FIFA

Fifa unter Druck: Concacaf stellt sich wie Uefa gegen Infantino

Mathias Kainz
Mathias Kainz

Kanada,

Nach der Uefa stellt sich ein weiterer Kontinentalverband gegen die WM-Pläne der Fifa unter Gianni Infantino: Auch die Concacaf lehnt einen WM-Verkauf ab.

Fifa Concacaf Infantino Montagliani
Fifa-Präsident Gianni Infantino neben Concacaf-Präsident Victor Montagliani. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein zweiter Kontinentalverband stellt sich gegen die WM-Verkaufspläne der Fifa.
  • Nach der Uefa spricht sich auch die Concacaf gegen die Vision von Gianni Infantino aus.
  • Vor einem Boykott schreckt der nord- und mittelamerikanische Verband aber zurück.

Der Widerstand gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino und seine Pläne zu einem Verkauf der WM an private Investoren wächst: Am Donnerstagnachmittag stellte sich der europäische Kontinentalverband nach einer Krisensitzung geschlossen gegen die Pläne des Fifa-Bosses.

Traust du Infantino die Umsetzung seines Verkaufsplans zu?

Am Donnerstagabend folgte der zweite Kontinentalverband dem Vorbild von Europa: Die 41 Mitglieder der nord- und mittelamerikanischen Concacaf sprachen sich ebenfalls einstimmig gegen die Infantino-Pläne aus.

Concacaf Fifa Victor Montagliani
Concacaf-Präsident Victor Montagliani stellt sich gegen die Fifa. - keystone

«Die Mitglieder äusserten tiefe Bedenken hinsichtlich des Mangels an ordnungsgemässen Verfahren im Zusammenhang mit dem Vorschlag, der künstlich kurz angesetzten Frist und des Fehlens jeglicher Überprüfung oder Genehmigung durch die zuständigen FIFA-Governance-Organe», heisst es in der Stellungnahme.

Widerstand gegen die Fifa wächst

Wie auch die Uefa zweifelt auch die Concacaf in ihrem Statement an Infantinos Vorwand, es gehe um das finanzielle Wachstum des Sports: «Zudem wurde die Notwendigkeit von Private-Equity-Investitionen im Anschluss an die profitabelste FIFA-Weltmeisterschaft der Geschichte infrage gestellt.»

Concacaf
Die Concacaf ist der nord- und mittelamerikanische Fussballverband. Die drei Gastgeber der WM 2026 gehören ihr an. - keystone

Einen Boykott aller Fifa-Veranstaltungen, wie ihn die Uefa beschlossen hat, gibt es seitens der Concacaf aber nicht. Stattdessen sucht der Verband, dem die letzten WM-Gastgeber Kanada, Mexiko und USA angehören, den Dialog.

Concacaf will Druck auf Infantino machen

Man wolle unter anderem den Fifa-Präsidenten «anweisen sicherzustellen, dass jede Angelegenheit den ordnungsgemässen Governance-Prozessen über die Mitarbeiter und den FIFA-Rat gemäss den FIFA-Statuten folgt.»

Einen zukünftigen Verkauf der WM-Rechte lehnt aber auch die Concacaf unmissverständlich ab. «Durch diese Massnahmen bekräftigt die Concacaf, dass die Zukunft des Fussballs – und sein grösstes Gut – in den Händen unserer Fussballfamilie bleiben muss.»

Die Erklärung der Concacaf im Wortlaut

Die Concacaf ist eine Konföderation, die durch die Liebe zu unserem Spiel vereint ist und in der der Fußball an erster Stelle steht. Von dieser Philosophie geleitet, haben wir in den vergangenen zehn Jahren von Grund auf eine Organisation aufgebaut, die auf Dienstleistung, transparenter Governance und der langfristigen Verantwortung für den Fußball basiert.

Die Geschichte hat der FIFA und der Fußballfamilie gezeigt, was passiert, wenn die Hüter des Spiels diese Werte aus den Augen verlieren.

In diesem Sinne hat die Concacaf heute eine Sitzung der Präsidenten ihrer 41 Mitgliedsverbände zusammen mit ihrem Präsidenten, den Ratsmitgliedern und ihren FIFA-Ratsmitgliedern einberufen, um einen vom FIFA-Präsidenten ausgearbeiteten und vorgelegten Vorschlag zu erörtern, ‚FIFA Forward Enterprise‘ zu gründen und Anteile an der FIFA-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen.

Während der Sitzung äußerten die Mitglieder tiefe Bedenken hinsichtlich des Mangels an ordnungsgemäßen Verfahren im Zusammenhang mit dem Vorschlag, der künstlich kurz angesetzten Frist und des Fehlens jeglicher Überprüfung oder Genehmigung durch die zuständigen FIFA-Governance-Organe. Zudem wurde die Notwendigkeit von Private-Equity-Investitionen zur Finanzierung neuer und bestehender ‚FIFA Forward‘-Programme im Anschluss an die profitabelste FIFA-Weltmeisterschaft der Geschichte infrage gestellt.

Die Diskussion bekräftigte die Notwendigkeit von mehr Transparenz und ordnungsgemäßer Governance.

Aus diesen Gründen haben die Concacaf und ihre 41 Mitgliedsverbände:

- den Vorschlag abgelehnt;

- ihre FIFA-Ratsmitglieder damit beauftragt, mit der FIFA in Kontakt zu treten, um zu klären, wie bestehende FIFA-Reserven genutzt werden können, um die ‚FIFA Forward‘-Förderung für die Entwicklung des Fußballs in unserer Region zu erhöhen; und

- ihre FIFA-Ratsmitglieder damit beauftragt, den FIFA-Präsidenten anzuweisen, sicherzustellen, dass jede Angelegenheit den ordnungsgemäßen Governance-Prozessen über die Mitarbeiter und den FIFA-Rat gemäß den FIFA-Statuten folgt.

Durch diese Maßnahmen bekräftigt die Concacaf, dass die Zukunft des Fußballs – und sein größtes Gut – in den Händen unserer Fußballfamilie bleiben muss.

Kommentare

User #2886 (nicht angemeldet)

Wie lange noch papafifa?

User #9179 (nicht angemeldet)

Flasche leer ! ? Wo ist Gianni ? Keine Gianni ..... Alle davonlaufen ... Ich habe fertig !

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