Alexander Zverev in Paris jetzt grosser Favorit – Becker schwärmt
An den French Open ist Alexander Zverev plötzlich der grosse Titel-Favorit. Kann der 29-jährige Deutsche sein Grand-Slam-Trauma doch noch überwinden?

Das Wichtigste in Kürze
- Vieles deutet in Roland-Garros auf den ersten Major-Titel von Alexander Zverev hin.
- Ohne Alcaraz, Sinner und Djokovic ist der Deutsche mittlerweile der grosse Favorit.
- Gelingt der Weltnummer 3 mit 29 Jahren endlich der ganz grosse Wurf?
- Boris Becker ist optimistisch gestimmt und nennt Zverevs Niveau «absolute Weltklasse».
Noch zwei Siege fehlen Alexander Zverev zu seinem ersten Grand-Slam-Titel. Allerdings: An diesem Punkt stand der Deutsche bereits zehnmal – die Trophäe gewann er nie. Doch diesmal geht Zverev als grosser Favorit in die Halbfinals.
French-Open-Rekordsieger Rafael Nadal ist zurückgetreten, Titelverteidiger Carlos Alcaraz fehlt verletzt. Dazu kommt das frühe Out von Weltnummer 1 Jannik Sinner und Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic.

So wird Zverev als konstante Weltnummer 3 plötzlich zum haushohen Favoriten. Während sich in Roland-Garros die Ereignisse mit zahlreichen Fünfsatz-Partien überschlagen, zieht der Deutsche bisher souverän durch sein Programm durch.
Becker lobt Zverev-Leistung: «Unglaubliches Tennis»
Im Viertelfinal schlägt er den spanischen Shootingstar Rafael Jodar 7:6, 6:1, 6:3. Bei «Eurosport» schwärmt Boris Becker im Nachgang: «Das war unglaubliches Tennis, absolute Weltklasse. Viel besser habe ich ihn noch nicht gesehen.»

Elf Stunden und 42 Minuten hat Alexander Zverev für seine fünf Siege in Paris bisher gebraucht. Zum Vergleich: Halbfinal-Gegner Jakub Mensik (20) stand mehr als vier Stunden länger auf dem Platz. Auch das könnte noch zum entscheidenden Vorteil werden.
Bei den French Open schon einmal kurz davor
Nach seinem Viertelfinal-Sieg setzt Alexander Zverev zunächst zum grossen Jubel an, bricht diesen dann aber wieder ab. Becker interpretiert: «Er hat gerade gemerkt: Das Turnier ist noch nicht vorbei.»

Im Interview nach dem Spiel sagt Zverev dann auch: «Es ist gut, im Halbfinale zu sein. Aber ich will die Matches, die vor mir liegen, auch noch gewinnen!» Zu oft scheiterte der Deutsche bereits mit der Ziellinie vor Augen – auch an den French Open.
Bereits vor zwei Jahren stand Zverev in Roland-Garros im Final. Nach verlorenem Startsatz drehte er die Partie gegen Carlos Alcaraz mit 6:2 und 7:5. Ein Satz fehlte zum Titel. Dann brach Zverev völlig ein und gab den Final mit 1:6 und 2:6 aus der Hand.
Becker über Zverev: «Hat daraus gelernt»
Noch bitterer verlief sein Grand-Slam-Finaldebüt an den US Open 2020. Er verlor den Final gegen Dominic Thiem, nachdem er die ersten beiden Sätze gewonnen hatte. Im Entscheidungssatz führte Zverev mit Break, verlor am Ende aber 6:8 im Tiebreak.

Seither jagt der Deutsche vergeblich seinen ersten Major-Titel. Dabei hat er ansonsten alles gewonnen: Olympia 2021, zweimal die ATP-Finals und sieben Masters-1000-Turniere. Zverev gilt als erfolgreichster Spieler der Open Era ohne Grand-Slam-Triumph.
Diesen unrühmlichen Titel könnte er nun ablegen. Wird Alexander Zverev der Favoritenrolle gerecht – oder steht ihm erneut der Kopf im Weg? Boris Becker ist optimistisch: «Er hat alle Situationen als Tennisspieler erlebt und daraus gelernt.»
















