Berner SP-Nationalräte setzen sich für Sport-Unterricht ein
Der Bund will die Vorgabe von drei Sport-Lektionen pro Woche fallen lassen. Das sorgt für Empörung im Parlament.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der Bund soll den Kantonen keine Vorgaben betreffend Schulsport mehr machen.
- So ist es gemäss dem Projekt «Entflechtung 27» vorgesehen.
- Doch Berner SPler warnen: Sport ist elementar für die Entwicklung der Kinder.
Bund und Kantone wollen im Rahmen des Projekts «Entflechtung 27» ihre Aufgaben bündeln. So auch beim einzigen Schulfach, für das der Bund Vorgaben macht: dem Sport. Nichts als logisch, dass das national geltende Obligatorium von drei Stunden Schulsport pro Woche gestrichen werden soll.
SP-Schmezer: «Falsches Signal»
«Nein, das macht überhaupt keinen Sinn», sagt der Berner SP-Nationalrat Ueli Schmezer. Die Kantone würden auch nicht einfach ohne Bundesvorgabe so weitermachen wie bisher, erklärt Sportwissenschaftlerin und Nationalrätin Andrea Zryd (SP/BE): «Denn der Lehrplan, auf den sie sich berufen, ist eben eine Richtlinie und nicht verbindlich.»
Es brauche eine Verpflichtung, dass alle Kinder in jedem Kanton drei Lektionen Sport an der Schule hätten, so Zryd. «Sonst wird das auseinanderfallen: Es wird heissen, wir haben keine Infrastruktur, keine Fachkräfte und so weiter.»
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Schmezer warnt vor einem falschen Signal an die Kantone. «Wir sind eine Gesellschaft, die sich viel zu wenig bewegt. Dass wir uns im Leben genug bewegen und gesund bleiben – geistig und körperlich – das beginnt halt in der Kindheit. Wenn wir nun die Kinder sich noch weniger bewegen lassen, wird das fatale Folgen haben.»
Verbände gehen auf Barrikaden
Bewegung sei für die Entwicklung der Kinder wichtig, bestätigt auch Sportwissenschaftlerin Zryd. «Nicht nur physisch, auch psychisch, die Sozialkompetenzen werden gestärkt.»
Wenn der Kanton Bern drei Stunden Sport pro Woche mache, die Waadt nur zwei, andere nur ein Sportlager: «Das ist eine Chancenungleichheit und das ist nicht korrekt», mahnt Zryd.

Zudem, gibt Nationalrat Schmezer zu bedenken: Unter dem Strich werde weniger Sport wohl teurer, wegen der Gesundheitskosten. «Statt dass man jetzt Geld ausgeben würde für ein paar Turnhallen.»
«Wir sind eine übergewichtige Gesellschaft, da werden die Weichen in der Kindheit gestellt», warnt Schmezer. Sowohl er wie auch Parteikollegin Zryd haben Fragen an Sportminister Martin Pfister eingereicht. Je nach Antwort könnten weitere Schritte folgen.
«Ich kann Ihnen garantieren, dass die Verbände auf die Barrikaden gehen werden», weiss Nationalrätin Zryd: Sie verweist auf die Petition des Schweizerischen Verbands für Sport in der Schule (SVSS).
Diese haben innert drei Tagen bereits über 15'000 Personen unterzeichnet. «Wir werden sonst auch vors Volk gehen – wir lassen nicht locker», warnt Zryd.












