Zürcher Clubnacht: Für 20 Stutz in alle Party-Tempel!
Heute Freitag zeigen 25 Zürcher Clubs die Vielfalt der lokalen Szene. Die zweite Zürcher Clubnacht reagiert damit auf das veränderte Ausgehverhalten.

Ein dunkler Raum, zu laute wummernde Bässe, Gedränge an der Bar und so manche, die nach Mitternacht ihre Grenzen nicht mehr spüren: Das klassische Bild eines Ausgeh-Clubs ist schnell gezeichnet.
Dabei arbeitet die Zürcher Nachtkultur kräftig daran, dieses Klischee aufzubrechen, weiss Alexander Bücheli, Geschäftsführer der Bar & Club-Kommission Zürich: «Die Branche zeigt sich kreativ, um auf die heutigen Rahmenbedingungen zu reagieren und ein neues Zielpublikum zu erschliessen. Events beginnen früher, das Angebot an alkoholfreien Getränke wurde ausgebaut und es gibt neue Themenformate. Einige Locations veranstalten Spielabende, andere bieten Neon-Minigolf, Yoga- oder Sportanlässe an.»
Wie vielfältig das Zürcher Nachtleben ist, soll auch die zweite Zürcher Clubnacht heute Freitag zeigen. 25 Locations beteiligen sich am Anlass und laden dazu ein, die hiesige Clubszene in ihrer ganzen Bandbreite kennenzulernen.
Für 20 Franken können potenziell alle teilnehmenden Partytempel besucht werden. Musikalisch reicht das Programm von Surf Rock über Latin, Disco, Hip-Hop, R&B, Afro Beats und Pop bis hin zu allen möglichen elektronischen Stilrichtungen.

«Wer war in Zürich schon einmal in allen Clubs? Selbst für erfahrene Clubgänger und Nachtschwärmer gibt es deshalb etwas zu entdecken», sagt Alexander Bücheli. Die Idee für eine gemeinsame Clubnacht entstand im vergangenen Jahr.
Ein Vorbild lieferte der nationale Partner K&G Basel, der einen ähnlichen Anlass durchgeführt und damit gute Erfahrungen gemacht hatte. Gleichzeitig habe die Bar & Club-Kommission schon länger mit dem Gedanken gespielt, gemeinsam mit möglichst vielen Mitgliedern einen Event auf die Beine zu stellen.
Bei den Zürcher Clubbetreibern stiess die Idee auf grosse Zustimmung. So beteiligen sich dieses Jahr bereits deutlich mehr Gastgeber als noch bei der ersten Ausgabe.
Erfahrungen nachholen
Doch wie geht es der Zürcher Clubszene derzeit überhaupt? Alexander Bücheli: «Grundsätzlich ist die Situation stabil, die Herausforderungen bleiben aber gross. Die Pro-Kopf-Umsätze sind weiterhin tief, während die Kosten gestiegen sind. Wir schätzen, dass etwa 20 bis 30 Prozent der Betriebe zumindest zeitweise defizitär arbeiten.»
Immerhin gebe es derzeit keine grösseren Schliessungswellen. Doch eine Frage bleibt: «Wie kann sich eine Kultur, die sich in den vergangenen Jahrzehnten privat und unter anderem durch den Verkauf von alkoholischen Getränken finanziert hat, in einem zunehmend teureren Umfeld langfristig überleben?»
Es sei hierfür unabdingbar, ein neues Publikum zu gewinnen. Besonders im Fokus steht laut Bücheli dabei eine Generation, deren erste Erfahrungen mit dem Nachtleben ausgerechnet in die Corona-Pandemie gefallen wären.
Wer damals 16, 17 oder 18 Jahre alt war, hatte teilweise kaum Gelegenheit, einen Club zu besuchen. «Für einige war der klassische Clubbesuch deshalb nie Teil ihrer Jugend», sagt Bücheli.
Die zweite Zürcher Clubnacht biete nun die Chance, diese Erfahrung nachzuholen und selbst zu merken, welchen Mehrwert ein Clubbesuch biete: «Gute Musik, die physisch wahrnehmbar ist und gut klingt, eine tolle Atmosphäre und reale Begegnungen mit anderen gleichgesinnten Menschen.»
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.








