Formel 1: Vier Top-Teams, enges Mittelfeld und klare Schlusslichter
In zwei Wochen startet die Formel 1 in Australien in die neue Saison. An der Spitze winkt ein packender Vierkampf. Zwei Nachzügler dürften hinterherfahren ...

Das Wichtigste in Kürze
- Kommende Woche startet die Formel 1 in Australien in die neue Saison.
- Nach den Testfahrten gibt es noch kein klares Bild – aber erste Tendenzen.
- Nau.ch wagt eine erste Einschätzung der Kräfteverhältnisse für 2026.
Sechs offizielle Testtage in Bahrain, dazu der private Shakedown in Barcelona: Die Formel 1 hat vor dem Saison-Auftakt in Australien kommende Woche reichlich Testkilometer abgespult. Die Vorbereitung auf die neue Ära mit dem intensiv überarbeiteten Reglement ist bei vielen Teams weitgehend erfolgreich verlaufen.
Eines ist klar: Alle Karten auf den Tisch gelegt hat bisher noch keines der Teams. Vor allem die Top-Mannschaften wie Mercedes und Ferrari dürften unter anderem ihre Motoren ein Stück weit heruntergedreht haben. Ein ganz klares Bild der Kräfteverhältnisse gibt es damit wohl erst nach dem Qualifying in Melbourne nächsten Samstag.

Aber die Testfahrten der Formel 1 in Bahrain, insbesondere die vergangene Woche, lassen schon einige Rückschlüsse zu. Und auch, wenn diese noch mit einiger Vorsicht zu geniessen sind: Hier ist eine erste vorsichtige Einschätzung der Kräfteverhältnisse in der Formel 1 in der neuen Saison.
Vier Teams kämpfen an der Spitze
Die «grossen Vier» der letzten Jahre scheinen den grossen Reglements-Reset weitgehend unbeschadet überstanden zu haben. Ganz vorne gilt Mercedes nach den Testfahrten als der klare Favorit: Der neue W17 erwies sich als (weitgehend) zuverlässig und schnell. Und auf Motoren-Seite haben die Silberpfeile wohl noch nicht alles ausgereizt.

Dahinter hat sich Ferrari in Bahrain zur zweiten Kraft aufgeschwungen. Die Scuderia überraschte mit ihrem spektakulären rotierenden Heckflügel. Insgesamt wirkt der SF-26 wie ein aerodynamisch enorm ausgefeiltes Paket. Und die Raketen-Starts – die Folge einer cleveren Turbo-Lösung – sind eine Geheimwaffe.
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Und auch McLaren und Red Bull dürften dieses Jahr wieder vorne mitmischen. Das Weltmeister-Team hatte in der Vorbereitung kleinere Sorgen bei der Standfestigkeit, wirkt aber insgesamt gut aufgestellt. Bei den Bullen steht hinter der Zuverlässigkeit des neuen RB-Ford-Motors noch ein Fragezeichen. Das Paket macht aber einen starken Gesamteindruck.
Enges Mittelfeld in der Formel 1
Im Mittelfeld der Königsklasse bahnt sich ein Fünfkampf an – wohl mit streckenabhängigen Fluktuationen. Einen sehr soliden Eindruck machte Alpine, wo der Wechsel zum Mercedes-Antrieb Hoffnung macht. In Bahrain schien der französische Rennstall das insgesamt wohl eng gestaffelte Mittelfeld anzuführen.

Ebendiesem Mittelfeld gehören – so der Gesamteindruck der Testfahrten – auch Haas und die Racing Bulls an. Der US-Rennstall und das Red-Bull-Juniorenteam liessen bei den Tests selten aufhorchen. Haas glänzte aber dank Ferrari-Antrieb mit ähnlichen Raketenstarts wie die Scuderia. Das könnte ein Erfolgsfaktor im Kampf um Top-Ten-Plätze werden.

Insgesamt positiv war der Eindruck auch bei Williams - trotz verpasstem Shakedown. Der FW48 soll zwar etwas Übergewicht mit sich herumschleppen, sollte bis Australien aber schon etwas abgespeckt haben. Und dank Mercedes-Antrieb ist der britische Rennstall zumindest auf Motoren-Seite bärenstark aufgestellt.
Fährt nicht nur der Newcomer hinterher?
Zwischen Mittelfeld und den klaren Nachzüglern klafft ein kleines Niemandsland – und dort dürfte Audi landen. Der deutsche Hersteller – das ehemalige Schweizer Sauber-Team – hatte bei den Tests mit der Standfestigkeit zu kämpfen. Für einen komplett neu entwickelten Motor machte das Paket aber einen vergleichsweise guten Eindruck.

Wie schief die Dinge mit einem nagelneuen Antrieb laufen können, zeigt Aston Martin: Der neue Honda-Motor ist ein handfestes Debakel, das britische Team konnte kaum Kilometer abspulen. Auch die erste eigene Getriebe-Entwicklung scheint in die Hose gegangen zu sein. Auf Fernando Alonso und Star-Teamchef Adrian Newey kommt ein hartes Jahr zu ...

Das klare Schlusslicht, noch hinter dem fragilen Aston Martin, ist Neuzugang Cadillac. Der US-Rennstall hat die Erwartungen bei den Testfahrten aber durchaus übertroffen: Das erste eigene Auto lief – für ein komplett neues Team – vergleichsweise zuverlässig. Die Hoffnung, in der Formel 1 nicht hoffnungslos hinterherzufahren, dürfte Cadillac also erfüllen.
















