Formel 1

    Formel 1 – Ferrari hadert: Ungarn-Sieg selbst weggeworfen?

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Ungarn,

    Ferrari war beim Ungarn-GP der Formel 1 der klare Favorit, hatte zwei Autos im Kampf um den Sieg – und stand am Ende nicht einmal auf dem Podest.

    Ferrari Formel 1 Ungarn
    Ferrari war beim Ungarn-GP der Formel 1 der Favorit. Am Ende waren es nur die Plätze vier und fünf. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ferrari belegt beim Ungarn-GP der Formel 1 nur die Positionen vier und fünf.
    • Ein ärgerliches Resultat, schliesslich war die Scuderia vor dem Wochenende der Favorit.
    • Doch durch eine Reihe von Eigenfehlern warf Ferrari einen möglichen Sieg selbst weg.

    Eigentlich galt Ferrari für den Ungarn-Grand-Prix der Formel 1 als haushoher Favorit. Die Scuderia hat – das gilt weithin als akzeptiert – das beste Chassis in der Königsklasse. Auf kurvenlastigen, engen Kursen wie dem Hungaroring ist der SF-26 in der Formel 1 das Mass aller Dinge. Hinzu kam Ungarn-Rekordsieger Lewis Hamilton in derzeit bärenstarker Form.

    Traust du Ferrari noch einen Angriff auf den WM-Titel zu?

    Doch am Sonntagnachmittag konnte sich Ferrari in der Formel 1 von all diesen Vorteilen nichts kaufen. Denn zwischen Qualifying am Samstag und Rennen am Sonntag tat der Traditions-Rennstall aus Maranello sein Möglichstes, um einen Sieg wegzuwerfen. Und damit war Ferrari am Ende auch erfolgreich.

    Gleich zwei Strafen für Lewis Hamilton

    Seinen Anfang hatte das Unheil schon im Qualifying genommen: Hamilton und Teamkollege Charles Leclerc mussten sich etwas überraschend Weltmeister Lando Norris im bislang selten konkurrenzfähigen McLaren geschlagen geben. Der Brite stellte seinen papayafarbenen Renner um 0,012 Tausendstel vor Hamilton auf die Pole Position.

    Und dann fasste Hamilton auch noch eine Startplatz-Strafe aus: Der Brite war Oscar Piastri auf dessen schneller Runde in Kurve 1 im Weg gestanden. Teamchef Fred Vasseur nahm den Fehler auf die Kappe der Boxenmauer: Man hatte Hamilton schlicht zu spät gewarnt, dass ein schnelles Auto von hinten angeflogen kam.

    Hamilton Ferrari Formel 1
    Lewis Hamilton (Ferrari) wird beim Ungarn-GP der Formel 1 von Max Verstappen (Red Bull) überholt. - keystone

    Im Rennen setzten sich die Patzer dann fort: Die beiden Ferrari starteten – anders als die Konkurrenz – auf dem Soft-Reifen. Hamilton kam trotzdem nicht an Verstappen vorbei, Leclerc fiel in Runde 1 sogar zurück. Beim Briten kam es beim letzten Boxenstopp noch schlimmer, er war in der Boxengasse zu schnell und kassierte eine fünf-Sekunden-Strafe.

    Wirft Ferrari in der Formel 1 eine Titel-Chance weg?

    Am Ende verpasste Ferrari als haushoher Favorit sogar das Podest, holte nur die Plätze vier und fünf. Teamchef Vasseur hadert nach dem Rennen mit dem Auftritt seiner Mannschaft. «Das ist überhaupt kein gutes Ergebnis, damit können wir nicht zufrieden sein. Wir haben heute zu viele Fehler gemacht.»

    Ferrari Formel 1 Vasseur
    Fred Vasseur, Teamchef von Ferrari in der Formel 1. - keystone

    Vor allem der verkorkste letzte Boxenstopp bei Hamilton während einer Virtual-Safety-Car-Phase ärgert den Franzosen. «Es war eine Verkettung von Fehlern: Lewis blockierte beim Anfahren an die Box, das hat ein paar Zehntel beim Radwechsel gekostet. Das wollte er dann wohl wiedergutmachen und hat den Boxen-Limiter zu früh deaktiviert.»

    «Ich denke, wenn man erst einmal einen Fehler macht, dann passieren sehr schnell weitere Fehler», so Vasseur zu «Canal+». «Dieses Wochenende ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Die Pace war ordentlich, aber wir kamen zuerst nicht an Max vorbei, dann an Piastri ... wir lernen für die restliche Saison daraus.»

    Kommentare

    User #5678 (nicht angemeldet)

    Strafe wegen 0.1 km/h Zuviel, erstaunlich wird immer nur Ferrari gebüsst.

    User #6151 (nicht angemeldet)

    Zu dumm, zu gewinnen…

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