Streik

Streik der Crews zwingt Lufthansa an den Boden

Keystone-SDA
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Deutschland,

Zeitgleiche Streiks von Piloten und Flugbegleitern haben die Lufthansa zu grossen Teilen auf den Boden gezwungen. Deutschlands grösste Fluggesellschaft musste am Donnerstag nach eigenen Angaben knapp 800 Flüge mit zusammen rund 100'000 Fluggästen streichen.

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Lufthansa - keystone

Der Ausstand sollte noch den gesamten Tag bis Mitternacht andauern. Besonders stark waren die Auswirkungen an den Drehkreuzen München und Frankfurt spürbar. Eine Lösung der Konflikte, die hinter den Streiks stehen, zeichnet sich nicht ab.

Nach Angaben des Flughafenbetreibers wurden allein in Frankfurt 450 von 1117 geplanten Flügen abgesagt. Die Zahlen beziehen sich auf sämtliche Airlines, die grosse Masse der Ausfälle ist aber der Lufthansa zuzurechnen. In München wurden von 920 geplanten Flügen 275 gestrichen. Auch an anderen Flughäfen kam es zu Ausfällen.

«Der ganztägige Streik der Gewerkschaften Ufo und Vereinigung Cockpit (VC) am heutigen Donnerstag, 12. Februar, trifft unsere Fluggäste extrem hart und unverhältnismässig», teilte das Unternehmen am Mittag mit.

Die VC will für rund 4800 Pilotinnen und Piloten höhere Betriebsrenten erreichen, während die Kabinengewerkschaft Ufo mit einem Warnstreik neue Verhandlungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft und der von der Schliessung bedrohten Regionaltochter Cityline erzwingen will. Dort stehen 800 Jobs auf dem Spiel.

Die diversen Tarifkonflikte bei der Swiss-Mutter scheinen festgefahren zu sein. VC-Chef Andreas Pinheiro jedenfalls schloss weitere Streiks für höhere Betriebsrenten nicht aus. «Als Gewerkschaft haben wir nicht viele Mittel ausser dem Arbeitskampf. Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter.»

Dass Lufthansa-Piloten im Schnitt schon nach den bisherigen Regelungen mit einer weit überdurchschnittlichen Rente von monatlich 8'400 Euro in den Ruhestand gehen, stört den Gewerkschafter nicht. Im Vergleich mit den Kollegen anderer europäischer Airlines befänden sich die Lufthansa-Piloten im unteren Mittelfeld.

Lufthansa-Arbeitsdirektor Michael Niggemann hatte die Forderungen beider Gewerkschaften bereits am Mittwoch als unbezahlbar zurückgewiesen und auf die schlechte wirtschaftliche Performance der Lufthansa-Kerngesellschaft hingewiesen. Die grösste Airline der Gruppe steckt mitten in einer harten Sanierung, nachdem sie 2024 in die Verlustzone geflogen war.

Die Chancen auf eine umfassende Einigung scheinen gering: Das fliegende Personal reibt sich seit Jahren an der Strategie, mit neu gegründeten Flugbetrieben (AOC) die etablierten Airlines samt ihrer gut dotierten Arbeitsplätze unter Druck zu setzen. Aus Sicht des Unternehmens ist gerade die Kerngesellschaft Lufthansa zu teuer.

Die neuen AOCs sollen touristische Flüge (Discover) und Zubringerverkehr (City Airlines) mit billigeren Crews kostengünstiger gestalten. Dort werden dann auch neue Flugzeuge eingesetzt oder sogar von den Altgesellschaften hin verlagert.

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