Formel 1

    Formel 1: IndyCar-Serie wird zur Alternative für junge Talente

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    USA,

    Cockpits in der Formel 1 sind bekanntlich teuer, begrenzt und schwer zu ergattern. Immer mehr junge Talente wagen den Sprung in die IndyCar-Meisterschaft.

    IndyCar Formel 1
    Die IndyCar-Serie wird für viele junge Fahrer eine Alternative zur Formel 1. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die IndyCar-Serie wird für viele Nachwuchsfahrer zur ernsthaften Formel-1-Alternative.
    • Ex-F1-Piloten wie Romain Grosjean sind dort erfolgreich unterwegs.
    • Besonders attraktiv: Dank Einheits-Chassis herrscht dort mehr Chancengleichheit.

    Romain Grosjean hat mit einer bemerkenswerten Rookie-Saison gezeigt: Der Wechsel aus der Formel 1 in die IndyCar-Serie kann sich lohnen. Auch der frischgekrönte Meister Alex Palou (24) tauschte den F1-Traum gegen die US-Rennserie.

    Alex Palou IndyCar
    Alex Palou (Chip Ganassi Racing) feiert den Titelgewinn in der IndyCar-Meisterschaft. - keystone

    Und für immer mehr Formel-1-Nachwuchspiloten wird die IndyCar-Meisterschaft zu einer ernst zu nehmenden Alternative. Denn in der Formel 1 sind praktisch keine Cockpits zu haben – und wenn, dann nur für viel Geld.

    Der einzige Rookie in der kommenden Saison dürfte Guanyu Zhou sein, der bei Alfa-Sauber in der Favoritenrolle ist. Der Chinese ist zwar aktuell Formel-2-Zweiter, bringt aber auch rund 40 Millionen mit. Den Ausschlag dürfte letzteres geben.

    Ist Guanyu Zhou der richtige Fahrer für Alfa-Sauber?

    Grosse Talente wie etwa Callum Ilott, der 2020 den Titelkampf gegen Mick Schumacher verlor, gehen dagegen leer aus. Dabei gehört Ilott etwa zur Ferrari-Fahrerakademie. Er sicherte sich stattdessen für 2022 ein Cockpit in der IndyCar-Serie.

    Callum Ilott IndyCar
    Callum Ilott (Juncos Hollinger Racing) beim Long-Beach-GP der IndyCar-Meisterschaft. - Juncos Hollinger Racing

    Seine Ferrari-Kollegen Robert Shwartzman und Marcus Armstrong gehen nächstes Jahr leer aus. Alpine-Junior Christian Lundgaard glänzte beim IndyCar-Debüt mit Startplatz vier. Sein Stallkollege Oscar Piastri ist auf dem Weg zum F2-Titel, aus einem F1-Aufstieg wird nichts.

    Mehr Chancengleichheit als in der Formel 1

    Und auch bei Red Bull hängen zwei Top-Talente in der Warteschleife. Liam Lawson fährt dem DTM-Titel entgegen, Jüri Vips ist aktuell Formel-2-Sechster. Beide blicken für 2022 in Richtung IndyCar – wie auch Ex-Red-Bull-Junior Dan Ticktum.

    Red Bull Liam Lawson
    Liam Lawson (19/NZL) kämpft in der DTM um den Titel, in der Formel 2 ist er aktuell Achter. - Red Bull Content Pool

    Ein Mitgrund für die Beliebtheit der IndyCar-Serie: Die Chancengleichheit. Neun verschiedene Sieger gab es bei den 16 Rennen in der soeben beendeten Saison. Alle Fahrer sitzen in baugleichen Dallara-Chassis, die Motoren kommen von Honda und Chevrolet.

    Dass der Wechsel einer Karriere frischen Schwung verleihen kann, beweist etwa Grosjean. Nach dem Aus in der Formel 1 wechselte der Genfer (35) in die USA. Drei Podestplätze ebnen ihm den Weg in ein Top-Cockpit – 2022 startet er für Andretti Autosport.

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