Start Kranzfestsaison: So steht es um die Berner Schwinger
Am Sonntag beginnen mit dem Emmentalischen Schwingfest die Kranzfeste. Das sind die grössten Berner Trümpfe der Schwing-Saison.

In den letzten Jahren war die Ausgangslage stets ähnlich. Fabian Staudenmann, seit drei Saisons immer Sieger der Jahreswertung und an jedem Fest, egal ob mit eidgenössischer oder «nur» kantonaler Konkurrenz «l’homme à battre», steigt als Topfavorit in die Saison.
Dies ist auch im Jahr nach dem Eidgenössischen nicht anders.

Staudenmann hat aber festgestellt, dass die Konkurrenz zahlreicher geworden ist: «Ich bin topfit und voller Energie, die Vorfreude ist gross.»
Seinen Fokus hat er im letzten Winter weniger auf Athletik, sondern vielmehr auf die Perfektionierung der Technik gelegt, auch wenn es hier für den aussenstehenden Betrachter nur noch wenig Verbesserungsmöglichkeiten gibt.
Walther und Moser
War es in den vergangenen Jahren vor allem dem zweifachen Eidgenossen Adrian Walther aus Habstetten vorbehalten, den dreifachen Eidgenossen Staudenmann zu fordern, so ist jetzt das Top-Duo zu einem Top-Trio gewachsen.
Der Emmentaler Michael Moser, im letzten Jahr Eidgenosse geworden und Sieger am Emmentalischen in Burgdorf und am Kantonalen in Langnau, hat am Wislisau-Schwinget im Anschwingen und im Schlussgang gegen Staudenmann gestellt, lachender Dritter und Sieger wurde in Riggisberg Adrian Walther.

Moser, der Shooting-Star des Jahres 2025, hat schon verschiedentlich bewiesen, dass er mit den beiden Dominatoren der letzten Jahre auf Augenhöhe schwingt und auch gegen sie mit Siegeschancen in den Sägemehl-Ring steigt.
Ledermann und weitere Schwarzenburger
Michael Ledermann, im Vorjahr Sieger am Seeländischen und am Eidgenössischen trotz eines gerissenen Kreuzbandes auf dem hervorragenden 4. Schlussrang, ist ein weiterer Berner mit hohen Ambitionen.
Die Armada des Schwingklubs Schwarzenburg stellt eine Reihe von Ausnahmekönnern, die jederzeit für mehr als «nur» den Kranzgewinn fähig sind.
Hinter Staudenmann und Ledermann sind vor allem Lorenz Berger, Nicolas Zimmermann und der noch verletzte Lukas Renfer zu beachten.
Mit den Eidgenossen Matthias Aeschbacher, Christian Gerber, Adrian Klosser, Patrick Gobeli und den Gebrüdern Etienne und Matthieu Burger wollen weitere Trümpfe des nach wie vor stärksten Teilverbands, dem Bernisch Kantonalen, für Schlagzeilen sorgen.
Dazu gehören auch der dreifache Eidgenosse Bernhard Kämpf (SK Thun), sofern er vor Verletzungen verschont wird und Fabio Hiltbrunner, der Co-Sieger am Eidgenössischen Jubiläumsfest in Appenzell.
Emmentalisches ohne Staudenmann
Fabian Staudenmann hat sich sein Jahresprogramm sehr sorgfältig und überlegt zusammengestellt. So verzichtet er beispielsweise auf die Teilnahme am ersten Kranzfest, dem Emmentalischen und auf den Schwarzsee-Bergschwinget, nimmt aber erstmals wieder seit 2023 auf dem Brünig teil.
Gelingt ihm ein Sieg, ist er der Einzige neben Martin Grab, der es geschafft hat, in seiner Karriere alle sechs Bergfeste gewonnen zu haben.
Schwingen statt YB
Besonders spannend dürfte in diesem Jahr das Kantonale im Wankdorf werden. Dort, wo sonst die gelb-schwarzen YB-Farben dominieren und Jörg Abderhalden vor 28 Jahren das Eidgenössische gewann, werden die «bösen» Mannen in die Zwilchhosen steigen, und dies vor einer rekordverdächtigen Kulisse für ein Kantonalfest.
Nur noch wenige Plätze sind bereits jetzt, gut zwei Monate vor dem Fest, erhältlich. Neben den stärksten Bernern werden auch hochkarätige Gäste um den Siegermuni kämpfen.
Gemeldet sind unter anderem Lario Kramer, Samuel Giger, Werner Schlegel und Curdin Orlik.
INFO
Die Erfolgreichsten am Mittelländischen
Rudolf Hunsperger 6 Siege
Johann Santschi 5 Siege
Fabian Staudenmann 4 Siege
Fritz Uhlmann 3 Siege
Die Erfolgreichsten am Emmentalischen
Fritz Uhlmann 7 Siege
Niklaus Gasser 5 Siege
Silvio Rüfenacht und Matthias Sempach je 4 Siege
Top-Trio am Mittelländischen
In Stettlen, am Mittelländischen Schwingfest, greift am 10. Mai das Berner Top-Trio Staudenmann/Walther/Moser erstmals in dieser Saison an einem Kranzfest gemeinsam zusammen.
Welcher der drei «Bösen» sich am Abend als Sieger feiern lassen kann oder ob es gar einen «lachenden Vierten» gibt – es ist bei der Dichte an Klasseschwingern beinahe unmöglich, eine Voraussage zu machen, auch wenn Staudenmann nach wir vor die «Crème de la créme» der Berner Schwinger anführt.
Wie am Mittelländischen wird das Spitzen-Trio auch am Kantonalen in Bern, auf der Rigi und am Saisonhöhepunkt, dem nur alle sechs Jahre stattfindenden Kilchberger, wo nur die 60 stärksten Schwinger des Landes mitmachen dürfen, gemeinsam auf der Teilnehmerliste stehen.












