Manchester City schuldig: Premier League fällt historisches Urteil
Die englische Premier League hat Manchester City im Finanzskandal in der Mehrheit der Anklagepunkte schuldig gesprochen. Offen ist noch das Strafmass.

Das Wichtigste in Kürze
- Die englische Premier League hat Manchester City im Finanzskandal schuldig gesprochen.
- Die genaue Anzahl an bestätigten Anklagepunkten teilt die Liga nicht mit.
- Der Klub beharrt auf seiner Unschuld und kündigt an, alle Rechtsmittel auszuschöpfen.
Manchester City ist im grössten Finanzskandal der Premier-League-Geschichte in den meisten Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Das gab die englische Fussball-Eliteliga am Dienstag bekannt. Eine unabhängige Kommission hatte nach vier Jahren Untersuchung diesen Entscheid gefällt.
Der Klub hat bis Freitag Zeit, Berufung einzulegen. Über die Strafe wird in einer separaten Anhörung entschieden. In einer ersten Reaktion kündigte Manchester City an, alle verfügbaren Rechtsmittel auszuschöpfen.

Der Verein zeigte sich in einer Stellungnahme überrascht. Der Klub sei «sowohl enttäuscht als auch überrascht». Manchester City beharrt weiterhin darauf, «unschuldig hinsichtlich der von der Premier League erhobenen Vorwürfe» zu sein.
Scheinsponsorenverträge bringen Manchester City zu Fall
Die Vorwürfe betreffen den Zeitraum von 2009/10 bis 2017/18. Damals gehörte der Klub bereits den Eigentümern aus Abu Dhabi, die City 2008 übernommen hatten. Laut Premier League soll der Verein mithilfe von Scheinverträgen mit Sponsoren die Einnahmen künstlich aufgebläht haben.

Die unabhängige Kommission bezifferte die betroffene Summe auf 900 Millionen Pfund, umgerechnet rund 993 Millionen Franken. Zudem soll Manchester City falsche Jahresabschlüsse eingereicht und seinen finanziellen Zustand verschleiert haben. Dabei wurden laut Kommission Ausgabenlimits der Liga und der Uefa verletzt.
Das Sportportal «The Athletic» berichtete bereits am Freitag erstmals öffentlich über den Fall. Demnach soll der Klub in 114 von 115 Anklagepunkten schuldig sein. Die Premier League selbst nannte in ihrer Mitteilung keine genaue Zahl.
Liga-Chef Masters bezeichnet Verfahren als historisch
Premier-League-Geschäftsführer Richard Masters ordnete das Urteil ein: Es sei «zentrale Aufgabe der Premier League», die Einhaltung der Regeln zur Wahrung der Wettbewerbsintegrität zu sichern. «Wir nehmen diese Aufgabe äusserst ernst», so Masters.
Er ergänzte: «Dieses Disziplinarverfahren und diese Entscheidung sind die bedeutendsten in der Geschichte der Premier League.» Die Liga will «den verbleibenden Teil des Verfahrens zügig vorantreiben, um Liga, Vereinen und Fans Klarheit zu verschaffen»

Mögliche Sanktionen umfassen laut Medienberichten Geldstrafen, Punktabzüge oder die Aberkennung von Meistertiteln. Die Anhörung dazu bleibt «privat und vertraulich».















