National League

    National League: Wer wird Meister? Topskorer? MVP? Bald entlassen?

    Nicola Berger
    Nicola Berger

    Bern,

    Am Dienstag beginnt die National-League-Saison. Wir orakeln – und mögen jetzt schon allen die Schadenfreude gönnen, wenn wir uns wieder kräftig geirrt haben.

    National League
    Die neue Saison der National League steht bevor, Zeit für einen Blick in die Glaskugel. - keystone / Fotomontage Nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die neue Saison der National League steht vor der Tür.
    • Kolumnist Nicola Berger blickt für Nau.ch in die Glaskugel.
    • Wer wird als erster Trainer entlassen? Wer wird wohl bester Goalie der Saison?

    In wenigen Tagen startet die National League in die Saison 2026/27. Wer ist der grosse Favorit auf den Titel? Wer wird als erster Trainer entlassen? Nau.ch-Kolumnist Nicola Berger wagt einen Blick in die Glaskugel.

    Wer wird…?

    Schweizer Meister

    Die ZSC Lions. Ein Kollektiv ohne Schwächen, dessen «Goldene Generation» (Andrighetto, Kukan, Malgin, Marti) sich im besten Alter befindet. Und dem der weit gereiste neue Coach Claude Julien (66, 2011 Stanley-Cup-Sieger mit den Boston Bruins) schon etwas beständiger wird Beine machen können als sein freundlicher Vorgänger Marco Bayer.

    ZSC Lions
    Claude Julien steht heuer bei den ZSC Lions an der Bande. - keystone

    Nicht restlos überzeugt sind wir vom Ausländerseptett, aber der Sportchef Sven Leuenberger kann ja noch nachrüsten. Die anderen zwei heissen Titelkandidaten: Der Vorjahresfinalist Davos, dem aber ein Defensivverteidiger von Format fehlt. Und Servette mit seinem beneidenswerten, aber auch notorisch launischen Luxuskader.

    Liga-Topskorer

    Jesse Puljujärvi. Wahrscheinlich der mitreissendste Spieler der Liga. Kräftig, dynamisch, voller Durchschlagskraft. Wenn der neue Coach Sam Hallam – als schwedischer Nationaltrainer vor dem Wechsel nach Genf auf der ganzen Linie gescheitert – es schafft, ihn einigermassen bei Laune zu halten, hat der 28-jährige Finne beste Aussichten, seinen Landsmann und Teamkollegen Markus Granlund in dieser Rolle zu beerben.

    Jesse Puljujärvi
    Wurde dieses Jahr mit Finnland Weltmeister: Jesse Puljujärvi. - keystone

    MVP

    Denis Malgin. Erstaunlich, dass dieser spielstarke Taktgeber diese Auszeichnung noch nie hat gewinnen können. Ein «Darkhorse»-Kandidat ist Biels neuer Abwehrchef Victor Söderström, aber Verteidiger haben es traditionell sehr schwer, nicht einmal Henrik Tömmernes konnte sich mit MVP-Meriten schmücken: Seit Petteri Nummelin 2002/03 in Lugano hat kein Abwehrspieler diese Auszeichnung mehr erhalten.

    Denis Malgin
    Wird Denis Malgin diese Saison zum Most Valuable Player? - keystone

    Torschützenkönig

    Jeff Skinner. Der Kanadier ist einer der klingendsten Namen, die seit der letzten Lockoutsaison 2012/13 den Weg in die National League gefunden haben. Skinner, 34, spielte 16 Jahre lang in der NHL. Er bestritt 1110 Partien (und schaffte es ein einziges Mal in die Playoffs), schoss in seiner besten Saison 40 Treffer und hat im Sommer nicht zuletzt wegen seiner Eindimensionalität nirgendwo mehr Unterschlupf gefunden.

    Skinner hat keinen Rückwärtsgang – und mit 34 ist er schlicht nicht mehr gut genug, um in der NHL die erste Geige zu spielen.

    Jeff Skinner
    Nach vielen Jahren in der NHL läuft Jeff Skinner künftig für den EHC Biel auf. - keystone

    Nun ist er für das für hiesige Verhältnisse stolze Nettosalär von 350’000 Franken in Biel gelandet, und eigentlich gibt es nur zwei Optionen: Er ist Biels spektakulärster Ausländer seit dem Duo Patrick Kane/Tyler Seguin und füllt den Gegnern die Netze. Oder es kommt zum schnellen Bruch mit dem Trainer Christian Dubé und zu einer vorzeitigen Vertragsauflösung.

    Biel hatte seit Ramil Yuldashev 1992/93 (43 Tore in 35 Spielen) nie mehr einen Torschützenkönig in seinen Reihen.

    Bester Goalie

    Sandro Aeschlimann. Die Nummer 1 des HC Davos hat 2025/26 umwerfend gespielt, hatte aber das Pech, dass Reto Berra die Saison seines Lebens spielte. Aeschlimann, 31, wird hinter einer Abwehr ohne Klas Dahlbeck und Michael Fora stärker gefordert sein als auch schon. Aber er hat die Ruhe und Abgeklärtheit, um endlich aus dem Schatten des Duos Berra/Genoni herauszutreten.

    Sandro Aeschlimann HCD
    Sandro Aeschlimann im Tor des HC Davos. - keystone

    Als erster Coach entlassen

    Lauri Marjamäki. Zwischen 1997 und 2013 organisierte der heutige Milliardär, Privatjetbesitzer und EVZ-Präsident Hans-Peter Strebel unter dem Namen «Cabarena» in der Aargauer Gemeinde Muri Kleinkunstveranstaltungen.

    Es ist nicht überliefert, ob sich in den 16 Jahren auch einmal eine Schmierenkomödie ins Programm einschlich. Aber auf das Zuger Sommertheater trifft die Bezeichnung zu. Für Marjamäki, 49, hat der EVZ rätselhafterweise eine sechsstellige Ablöse an Kloten entrichtet.

    EV ZUg Marjamäki
    Führt Lauri Marjamäki den EV Zug zum Erfolg? - keystone

    Aber die Leute, die ihn eingestellt haben (der Sportchef Reto Kläy und der CEO Patrick Lengwiler), sind nach einer unwürdigen Posse bereits Geschichte. Und das eklatante Center-Problem besteht weiterhin. Eine schwierige Konstellation für Marjamäki, der in Kloten trotz ansprechender Resultate durchaus auch Kritiker hatte.

    Die positive Überraschung

    Kloten. Bemerkenswert, wie der Sportchef Ricardo Schödler es trotz winzigem Budget geschafft hat, diese Mannschaft innert zwei Jahren deutlich aufzuwerten. Reto Berra wird dafür sorgen, dass es diesem Team nicht an Optimismus mangelt.

    Es gibt viele junge Wilde mit reichlich Potenzial, darunter den Stürmer Simon Meier, der die Entdeckung der Saison werden kann. Klotens Erfolgsaussichten hängen allerdings wesentlich davon ab, ob er für den erneut verletzten Erstliniencenter Brandon Gignac (die Antithese zu Bruce Willis in «Unbreakable») einen valablen Ersatz findet.

    Kommentare

    User #1671 (nicht angemeldet)

    Ja der Z wird jedes Jahr dank dem mit Abstand höchsten Budget (vielleicht neben Zug) als Meisterkandidat gehandelt. Aber letztes Jahr haben sie weder in Qualifikation noch in Playoffs überzeugt.

    User #5161 (nicht angemeldet)

    Biz Züri-lastig, dieser Bericht, findet ihr nicht?

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