Formel 1: Plant Aston Martin in Australien ein Forfait?
Die Lage bei Aston Martin ist vor dem Saisonstart der Formel 1 offenbar ernst: Die Honda-Motoren überstehen keine Renndistanz. Gibt man vorzeitig auf?

Das Wichtigste in Kürze
- Aston Martin muss seine Autos beim F1-Saisonauftakt womöglich zurückziehen.
- Die neuen Honda-Triebwerke überstehen aller Voraussicht nach keine Renndistanz.
- Honda hat einen Krisenstab ins Leben gerufen.
Aston Martin droht beim Saisonstart der Formel 1 in Australien eine handfeste Blamage: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge plant der britische Rennstall beim Melbourne-GP am Sonntag ein «Forfait». Grund dafür ist der untaugliche Honda-Motor im Heck des AMR26.
Das japanische Triebwerk erwies sich in der Saisonvorbereitung als Reinfall. Weder Fernando Alonso noch Lance Stroll schafften an einem der sechs Testtage in Bahrain eine komplette Renndistanz. Wegen Teilemangel konnte man am letzten Tag sogar nur sechs Runden zurücklegen.

Mittlerweile hat Honda einen eigenen Krisen-Stab ins Leben gerufen, um das Debakel in den Griff zu bekommen. Zumindest die Ursache scheint gefunden: Im Renntempo treten starke Vibrationen auf, die das Batteriepaket beschädigen. Bereits nach wenigen Runden gibt die Hybrid-Einheit dann den Geist auf.
PR-Debakel für Aston Martin in der Formel 1
Die Lage ist so prekär, dass man bei Aston Martin nicht daran glaubt, die Renndistanz in Melbourne zu überstehen. Stattdessen ist nun offenbar ein taktischer Rückzug geplant: Die Autos sollen im Qualifying nur eine möglichst schnelle Runde absolvieren, um die 107-Prozent-Hürde zu erreichen. Sonst droht im schlimmsten Fall sogar ein Startverbot.

Am Australien-GP der Formel 1 will Aston Martin dann aber nicht teilnehmen: Alonso und Stroll sollen lediglich die Aufwärmrunde absolvieren und das Auto im Anschluss an der Box parkierren. So vermeidet das Team eine hohe Geldstrafe, die im Concorde-Agreement der Königsklasse für Startverweigerung festgelegt wäre.
Fernando Alonso und der «Honda-Fluch»
Das Honda-Debakel ist ein katastrophaler Rückschlag für Aston Martin, wo man für 2026 enorme Hoffnungen hatte: Mit Star-Designer Adrian Newey – mittlerweile auch Teamchef – war ein Angriff auf die Top-Teams geplant. Stattdessen droht eine noch grössere Blamage als bei Hondas missglückter McLaren-Zusammenarbeit zwischen 2015 und 2017.

Die fast schon ironische Parallele dabei: Auch 2015 war ausgerechnet Fernando Alonso der Leidtragende. Damals fehlte dem Honda-Aggregat so viel Leistung, dass der zweifache Weltmeister am Funk einige legendäre Sprüche ablieferte. Unter anderem bezeichnete er das Triebwerk als «GP2-Motor» – Stand jetzt wäre wohl sogar ein solcher ein Fortschritt ...
















