Formel 1 passt Regeln für 2026 an – das ändert sich ab Miami
Bereits beim nächsten Rennen der Formel 1 kommen neue Regeln zum Einsatz. Die Energierückgewinnung im Qualifying wird zurückgesetzt.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Formel 1 reagiert auf den Saisonstart und passt einige Regeln an.
- Am 3. Mai werden einige Anpassungen bereits Anwendung finden.
Die Formel 1 hat Anpassungen an den Regeln für die Saison 2026 beschlossen.
Bei einem Online-Meeting einigten sich der Automobilweltverband FIA, Teamchefs, Hersteller von Antriebseinheiten und die Formel-1-Geschäftsführung FOM auf eine Reihe von Änderungen. Das schreibt die FIA in einer offiziellen Mitteilung.
Die Vorschläge basieren auf Daten aus den ersten drei Rennen der laufenden Saison. Zudem floss in den vergangenen Wochen das Feedback von Fahrern und technischen Vertretern in die Diskussionen ein.
Die 2026er-Regeln waren ursprünglich gemeinsam von FIA, Teams und Herstellern erarbeitet worden.
Die meisten Änderungen sollen bereits beim Grand Prix von Miami am 3. Mai in Kraft treten. Eine Ausnahme bilden die Anpassungen für Rennstarts.
Diese werden in Miami zunächst nur getestet und erst nach Auswertung offiziell eingeführt. Voraussetzung ist noch eine Abstimmung im sogenannten FIA WMSC – dem höchsten Entscheidungsgremium des Verbandes.
Neue Energieregeln verändern das Fahren im Qualifying
Im Qualifying wird die Energierückgewinnung angepasst. Die maximal erlaubte Aufladung wird von 8 auf 7 Megajoule reduziert. Megajoule ist eine Einheit für Energie. Ziel ist es, weniger übermässiges «Harvesting» – also das Einbremsen zur Energierückgewinnung – zu fördern. Die Fahrer sollen öfter Vollgas fahren können.
Gleichzeitig wird die Spitzenleistung des sogenannten Superclip von 250 auf 350 Kilowatt erhöht. Der Superclip bezeichnet jenen Moment, in dem das Fahrzeug die volle elektrische Leistung abruft. Dieser Effekt soll künftig nur noch etwa zwei bis vier Sekunden pro Runde dauern. Die erhöhte Leistung gilt auch im Rennen.
Zusätzlich wird die Zahl der Rennen, bei denen niedrigere Energielimits gelten dürfen, von 8 auf 12 erhöht. So kann das Reglement besser an verschiedene Streckeneigenschaften angepasst werden.
Sicherheitsmassnahmen sollen Rennen kontrollierbarer machen
Im Rennen selbst wird der Boost auf maximal 150 Kilowatt begrenzt. Damit sollen grosse Leistungsunterschiede zwischen Autos in kurzer Zeit reduziert werden. Das soll die Sicherheit erhöhen.
Der Elektromotor an der Hinterachse bleibt in Beschleunigungszonen bei 350 Kilowatt. Dazu zählen Kurvenausfahrten, Bremspoints und Überholzonen. In anderen Streckenabschnitten ist er auf 250 Kilowatt begrenzt. So sollen Überholmanöver weiterhin möglich bleiben, ohne dass die Geschwindigkeitsunterschiede zu gross werden.
Für den Rennstart wird ein neues System eingeführt. Es erkennt automatisch, wenn ein Auto nach dem Anfahren ungewöhnlich langsam beschleunigt.
In einem solchen Fall aktiviert das System selbstständig den Elektromotor, um einen Mindestschub zu gewährleisten. Einen sportlichen Vorteil soll das nicht bringen. Zudem blinken dann die Rück- und Seitenlichter des betroffenen Autos, um nachfolgende Fahrer zu warnen.
Regenfahrten werden sicherer und übersichtlicher
Auch für Regenrennen gibt es Neuerungen. Auf Wunsch der Fahrer werden die Wärmblankets für Intermediate-Reifen – das sind Reifen für leicht nasse Bedingungen – auf höhere Temperaturen eingestellt. Das verbessert den Grip zu Beginn, also die Bodenhaftung der Reifen.
Die maximale Leistung des ERS – des Energierückgewinnungssystems – wird bei Nässe reduziert. ERS steht für Energy Recovery System und bezeichnet die Technik, mit der Bremsenergie in elektrischen Strom umgewandelt wird. Weniger ERS-Leistung bedeutet mehr Kontrolle auf rutschigem Untergrund.
Ausserdem wurden die Rücklichtsysteme vereinfacht. Die Lichtsignale sollen klarer und einheitlicher sein, damit Fahrer bei schlechter Sicht schneller reagieren können.
Hintergrund: Die neuen Formel-1-Regeln für 2026
Die Formel 1 hat für die Saison 2026 ein komplett neues Regelwerk eingeführt. Es betrifft sowohl die Aerodynamik der Autos als auch die Antriebstechnologie. Ein zentrales Element sind die neuen Hybridmotoren mit deutlich mehr elektrischer Leistung als bisher. Der Anteil des Elektromotors am Gesamtantrieb wurde stark erhöht.
Die neuen Regeln sollten ursprünglich die Rennen spannender machen und gleichzeitig neue Hersteller in die Formel 1 locken. So steigt etwa Audi mit einem eigenen Motorenprogramm in die Königsklasse ein. Auch Honda, Ford und andere Marken sind Teil des neuen Kapitels in der Formel-1-Geschichte.
Die ersten Rennen der Saison 2026 zeigten jedoch, dass einige Aspekte der Regeln in der Praxis Probleme bereiteten. Fahrer berichteten von schwierigem Energiemanagement und unberechenbarem Fahrverhalten. Die nun beschlossenen Anpassungen sind eine direkte Reaktion darauf.
Bereits in früheren Formel-1-Epochen gab es mitten in der Saison Regelanpassungen. Besonders nach der Einführung neuer Technologien ist das nicht ungewöhnlich. Die FIA reagierte ähnlich schnell auch 2014, als die V6-Hybridmotoren neu eingeführt wurden und zunächst für Unruhe sorgten.
Für die Teams bedeutet jede Regeländerung auch eine technische Herausforderung. Ingenieure müssen die neuen Parameter in die Fahrzeugsoftware einpflegen und Strategien anpassen. Wie stark die Änderungen das Kräfteverhältnis zwischen den Teams verschieben, wird sich beim Miami Grand Prix zeigen.














