BSC Young Boys

    Jan Kronig: «Berndeutsch im Sion-Dress kam nicht gut an»

    Christoph Böhlen
    Christoph Böhlen

    Bern,

    Seit dieser Saison ist Ex-YB-Junior Jan Kronig bei Sion gesetzt. Bei Nau.ch erklärt er, warum es im Wallis läuft – und wie er von Yakin und Frei gelernt hat.

    Jan Kronig
    Jan Kronig - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jan Kronig (25) hat in diesem Sommer beim FC Sion den Sprung in die Stammelf geschafft.
    • Der Walliser spricht im Nau.ch-Interview über seine Karriere und seine Ziele.
    • Der ehemalige YB-Junior erklärt auch, warum es in Bern nicht gereicht hat.
    • Dafür bildet er jetzt mit einem langjährigen YB-Kumpel die Innenverteidigung bei Sion.

    Jan Kronig wird 2019 als junger Spieler Meister mit YB, spielt 13 Mal für die U21-Nati. Über den Umweg Challenge League schafft der heute 25-jährige Walliser mit Sion den Sprung in die Super League.

    Jan Kronig
    Jan Kronig läuft 13 Mal für die U21-Nati auf. - keystone

    Im Nau.ch-Interview erklärt er den starken Saisonstart der Walliser und seinen Weg zum Stammspieler. Zudem erzählt Kronig von Nati-Legenden, die ihm in seiner Karriere viel beigebracht haben.

    Nau.ch: Jan Kronig, der FC Sion überrascht mit einem stabilen Saisonstart und Platz 5. Es ist ungewohnt ruhig im Wallis?

    Jan Kronig: Von aussen sind die Leute vielleicht ein wenig überrascht, dass alles so ruhig ist. Aber das hat viel mit der Kontinuität zu tun, die bei uns herrscht.

    Das beginnt schon beim Trainerstab. Dann funktionieren die Neuzugänge: Lukembila, Rrudhani oder Nivokazi sind zum Beispiel alles Spieler, die den Schweizer Fussball schon kennen. Darum brauchten sie keine grosse Angewöhnungszeit.

    Jan Kronig
    Jan Kronig spielt seit Anfang 2024 beim FC Sion. - keystone

    Nau.ch: Mit Platz 5 ist Sion auf Kurs Richtung Championship Group. Sind Sie zufrieden mit den ersten 13 Runden?

    Kronig: Der Start war gut. Aber wenn wir alle Spiele anschauen, muss ich sagen: Von den Leistungen her ist Platz fünf sogar ein bisschen zu wenig. Wir haben einige Punkte liegen gelassen. Unser Ziel ist in dieser Saison klar die Championship Group. Daher ist der fünfte Platz in Ordnung – aber es liegt noch mehr drin.

    FC Sion
    Der FC Sion ist derzeit auf Kurs in Richtung Championship Group. - keystone

    Nau.ch: Wo sehen Sie die Stärke ihres Teams?

    Kronig: Unsere defensive Stabilität hilft uns sicher. Wir wissen, dass wir nicht viele Tore schiessen müssen, um ein Spiel zu gewinnen. Zudem sind wir sehr eingespielt, viele Spieler kennen sich schon länger.

    Nau.ch: Kommen wir zu Ihnen persönlich: Sie sind Walliser und jetzt Stammspieler in Sion. Ein spezielles Gefühl?

    Kronig: Natürlich! Als Walliser bei Sion zu spielen, ist sehr speziell. Ich habe aber auch Geduld gebraucht: Die letzte Saison war nicht so einfach, nach meinem Wechsel von Aarau zu Sion erhielt ich nicht so viel Spielzeit.

    Jan Kronig
    Jan Kronig (rechts) gegen seinen Jugendclub YB. - keystone

    Nau.ch: Was hat sich im Sommer geändert?

    Kronig: Ich habe weitergearbeitet und versucht, mir meinen Platz zu erkämpfen. Man muss im Training Gas geben und im Kopf bereit sein. Nach einer guten Vorbereitung bot sich die Chance zum Auftakt gegen Zürich. Dass es jetzt so gut lief, ist natürlich schön. Jetzt gilt es weiterzuarbeiten.

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    Die beiden Ex-YB-Junioren Jan Kronig und Kreshnik Hajrizi bilden heute gemeinsam die Innenverteidigung in Sion. - youtube/fcsion

    Nau.ch: Sie bilden gemeinsam mit einem anderen Walliser die Innenverteidigung: Mit Kreshnik Hajrizi haben sie jahrelang im YB-Nachwuchs gespielt. Hilft das heute noch?

    Kronig: Absolut, wir profitieren von gewissen Automatismen. Es hilft, wenn du in der Innenverteidigung mit einem Partner spielst, den du gut kennst – schon nur wegen der Kommunikation.

    Wir haben bei YB schon in der U16 oder U17 immer zusammengespielt. Ich habe mich immer gefragt, wie weit wir es zusammen bringen können. Und jetzt spielen wir Super League – und es macht Spass.

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    Jan Kronig (rechts) als Nachwuchsspieler in der ersten Mannschaft von YB, hier mit Marco Wölfli. - keystone

    Nau.ch: Am Ende der Saison 2018/19 standen sie bei YB zweimal in der Startelf, als man bereits Meister war. Der Durchbruch gelang in Bern aber danach nicht. Warum?

    Kronig: Bei YB hatten wir damals ein super Team. Da ist es als junger Spieler natürlich nicht einfach, sich durchzusetzen. Vor allem in der Innenverteidigung, die sehr stark besetzt war. Bei YB hat man dann auf andere Spieler gesetzt und meine Aussicht auf Spielzeit war nicht optimal.

    Darum war es für mich gut, konnte ich in der Challenge League Spielzeit sammeln. Ich habe mich bei YB immer wohlgefühlt und auch daran geglaubt, dass ich mich durchsetzen könnte. Aber dann haben wir uns gemeinsam für einen anderen Weg entschieden.

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    Jan Kronig spielt in der Challenge League unter Alex Frei und Murat Yakin. - keystone

    Nau.ch: In der Challenge League sammelten Sie Spielpraxis bei Schaffhausen, Wil und danach Aarau. Was ist aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben?

    Kronig: Bei Schaffhausen habe ich extrem viel von Trainer Murat Yakin gelernt. Dort habe ich viel gespielt und profitiert. Bei Wil war Alex Frei Trainer, auch dort konnte man als Junger sehr viel lernen.

    Bei Aarau habe ich dann erstmals Druck verspürt, weil wir unbedingt aufsteigen wollten. Für meine Entwicklung war das eine sehr wichtige Station. Aus dem Brügglifeld habe ich dann den Sprung zu Sion in die Super League geschafft.

    Nau.ch: Mit Joël Schmied schaffte ein anderer Ex-YB-Junior den Sprung von Sion in die Bundesliga. Ist das auch ein Traum von Jan Kronig – oder können Sie sich auch vorstellen, als Walliser ganz lange in Sion zu bleiben?

    Kronig: Jeder Spieler darf träumen und Ziele haben. Aber aktuell beschäftige ich mich mit nichts anderem als dem FC Sion. Es ist top, kann ich hier so viel spielen. Ich will hier unsere Ziele erreichen. Mein Traum ist es, den Cup zu gewinnen. Das willst du mit Sion immer – vor allem als Walliser. Und in der Liga wollen wir in die Top 6.

    Jan Kronig
    Jan Kronig hat mit Sion grosse Ziele. - keystone

    Nau.ch: Zum Schluss: Bis vor Ihrem Wechsel zu Sion, haben Sie in Interviews stets Berndeutsch gesprochen. Jetzt ist aber der Walliser Dialekt Trumpf?

    Kronig: (lacht) Am Anfang habe ich in Sion noch Berndeutsch gesprochen, das kam nicht so gut an. Wenn ich das Sion-Trikot trage, spreche ich jetzt nur noch Walliserdeutsch, genauso, wie mit meiner Familie. Ansonsten ist es manchmal eine Mischung.

    Traust du dem FC Sion den Cupsieg zu?

    Kommentare

    User #1358 (nicht angemeldet)

    Berndeutsch das hässlichste Dialekt

    User #1496 (nicht angemeldet)

    und schon am 2. Tag musste er den Walliser Kopfwehwein saufen. Prost und Amen.

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