Olympia 2026: IOC verteidigt Merchandise mit Nazi-Olympia 1936
Zu Olympia 2026 in Mailand und Cortina wird im offiziellen Fan-Shop ein T-Shirt im Design der Spiele in Nazi-Deutschland 1936 verkauft. Das IOC verteidigt sich.

Das Wichtigste in Kürze
- Das IOC verkauft im offiziellen Olympia-Fanshop T-Shirts mit Motiven der Nazi-Spiele 1936.
- Gegenüber der deutschen «Zeit» verteidigt das IOC die Motive.
- Man sei sich der Geschichte bewusst; zudem wolle man seine Markenrechte schützen.
Es ist kein guter Tag für das Internationale Olympische Komitee: Am Donnerstagmorgen setzte sich das IOC mit einer Disqualifikation in die Nesseln. Der Ukrainer Vladyslav Heraskevych wurde wegen seines Helms vom Skeleton-Wettkampf ausgeschlossen. Darauf waren Fotos von durch die russische Invasion getöteten Sportlern zu sehen.
Und nun setzt es direkt den nächsten Shitstorm: Im offiziellen Fan-Shop verkauft das IOC pünktlich zu Olympia 2026 eine sogenannte «Heritage Collection». Dabei handelt es sich um Merchandise mit Bildern und Designs von Spielen aus der Vergangenheit. Ob Calgary 1988, Cortina d'Ampezzo 1956 oder Paris 1900 – alles ist vertreten.
Wirklich alles – denn auch ein T-Shirt mit einem Design der Olympischen Spiele 1936 ist erhältlich. Die Wettkämpfe hatten damals in Berlin stattgefunden – unter dem nationalsozialistischen Hitler-Regime. Auch ein Motiv der Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen gibt es.
Sowohl die Sommer- als auch die Winterspiele dienten intensiv der nationalsozialistischen Propaganda. Gegenüber der deutschen «Zeit» verteidigt das IOC vor allem das Berlin-Motiv: Man erkenne «selbstverständlich die historische Problematik der NS-Propaganda im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin» an.
IOC verteidigt Nazi-Olympia-Motive
«Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen: In Berlin kämpften 4'483 Athleten aus 49 Ländern in 149 Wettbewerben um Medaillen», zitiert die «Zeit». Im Olympischen Museum in Lausanne erkläre man die problematischen historischen Zusammenhänge genauer. Zudem wolle das IOC mit den Motiven «seine Markenrechte schützen».

Direkt über die Suchfunktion sind die T-Shirts auf der IOC-Website aktuell nicht auffindbar. Sucht man sie über eine Suchmaschine, tauchen sie dort noch auf. Allerdings sind sie aktuell ausverkauft. Ob wegen grosser Nachfrage, oder weil das IOC doch ein Gewissen besitzt, ist fraglich.


















