Simon Haldemann: «Früher war alles besser»
Die Berner Innenstadt steht vor neuen Herausforderungen. Simon Haldemann von BernCity erklärt, was eine lebendige Innenstadt braucht.

Stimmt das wirklich? Vor zwanzig Jahren hiess der grösste Konkurrent der Innenstadt noch Einkaufszentrum. Heute passt er in jede Hosentasche. Mit wenigen Klicks lässt sich heute fast alles bestellen.
Das ist bequem und gehört längst zu unserem Alltag. Gleichzeitig wünschen wir uns attraktive Geschäfte, lebendige Gassen, gemütliche Cafés und Restaurants, Kultur, Sicherheit, Sauberkeit und Orte, an denen man sich gerne aufhält. Möglichst leicht erreichbar, möglichst ohne Baustellen und möglichst ohne Einschränkungen.
Die Ansprüche sind gestiegen. Und manchmal widersprechen sie sich. Und trotzdem bin ich überzeugt: Eine Innenstadt lebt von Dingen, die sich nicht bestellen und verschicken lassen.

Vom Lächeln einer Verkäuferin oder eines Verkäufers. Vom Espresso unter den Lauben. Vom zufälligen Treffen mit Bekannten. Von einem Schaufenster, das zum Stehenbleiben verleitet. Oder von einem Restaurantbesuch, der länger dauert als geplant.
Dass BernCity in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, erinnert daran, weshalb sich 2006 der City-Verband Bern, die Vereinigung Berner Spezialgeschäfte und der Berner Oberstadtleist zusammengeschlossen haben. Weil eine starke Innenstadt eine starke gemeinsame Stimme braucht.
Die Herausforderungen ändern sich. Unser Auftrag nicht. Denn eine attraktive Innenstadt ist keine Selbstverständlichkeit. Vor zwanzig Jahren nicht. Und sie wird es auch in Zukunft nicht sein.
Wer also sagt, früher sei alles besser gewesen, übersieht eines: Jede Generation muss ihre Innenstadt aufs Neue lebendig und attraktiv halten.
Zum Autor
Simon Haldemann ist der Geschäftsleiter von BernCity.








