Formel 1: Aston Martin schafft wegen Vibration keine Renndistanz

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Australien,

    Vor dem Saisonauftakt der Formel 1 in Australien hat Aston Martin nun Stellung zu den Motoren-Problemen bezogen. Diese sind noch ernster als zuerst angenommen.

    Aston Martin Formel 1
    Aston Martin wird beim Saisonauftakt der Formel 1 wohl viel Zeit an der Box verbringen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Fernando Alonso und Lance Stroll schaffen in Melbourne keine Renndistanz.
    • Zwar hat Honda die Defekte am Batterie-Paket unter Kontrolle bekommen.
    • Wegen der anhaltenden Vibrationen fürchten die Fahrer aber um ihre Gesundheit.

    Schon vor dem Saisonauftakt der Formel 1 am Sonntag in Melbourne ist klar: Die beiden Aston-Martin-Piloten werden die Zielflagge beim Australien-Grand-Prix nicht sehen. Und das, obwohl Honda nach intensiver Arbeit schon erste Notfall-Verbesserungen für seinen Antriebsstrang nach Down Under gebracht hat.

    Schaffen Aston Martin und Honda eine Kehrtwende?

    In einer Pressekonferenz am Donnerstag (Ortszeit) stellte Teamchef Adrian Newey nun klar: Eine komplette Renndistanz ist für seine beiden Fahrer Fernando Alonso und Lance Stroll ausser Reichweite. Grund ist aber nicht, dass der Motor die Distanz nicht überleben würde – wenngleich auch das nicht garantiert ist.

    Fernando Alonso Formel 1
    Fernando Alonso weiss schon jetzt: Er sieht beim Saisonstart der Formel 1 in Australien die Zielflagge nicht. - keystone

    Aber das viel grössere Problem: Die Vibrationen aus dem Honda-Triebwerk sind so stark, dass die Fahrer ernsthafte Nervenschäden befürchten! Der japanische Hersteller hat für diese Vibrationen noch keine Lösung gefunden. Lediglich die Auswirkungen auf das Batterie-Paket, die zu den Ausfällen bei den Bahrain-Testfahrten führten, wurden gemindert.

    Wieder Honda-Debakel in der Formel 1!

    «Wir haben für dieses Wochenende eine Lösung, die auf dem Prüfstand getestet wurde. Sie reduziert die Vibrationen, die auf die Batterie einwirken, erheblich», so Newey. «Aber man muss berücksichtigen, dass es der Motor ist, der diese Vibrationen verursacht. Das Chassis ist in diesem Szenario der Empfänger.»

    Adrian Newey Formel 1
    Adrian Newey, Teamchef von Aston Martin in der Formel 1. - keystone

    Die Carbon-Chassis in der Formel 1 seien für solche Vibrationen besonders verwundbar. «So ein Chassis ist von Natur aus eine sehr steife Struktur mit geringer Dämpfung. Bei der Übertragung der Vibrationen auf das Chassis haben wir daher keine Fortschritte erzielt», erklärt der Star-Designer.

    Alonso und Stroll fürchten Nervenschäden

    «Diese Vibrationen verursachen einige Probleme hinsichtlich der Zuverlässigkeit, Spiegel fallen ab und so weiter. Das viel grössere Problem ist jedoch, dass die Vibrationen letztendlich auf die Finger des Fahrers übertragen werden», so Newey. Und beide Fahrer befürchten ernsthafte langfristige Schäden an ihren Händen.

    Formel 1 Aston Martin
    Der Saisonstart der Formel 1 wird für Aston Martin zum Debakel. - keystone

    «Fernando ist der Meinung, nicht mehr als 25 Runden am Stück fahren zu können. Andernfalls würde er dauerhafte Schäden an den Nerven in seinen Händen riskieren. Lance glaubt sogar, dass er diese Schwelle schon nach 15 Runden erreicht», so Newey. «Wir werden also sehr stark eingeschränkt sein, wie viele Runden wir im Rennen fahren können.»

    Kommentare

    User #3370 (nicht angemeldet)

    Mit noch so viel Kapital bringt es nichts wenn der Göppel nicht laufen will da haben die Herren Tech. Ingenieure versagt bei Aston Martin.

    User #8810 (nicht angemeldet)

    ich verstehe nicht, weshalb Aston die funktionierenden MercedesMotoren gegen Honda austauschte. Eine totale Fehlentscheidung!

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