«You Can See Everything»: Elizabeth Holmes wird zum Kinohit
Die Doku «You Can See Everything» über Elizabeth Holmes überrascht Kino und Kritiker. Sie zeigt die Theranos-Gründerin vor dem Gefängnisantritt.

Die Dokumentation «You Can See Everything» startete am 16. Oktober in den nordamerikanischen Kinos. Am ersten Wochenende spielte sie auf nur 855 Leinwänden rund 15 Millionen Dollar ein, berichtet «BBC».
Damit gelang dem Film der erfolgreichste Kinostart mit weniger als 1'000 Leinwänden seit «Borat» (im Jahr 2006). Laut der Nachrichtenagentur AP waren am Eröffnungswochenende mehr als 2'000 Vorstellungen ausverkauft.

Bereits im September feierte die Dokumentation beim Telluride Film Festival eine geheime Premiere, berichtet die «Los Angeles Times». Die Organisatoren hielten den Titel bis zur Vorführung zurück und liessen Handys im Saal nur in verschlossenen Hüllen zu.
Wer ist Elizabeth Holmes?
Elizabeth Holmes gründete das Bluttest-Unternehmen Theranos und galt lange als gefeierter Star der Tech-Branche. Das Unternehmen versprach, zahlreiche Blutuntersuchungen mit nur wenigen Tropfen Blut durchführen zu können, berichtet «NBC News».
Holmes wurde wegen Betrugs an Investoren verurteilt und trat im Mai 2023 ihre über elfjährige Haftstrafe an. Die Dokumentation begleitet sie während der letzten 34 Tage vor ihrem Haftantritt, berichtet «People».

Zu sehen sind auch ihr Partner Billy Evans und die beiden gemeinsamen Kinder. Die Aufnahmen entstanden in einem Haus im kalifornischen Del Mar nahe San Diego, berichtet «NPR».
«You Can See Everything» spielt mit Wahrheit und Inszenierung
Regie führten Nathan Fielder und Lance Oppenheim. Fielder ist vor allem für seine ungewöhnlichen Formate «Nathan for You» und «The Rehearsal» bekannt, berichtet «ABC News».
Der Titel «You Can See Everything» bezieht sich auf Holmes’ Versprechen vollständiger Transparenz. Die Dokumentation stellt jedoch immer wieder infrage, wie offen Holmes tatsächlich mit den Filmemachern spricht, schreibt «NPR».

Der Film dauert knapp drei Stunden und verbindet Interviews mit dokumentarischen und nachgestellten Szenen. Dabei spielt er bewusst mit den Erwartungen des Publikums, wie die «Los Angeles Times» beschreibt.
Kritiker empfehlen Holmes-Doku ohne Vorwissen
Eine Szene zeigt, wie Holmes vor mehr als 200 Kameras posiert. Ihr Erscheinungsbild wird digital erfasst, um sie später auch mittels künstlicher Intelligenz darstellen zu können, berichtet «CNN».
Die Dokumentation hält zahlreiche überraschende Wendungen bereit. NPR-Filmkritiker Justin Chang empfiehlt deshalb, den Film möglichst ohne Vorwissen anzuschauen.

Die «Los Angeles Times» lobt das psychologische Kräftemessen zwischen Holmes und den Filmemachern. Trotz der fast dreistündigen Laufzeit langweile der Film keine Minute, schreibt die Zeitung.
Elizabeth-Holmes-Doku begeistert die Kritiker
Auch «The Atlantic» bewertet die Dokumentation ausgesprochen positiv und zählt sie zu den besten Filmen des Jahres.
Die Kritiken loben insbesondere den ungewöhnlichen Umgang mit Holmes’ Geschichte. Laut der Nachrichtenagentur AP entwickelt sich die Dokumentation zugleich zu einem bemerkenswerten Kinoerfolg.
Ein offizieller Streamingtermin wurde bislang nicht angekündigt. Auch ein bestätigter Kinostart für die Schweiz ist derzeit nicht bekannt.












