Nachspielzeit schon erste Gratulationen ins Berner Oberland geschickt.

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Lugano-Trainer Croci-Torti stimmt eine Lobeshymne für den FC Thun an. - Nau.ch

Mischi Wettstein: Die Laudatio auf den Leader hielt ja auch schon Lugano-Trainer Mattia Croci-Torti an der Pressekonferenz. Was wollen wir da auch gross diskutieren, wir erleben Woche für Woche das Gleiche: Thun gewinnt, alle Verfolger patzen – so auch gestern.

Es ist mittlerweile unvorstellbar, dass Thun noch einbricht. Oder fragen wir doch unsere User: Was ist realistischer: Dass der FCB noch Meister wird – oder die Nati im Sommer Weltmeister wird?

Was ist realistischer?

Christoph Böhlen: Das sehe ich gleich, dem FC Thun können wir vorzeitig gratulieren. Es läuft halt einfach, nicht nur wegen ihrer Siegesserie.

Das Spiel gegen Sion ist das beste Beispiel: Die Walliser sind eigentlich in Form, doch gegen Thun fehlt das Innenverteidiger-Duo Kronig/Hajrizi gesperrt. Zudem sehen die Walliser zweimal Rot. Da reicht dann Thun eben ein Arbeitssieg – dem Leader «chalberet dr Schittstock», wie man bei uns sagt.

Mischi Wettstein: Thun macht es gut – und nutzt die Ruhe im Berner Oberland: Es gibt kaum medialen Druck, es ist ruhig und beschaulich, man kann einfach arbeiten. Und das mit diesem Budget – dieser Leistung gebührt grosse Anerkennung. Und jetzt wurde auch noch der Vereinsrekord mit acht Siegen in Serie erreicht, Chapeau.

FC Thun
Der FC Thun feiert mit den Fans den achten Sieg in Serie. - keystone

Nau.ch: Schliessen wir den Sonntag mit dem 3:3 zwischen Servette und Lausanne ab.

Christoph Böhlen: Den Lausannern und Peter Zeidler täte ein Sieg auch mal wieder gut. Seit dem Start ins Jahr mit den Siegen gegen Servette und YB warten die Waadtländer auf einen Dreier. Jetzt wartet Sigma Olmütz in der Conference und am Sonntag das Auswärtsspiel in Lugano.

Aber Mischi, wir müssen jetzt das Thema wechseln: Ich dachte nach dem Sieg im Kantonsduell geht es mit deinem FCZ aufwärts… Wie erklärst du dir die Klatsche gegen den FCL?

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Wie reagiert Dennis Hediger auf die Klatsche gegen den FC Luzern? - Nau.ch

Mischi Wettstein: (wartet sehr lange mit seiner Antwort) Mir fehlen die Worte, Böhli! Wie kann man so schlecht spielen? Sorry, aber diese Niederlage kann Trainer Dennis Hediger schon zu einem grossen Teil auf seine Kappe nehmen – keine Diskussion!

Es war ein motivationsloser Auftritt, organisatorisch war es ein Hühnerhaufen. Das war zum Fremdschämen! Der FCL könnte zur Pause 5:0 führen und niemand hätte etwas dagegen sagen können.

Warum setzt man nicht auf das Verteidiger-Duo Hack/Vujevic, das gegen Winti zu Null spielt? Man will Belastungssteuerung machen – aber das nach einem Spiel von Hack? Das kommt mir vor, als ob du mich fragen würdest, ob ich nach ein paar Antworten im Fussball-Talk schon eine Pause brauchen würde.

Christoph Böhlen: Ich kenne dich, du hast deine Belastungssteuerung im Griff. Du brauchst noch keine Pause. Darum darfst du mit deiner Abrechnung gerne weiterfahren…

Mischi Wettstein: Danke Böhli. Ein weiteres Beispiel: Was Comenencia in der ersten Halbzeit zeigt, da muss ich mich weit zurückerinnern, dass ein Spieler einen solchen Mist zusammengekickt hat…

Traust du dem FCZ die Top 6 noch zu?

Christoph Böhlen: Ich schliesse daraus: Der Zug für die Top 6 ist für den FCZ aus deiner Sicht abgefahren?

Mischi Wettstein: Ich gehe noch weiter: Gewinnt der FCZ am Samstag das Derby gegen GC nicht, muss man ernsthaft über die Bücher. Und bei einer Niederlage muss man sich überlegen, ob man auf dem Trainerposten nicht doch noch eine Korrektur vornehmen muss.

Denn Hedigers Punkteschnitt würde dann bei 0,88 liegen – das ist völlig unter den Ansprüchen der Fans und den Verantwortlichen. Und der Ton in den sozialen Medien dreht sich auch gegen den Trainer.

FC Zürich
Dennis Hediger trifft mit dem FCZ am Wochenende im Derby auf GC. - keystone

Immerhin: Heute soll noch ein neuer Stürmer kommen – ob das hilft? Aber selbstverständlich traue ich Hediger und seinem Team den Derbysieg zu. Denn schlechter als am Samstag ist unmöglich. Und dass es im Derby eine Bringschuld gibt, ist diskussionslos!

Wer gewinnt das Zürcher Derby?

Christoph Böhlen: Mir kommt der FC Luzern zu kurz, die Innerschweizer schiessen sich gegen deine Zürcher immerhin aus der Krise.

Mischi Wettstein: Nur Geduld, das kommt jetzt dran. Denn: Mein Kompliment der Woche geht, abgesehen von den Glückwünschen für Thun, an Mario Frick. Er stand in dieser Woche unter grossem Druck und holt sieben Punkte – alles richtig gemacht.

Da ziehe ich meinen Hut, denn «lifere» ist immer besser als «lafere» – Chapeau, Mario. Man hat nach dem Spiel gemerkt, dass bei Mario richtig viel Druck von seinem Kessel abgefallen ist.

FC Luzern
Der FC Luzern lässt dem FCZ keine Chance. - keystone

Christoph Böhlen: Das ist verständlich. Aber punkto «lafere»: Er müsste beim TV-Interview dann nicht davon sprechen, dass man auch zweistellig hätte gewinnen können. Das ist doch unnötig, oder? So gut läuft es in dieser Saison nicht, dass man grosse Sprüche spucken muss…

Mischi Wettstein: Apropos grosse Töne: Du sprichst nach dem 6:1 deiner Berner gegen Winterthur sicher schon wieder vom Meistertitel?

Christoph Böhlen: Nein, nein – keine Angst. Der Sieg tut YB bestimmt gut, aber es wissen alle, dass er gegen das schlechteste Team der Liga zustande kam. Bei YB geht es in erster Linie darum, sich die Top 6 zu sichern und konstanter zu werden, alles andere wäre in dieser Saison mittlerweile vermessen.

So gut der Auftritt gegen den FCW war – am letzten Mittwoch zieht YB gegen den FCSG erneut einen schwarzen Tag ein…

YB
Christian Fassnacht trifft beim 6:1-Sieg von YB doppelt. - keystone

Mischi Wettstein: Was mich am YB-Sieg freut: Ich habe vor einer Woche gesagt, dass Christian Fassnacht in die Startelf gehört. Und prompt spielt er in beiden Spielen von Beginn an und erzielt drei Tore. Zudem durchbricht er die 100er-Schallmauer, das hat bei deinen Bernern auch noch nicht mancher geschafft. Herzliche Gratulation, «Fasi»!

Christoph Böhlen: Da schliesse ich mich gerne an, «Fasi» ist das zu gönnen! Aber zurück zum 6:1: Wir sind uns beide einig, dass der FC Winterthur absteigt, oder?

Mischi Wettstein: Da habe ich eine klare Antwort für dich: Ich gebe Winti noch eine kleine Chance! Wenn sie in dieser Woche ihre Heimspiele gegen den Zweiten und den Ersten (FCSG und Thun) gewinnen, dann sehe ich noch Hoffnung. Ansonsten ist bei den sympathischen Rahmen-Boys aber Lichterlöschen.

Mischi Wettstein
Mischi Wettstein ist Fussball-Chefreporter bei Nau.ch. - Nau.ch

Christoph Böhlen: Klar, du glaubst wohl auch noch an den Samichlaus. Aber schön sprichst du den FCSG an, der nach dem Sieg über YB nur zu einem 0:0 gegen GC kommt.

Mischi Wettstein: Klare Sache: Der FC St.Gallen wird nicht Meister. Auch wenn ich Fan von Captain Lukas Görtler bin: GC musst du schlagen, wenn du dranbleiben willst. So hilft aber alles nichts. Gewinnen die Espen am Mittwoch gegen Winti, bleiben sie erster Thun-Verfolger – aber mit 12 Punkten Rückstand.

Dafür ist die Görtler-Truppe mein Top-Favorit auf den Cup-Sieg. Damit könnten die Ostschweizer sicherlich sehr gut leben.

FCSG
Lukas Görtler (links) und der FCSG kommen nach dem Sieg gegen YB nicht über ein 0:0 gegen GC hinaus. - keystone

Nau.ch: Was ist euch sonst noch aufgefallen?

Mischi Wettstein: Darauf habe ich schon gewartet: Bravo, Böhli – deine Aarauer haben bei der Niederlage gegen Ouchy wieder mal eine Chance im Aufstiegsrennen ausgelassen! Aber fairerweise: Die Waadtländer haben Luzern aus dem Cup gekickt und auch Vaduz besiegt. Da ist es keine Überraschung, gehen die Aarauer ohne Punkte nach Hause.

Du bist ja sowieso ein bisschen im Elend, schliesslich läuft es dir in der Bundesliga auch nicht.

Wer steigt direkt in die Super League auf?

Christoph Böhlen: Nur ruhig, das Aufstiegsrennen in der Challenge League wird nicht im Februar entschieden… Aber es ist ein Rückschlag! Und ja, du hast recht: Viel mehr sorge ich mich um «mein» Werder Bremen, dass trotz Trainerwechsel in Richtung Abstiegsränge torkelt…

Mischi Wettstein: Freude herrscht: Drei Spiele, dreimal Startelf, drei Siege für Rici Rodriguez bei Betis Sevilla – der Routinier ist ready für die Nati!

Christoph Böhlen
Christoph Böhlen ist Sportchef bei Nau.ch. - Nau.ch
Super League - Super League: Regular Season (16.02.2026)SpSNUTorePkt
1.FC Thun Berner Oberland LogoFC Thun Berner Oberland25195157:2858
2.FC St. Gallen LogoFC St. Gallen24137445:3043
3.FC Lugano LogoFC Lugano25126741:3043
4.FC Basel LogoFC Basel25117737:3040
5.FC Sion LogoFC Sion25961036:2937
6.BSC Young Boys LogoBSC Young Boys25109651:4936
7.FC Luzern LogoFC Luzern2579948:4730
8.Lausanne-Sport LogoLausanne-Sport2579938:4030
9.FC Zürich LogoFC Zürich25813437:4928
10.Servette LogoServette25610943:5027
11.Grasshopper Club Zürich LogoGrasshopper Club Zürich25412933:4521
12.FC Winterthur LogoFC Winterthur24316528:6714
Super League - Super League: Regular Season (16.02.2026)SpPkt
1.FC Thun Berner Oberland LogoFC Thun Berner Oberland2558
2.FC St. Gallen LogoFC St. Gallen2443
3.FC Lugano LogoFC Lugano2543
4.FC Basel LogoFC Basel2540
5.FC Sion LogoFC Sion2537
6.BSC Young Boys LogoBSC Young Boys2536
7.FC Luzern LogoFC Luzern2530
8.Lausanne-Sport LogoLausanne-Sport2530
9.FC Zürich LogoFC Zürich2528
10.Servette LogoServette2527
11.Grasshopper Club Zürich LogoGrasshopper Club Zürich2521
12.FC Winterthur LogoFC Winterthur2414

Kommentare

User #3864 (nicht angemeldet)

Shaq ist ein SUPERSTAR

User #4885 (nicht angemeldet)

11 Ausrufezeichen im Fliesstext plus die gewohnten 2 in der Überschrift. Werdet ihr pro Ausrufezeichen bezahlt?

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