Tourismus in Crans-Montana leidet stark – Restaurants schliessen
Ein gutes halbes Jahr nach der Brandkatastrophe darbt die Wirtschaft von Crans-Montana. Restaurants mussten schliessen, Hotels verzeichnen Einbussen.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 1. Januar 2026 ist in Crans-Montana nichts mehr, wie es einmal war.
- Nach Umsatzeinbussen von über 60 Prozent mussten etliche Betriebe schliessen.
- Tourismus-Direktor Bruno Huggler bleibt dennoch zuversichtlich.
Heute Abend ab 19 Uhr kommen die Bürgerinnen und Bürger von Crans-Montana zur ersten Gemeindeversammlung seit der Brandkatastrophe vom 1. Januar zusammen.
Gleich unter Traktandum 2 wird sich Gemeindepräsident Nicolas Féraud zum Brandfall in der Bar «Le Constellation» äussern.
Féraud wurde in den letzten Monaten heftig kritisiert, weil er an einer Medienkonferenz kurz nach dem Brandfall die Gemeinde als grösstes Opfer der Tragödie bezeichnete.

Zurücktreten wollte er bis heute deswegen aber nicht. Das würde nichts wieder gutmachen, argumentierte Féraud.
Kaum noch Gäste in den Beizen
Während die Gemeinde der Bevölkerung heute Abend eine positive Rechnung 2025 vorlegen wird, ist die Wirtschaft in Crans-Montana sechs Monate nach dem Brand ins Wanken geraten.
Mehrere Betriebe sind geschlossen, nachdem ihre Besucherzahlen um mehr als 60 Prozent eingebrochen sind.
Gegenüber «Le Nouvelliste» äussert sich etwa Anthony Castrilli, Inhaber des mexikanischen Restaurants «Mesón Los Cuñados».
Im Januar sei sein Umsatz um 61 Prozent zurückgegangen. Und auch in den Folgemonaten habe sich die Situation nicht verbessert. Weshalb er nun schliessen musste.
Castrilli macht sich auch Sorgen um alle jene, die aktuell noch bestehen. Denn die beiden Weihnachtswochen seien jeweils die wichtigsten des Jahres. Doch der Wirt fragt sich: «Wer wird noch hier Silvester feiern? Niemand.»
Auch das Fleischrestaurant «Le Gueuleton» ist mittlerweile geschlossen. Mitbetreiber Richard Julien erzählt der Zeitung: «Wir hatten keine Gäste mehr. An manchen Tagen hatten wir null Gedecke. Wir haben alles verloren.»
Die Hotellerie leidet ebenfalls unter der Situation. Die Zahl der Logiernächte ist zwischen Januar und April gemäss Crans-Montana Tourismus um 17,5 Prozent zurückgegangen.
Im Immobiliensektor seien seit Januar mehrere Verkäufe kurz vor dem Abschluss gescheitert. Kaufinteressenten verlangten laut einem Makler Garantien, dass die Steuern nicht erhöht würden und die Immobilien den Brandschutzvorschriften entsprächen.
Tourismus-Direktor hofft, dass Auswirkungen nachlassen
Was heisst das nun für den Sommer 2026?
Gegenüber Nau.ch erklärt Bruno Huggler, Direktor von «Crans-Montana Tourismus und Kongress», dass der Verlauf des Sommergeschäfts sehr stark vom Wetter abhängig sei. «Wir stellen eine allgemeine Tendenz zu immer später eingehenden Reservationen fest», so Huggler.

Er erwarte zudem einen Rückgang aus den Märkten des Mittleren Ostens. Dieser Rückgang könnte jedoch «durch die Nahmärkte kompensiert werden», so der Tourismus-Direktor.
Den Einfluss der Brandkatastrophe auf die Buchungs-Zahlen kommentiert Huggler so: «Der Brand im Le Constellation bleibt mit aller Solidarität und Respekt in unserer Erinnerung. Wir hoffen, dass die Auswirkungen auf die Nachfrage kontinuierlich nachlassen.»















