Formel 1: An wen gehen die letzten drei «freien» Cockpits?
Die freien Plätze in der Formel 1 sind praktisch alle besetzt: Für die letzten drei noch verfügbaren Cockpits scheint alles klar zu sein. Oder doch nicht?

Das Wichtigste in Kürze
- In der Formel 1 sind für die kommende Saison fast alle Cockpits vergeben.
- Auf dem Papier sind noch drei Plätze offen – aber jeweils mit klaren Favoriten.
- Das grösste Fragezeichen steht hinter dem Line-Up bei Red Bulls Junior-Team.
Die Puzzle-Teile in der Formel 1 fügen sich nach und nach an ihre Plätze: Das Starterfeld für die kommende Saison ist so gut wie komplett. Zuletzt bestätigte der US-Rennstall Haas mit Ferrari-Junior und Formel-2-Leader Rafael Camara seinen ersten Fahrer für 2027.
Damit sind auf dem Papier für 2027 noch drei Plätze zu vergeben – denn praktisch alle Teams setzen auf Kontinuität: Camara statt Esteban Ocon bei Haas ist der erste (!) bestätigte Fahrerwechsel für die neue Saison. Bei allen anderen Rennställen kommt nächstes Jahr das aktuelle Fahrer-Duo zum Einsatz.
Freie Cockpits in der Formel 1 nur auf dem Papier
Fragezeichen gab es nur im (hinteren) Mittelfeld, vor allem bei Williams und Aston Martin. Bei Williams galt Carlos Sainz als wechselwillig, mangels freier Cockpits wird daraus aber nichts. Und bei Aston Martin hat Altmeister Fernando Alonso seinen Rücktritt um mindestens eine Saison aufgeschoben.

Ein Mini-Fragezeichen gibt es auch noch bei Cadillac, wo Valtteri Bottas im Vergleich mit Sergio Perez enttäuscht. Vielversprechende Kandidaten gibt es – ausser dem bei Haas vor die Türe gesetzten Esteban Ocon – aber nicht. Bottas dürfte 2027 in der Formel 1 also eine Gnadenfrist erhalten.
Damit sind auf dem Papier nur noch drei Cockpits zu vergeben: Der Platz neben Camara bei Haas und die beiden Cockpits beim Red-Bull-Juniorteam Racing Bulls. Bei Haas ist aber eine Verlängerung mit Ferrari-Jungstar Oliver Bearman nur noch Formsache.

Wie löst Red Bull sein Junioren-Problem?
Umso spannender ist aber die Frage, wie Red Bull die erste Racing-Bulls-Fahrerentscheidung ohne Ex-Nachwuchs-Chef Helmut Marko löst. Denn für die beiden freien Plätze beim B-Team gibt es drei Kandidaten: Die aktuellen Stammfahrer Liam Lawson und Arvid Lindblad sowie Formel-2-Titelkandidat Nikola Tsolov.

In der Marko-Ära hätte man Lawson wohl zugunsten von Tsolov fallen gelassen – aber fast alles spricht gegen diese Lösung: Der Neuseeländer hat sich zum Teamleader gemausert und lieferte als Ersatzpilot bei Red Bull starke Vorstellungen ab. Und mit mittlerweile 52 Grand-Prix-Starts ist er eine bekannte Grösse.
Hinzu kommt, dass Lawson seinen hoch eingeschätzten Rookie-Teamkollegen locker im Griff hat. Der Brite liefert zwar eine solide Premieren-Saison in der Formel 1 ab, hat teamintern aber fast immer das Nachsehen. Allerdings leistet sich Lindblad auch kaum Fehler, sondern liefert konstant Punkte-Resultate.

Damit bleibt nur Formel-2-Rennsieger Nikola Tsolov als «Opferlamm» übrig: Der Bulgare muss sich 2027 voraussichtlich mit der Rolle als Test- und Ersatzpilot bei den beiden Red-Bull-Rennställen begnügen. Eine zusätzliche Formel-2-Saison ist allerdings eher unwahrscheinlich.
















