Formel 1: Entscheidet Motoren-Machtkampf über Verstappens Zukunft?
In der Formel 1 wird über eine Anpassung des Motoren-Reglements ab 2027 diskutiert. Das beeinflusst auch die Entscheidung von Max Verstappen über seine Zukunft.

Das Wichtigste in Kürze
- Wird der angedrohte Rücktritt von Max Verstappen auch zum politischen Spielball?
- Die Konkurrenz von Red Bull stellt sich gegen die geplanten Motoren-Änderungen.
- Verstappen hat angedeutet: Bleibt alles beim Alten, könnte er sich 2027 verabschieden.
Nach dem verkorksten Saisonstart hat die Formel 1 während der Zwangspause im April an den Stellschrauben im neuen Reglement gedreht. Nachdem den Grand-Prix-Rennern zu Saisonbeginn regelmässig die Puste ausging, wurde nachgebessert. Und das mit Erfolg: Mittlerweile sind die Autos deutlich weniger kurzatmig als noch beim Saison-Auftakt.
Trotzdem wird für 2027 über weitere Anpassungen im Reglement verhandelt. Konkret soll die Leistung zwischen Verbrennungsmotor und Elektro-Antrieb umverteilt werden. Aktuell teilen sich beide Komponenten die Power im Verhältnis 50:50 auf. Für die nächste Saison soll der Verbrenner rund 60 Prozent der Leistung liefern, um die Batterien zu entlasten.

Eine Änderung, die Max Verstappen für seine persönliche Zukunft als entscheidend betrachtet. Der vierfache Weltmeister ist unter den schärfsten Kritikern des neuen Reglements, warnte schon 2023 vor den Batterie-Problemen. Und hielt sich auch seit Saisonbeginn nicht mit seiner Kritik zurück.
Verstappen ist Fan der Motoren-Pläne für 2027
Der Holländer stellte sogar einen frühen Rücktritt in Aussicht – denn Spass mache ihm die neue Formel 1 nicht. Kein Wunder also, dass Verstappen in die Diskussionen um eine Anpassung des Motoren-Reglements für 2027 intensiv eingebunden war. Und die Verschiebung der Leistungs-Verhältnisse galt als ansprechend für den Superstar.

«Das geht definitiv in eine sehr positive Richtung», sagte der Ex-Weltmeister noch am Donnerstag vor dem Kanada-GP. «Das ist eigentlich das Minimum dessen, was ich mir erhofft hatte.» Doch jetzt könnte die Konkurrenz ihm diese Vorfreude verhageln – und seine Karriere-Pläne beeinflussen.
Hersteller in der Formel 1 sind gespalten
Zwar stehen sowohl Red Bull – mit Motorenpartner Ford – als auch Mercedes hinter den Plänen für 2027. Nicht unerheblich – schliesslich ist das neben Verstappens aktuellem Arbeitgeber auch jenes Team, das seit Jahren um ihn wirbt. Aber Ferrari, Audi und auch Honda sollen sich gegen die Regel-Anpassungen stellen.

Und das ist vor allem bei Audi durchaus verständlich, schliesslich hätten die Änderungen massive Konsequenzen. Nicht nur die Motoren, auch Kühlung und Chassis müssten umfassend angepasst werden. Ein grosser Teil der Investitionen, die eigentlich bis 2030 tragen sollten, wären dann hinfällig – ein Millionenverlust für die Hersteller.
Hersteller könnten über Verstappen-Zukunft entscheiden
Könnte damit also die Konkurrenz über die Zukunft von Verstappen in der Formel 1 entscheiden? «Wenn es bleibt, wie es ist, wird 2027 ein sehr langes Jahr», so Verstappen nach dem Kanada-Qualifying. «Ich glaube, dass das mental für mich absolut nicht machbar ist», legte der Holländer nach.

Zumal der vierfache Weltmeister seinen Spass längst abseits der Formel 1 gefunden hat. 2027 will er einen weiteren Angriff auf den Gesamtsieg bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring lancieren. Und auch einen Start bei den 24 Stunden von Le Mans visiert er an. Red-Bull-Partner Ford bringt 2027 ein eigenes Hypercar an den Start ...
















