WM 2026: «Schluss mit diesen Gaga-Trinkpausen!»

Unabhängig von den Temperaturen finden an den Spielen der WM 2026 zwei Trinkpausen statt. Dienen sie nur der Geldmacherei oder haben sie sogar Vorteile?

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Die Schweizer Spieler kühlen sich im Spiel gegen Katar ab. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fifa hat an der WM 2026 zwei Trinkpausen pro Spiel eingeführt.
  • Während der dreiminütigen Unterbrüche schalten die TV-Sender Werbung, das sorgt für Ärger.
  • Sollte man die Trinkpausen gleich wieder abschaffen oder ist alles nur halb so wild?

Wer die Spiele der WM 2026 verfolgt, dem fällt auf: Nach 22 und 67 Minuten gibt es jeweils einen dreiminütigen Unterbruch.

Offiziell handelt es sich laut Fifa um sogenannte «Hydration Breaks», also Trinkpausen. Bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, etwa in Miami, eine gerechtfertigte und nicht neue Massnahme. Doch auch bei 20 Grad wird ein Spiel an der WM 2026 für insgesamt sechs Minuten unterbrochen.

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An der WM 2026 müssen die Schiedsrichter die Spiele einmal pro Halbzeit für eine Trinkpause unterbrechen. - keystone

Die TV-Sender nutzen die Unterbrechungen jeweils für Werbung. Zahlreiche Fans und Experten vermuten dies als den wahren Grund für die Trinkpausen: Ein Unterbruch für Werbung – und damit mehr Geld. Alles unter dem Vorwand der Spielergesundheit.

Gehören die Trinkpausen an der WM 2026 also wieder abgeschafft oder nicht? Bei Nau.ch gehen die Meinungen auseinander.

Stören dich die Trinkpausen an der WM 2026?

Andrea Schüpbach, Sport-Redaktor

«Danke, Virgil van Dijk! Der erste Teilnehmer der WM 2026 kritisiert die neu eingeführten Trinkpausen. Endlich.

Van Dijk sagt: ‹Jedes Mal gehen wir in die Werbung – das gefällt mir nicht wirklich. Wenn es wirklich heiss ist, kann man darüber reden. Aber meiner Meinung nach muss man jedes Spiel einzeln betrachten.›

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Virgil van Dijk sieht die Trinkpausen an der WM 2026 kritisch. - keystone

Die Fifa verweist auf den Schutz der Spieler. Wissenschaftler haben bei Temperaturen von über 28 Grad Kühlpausen von mindestens sechs Minuten gefordert.

Unterbrochen werden aber auch Partien wie Spanien gegen Kap Verde – im klimatisierten Stadion in Atlanta! Dafür gab es (zurecht) Pfiffe von den Rängen.

Es geht also nur ums Geld. Das ist aber nicht einmal das Störendste an den «Hydration Breaks» nach 22 und 67 Minuten.

Die Fifa baut kurzerhand den Fussball-Sport um ins amerikanische Modell. Aus zwei Halbzeiten werden vier Viertel. American Football.

Die Änderung entscheidet: Spiele an der WM 2026.

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Ein Getränke-Hersteller macht in den WM-Stadien bei den Trinkpausen Werbung. - keystone

Deutschland, Australien, Brasilien oder Schottland treffen kurz nach der Trinkpause. Julian Nagelsmann gibt offen zu: ‹Die Trinkpause hat tatsächlich geholfen, um das, was wir schon vorher angepasst haben, den Spielern auf der Tafel zu zeigen.›

Man kann es auch anders sehen: Die Werbe-Pausen führen zu Wettbewerbsverzerrung. Mannschaften, die gerade am Drücker sind, werden ausgebremst. Das kann nicht das Ziel von neuen Regeln sein – Schluss mit diesen Gaga-Trinkpausen!»

Nicola Wittwer, Sport-Redaktor

«Alles halb so wild!

Klar, die Trinkpausen müssten nicht sein. Sie scheinen, wenn nicht gleich 30 Grad vorherrschen, eher für die Werbung geschaffen als fürs Trinken. Und ja, wenn es sie schon geben muss, dann sollten sie nicht gleich drei Minuten dauern. Trotzdem finde ich den teils grossen Ärger übertrieben.

Spielzeit geht durch die längere Nachspielzeit insgesamt keine verloren. Teils mehrminütige Unterbrüche gibt es zudem auch wegen des VAR, Auswechslungen, Standardsituationen, (vorgetäuschter) Verletzungen und sonstigen Zeitspiels ständig.

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Längere Unterbrüche sind im Fussball überhaupt nichts Neues. - keystone

Ein komplett neues Element, das nun den Spielfluss zerstören soll, sind die Trinkpausen also nicht. Wenn man sich schon über die «Hydration Breaks» ärgern will, dann kann man ihnen auch etwas abgewinnen wollen.

Ein Beispiel: Die Trainer können die Spieler plötzlich mitten im Spiel versammeln und ihnen Anweisungen geben. Das war in dieser Form bislang nicht möglich, führt nun aber vielleicht zu mehr Wendungen und besserem Fussball.

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Der spanische Trainer Luis de la Fuente nutzt die Trinkpause für taktische Anweisungen. - keystone

In anderen Sportarten ist es völlig normal, dass Coaches ein Timeout nehmen können. Im Fussball ist ein solcher Eingriff hingegen unvorstellbar, plötzlich aber doch ein bisschen Realität.

Ich bin deshalb der Meinung: Nutzen die Teams das Potenzial der Trinkpausen, haben sie sogar sportlichen Wert. Stört man sich dann noch ab 180 Sekunden Werbung?»

Kommentare

User #6358 (nicht angemeldet)

Für Einige SPIELER, braucht es die Pause NICHT, die Liegen 🤨 Auch wenn es nichts zu Liegen gibt!🤨 Ansonsten ist es keine schlechte Idee. Es muss nicht immer Heiss sein, das Plötzlich ein Spieler ein Problem hat! Nur meine Meinung!😉

User #2663 (nicht angemeldet)

Sollte es nicht heissen: WM 2026: «Schluss mit dieser Gaga-Mannschaft?» Hehehe. LOL.

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