EV Zug

Beim EV Zug wird nicht nur die Eishalle umgebaut

Neben der «OYM hall» wird auch rund um die beiden EVZ-Teams an der Zukunft gebaut.

In der OYM hall wird noch immer rege gebaut.
In der OYM hall wird noch immer rege gebaut. - Sofija Prsic und Michael Schwegler

Das Wichtigste in Kürze

  • Der EVZ empfängt seine Fans wegen des Umbaus erst Ende Oktober in Zug.
  • Paolo Duca soll als neuer CEO die sportliche Entwicklung des Klubs vorantreiben.
  • Die EVZ Women starten als Meisterinnen und Cupsiegerinnen mit hohem Druck.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und damit rückt auch die neue Eishockeysaison näher.

Beim EVZ ist der Saisonstart allerdings mit einer besonderen Situation verbunden: Die Heimstätte der Zuger Teams befindet sich weiterhin im Umbau. Unter dem Motto «Keep Building» arbeitet der Klub nicht nur an der OYM hall, sondern auch an seiner sportlichen Zukunft.

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Vinzenz Rohrer spielt neu beim EV Zug. - keystone

An einer Medienkonferenz erhielten die anwesenden Journalistinnen und Journalisten einen Einblick in die laufenden Arbeiten und die Pläne des EVZ. Dabei wurde deutlich: Der Klub will sich sowohl sportlich als auch neben dem Eis weiterentwickeln.

Eine neue OYM hall entsteht

Der Umbau der OYM hall ist das sichtbarste Zeichen dieser Entwicklung. Das Dach des Stadions wurde um vier Meter angehoben. Nach Abschluss der Arbeiten, der auf den Beginn der Saison 2027/28 vorgesehen ist, soll die Halle Platz für rund 9000 Zuschauerinnen und Zuschauer bieten.

Traust du dem EVZ den Meistertitel zu?

Doch nicht nur die Kapazität wird erweitert. Auch das Erlebnis rund um die Heimspiele soll aufgewertet werden. Ein neues Restaurant und eine Balkonterrasse sollen künftig zusätzliche Möglichkeiten bieten, sich vor dem Spiel zu verpflegen oder auf die Partie einzustimmen.

Paolo Duca stellt die sportliche Entwicklung in den Vordergrund.
Paolo Duca stellt die sportliche Entwicklung in den Vordergrund. - Sofija Prsic und Michael Schwegler

In der neuen Sportsbar können Sportfans zudem verschiedene Sportarten auf mehreren Bildschirmen verfolgen. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, müssen sich die EVZ-Fans allerdings noch gedulden. Das erste Heimspiel der neuen Saison wird aufgrund des Umbaus erst Ende Oktober in Zug stattfinden.

Paolo Duca übernimmt die Führung

Auch in der Klubführung gibt es eine Veränderung. Mit Paolo Duca hat der EVZ einen neuen CEO. Der frühere Sportchef von Ambri-Piotta kennt den Schweizer Eishockeybetrieb bestens und ist gleichzeitig mit Zug verbunden: Duca spielte in seiner aktiven Karriere selbst für den EVZ.

Die neue Aufgabe habe ihn deshalb nicht lange überlegen lassen. In seiner Funktion als CEO will Duca den Fokus insbesondere auf die sportliche Entwicklung des Klubs legen. Dabei zeigte er sich an der Medienkonferenz zufrieden mit der Arbeit, die bei beiden Teams geleistet werde.

Daniela Diaz stand den Medien für Auskünfte über ihr Team zur Verfügung.
Daniela Diaz stand den Medien für Auskünfte über ihr Team zur Verfügung. - Sofija Prsic und Michael Schwegler

Für Duca beginnt damit eine neue Aufgabe bei einem Klub, den er aus verschiedenen Perspektiven kennt. Nun geht es darum, die sportlichen Ambitionen mit den Entwicklungen neben dem Eis zusammenzuführen.

Men’s Team will Geduld bewahren

Auch beim EVZ Men hat sich auf die neue Saison hin einiges verändert. Mit Lauri Marjamäki steht ein neuer Trainer an der Bande. Der Finne ist in der National League kein Unbekannter: In der vergangenen Saison trainierte er den EHC Kloten.

Mit der Entwicklung seiner Mannschaft während der Vorbereitung zeigte sich Marjamäki zufrieden. Gleichzeitig machte er deutlich, dass eine Saisonentwicklung nicht über Nacht entsteht. Im Eishockey gehe es darum, sich Tag für Tag weiterzuentwickeln.

Eine besondere Herausforderung erwartet den EVZ bereits im Herbst. Vor der Nationalmannschaftspause im November wird das Zuger Team aufgrund des Umbaus deutlich weniger Spiele absolviert haben als andere Mannschaften.

Bis zu sechs Partien können im Vergleich fehlen – entsprechend gross ist der Rückstand auf der Tabelle, bevor überhaupt alle Teams gleich viele Spiele ausgetragen haben.

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Beim EV Zug hat man für diese Saison grosse Pläne. - keystone

Marjamäki will deshalb erst im Januar einen genaueren Blick auf die Tabelle werfen. Dann sollten die Mannschaften eine vergleichbar hohe Anzahl Spiele absolviert haben. Als Ausrede soll der unregelmässige Spielplan allerdings nicht dienen.

Die Vorbereitung habe gezeigt, welches Potenzial im Team steckt. Dazu beigetragen haben auch die neuen Spieler. Mit Verstärkungen wie Vinzenz Rohner und Jacob Moverare wurde der Kader ergänzt.

Nun muss sich zeigen, wie schnell die Mannschaft diese Veränderungen im Ernstkampf umsetzen kann.

EVZ Women’s Team gehen als Gejagte in die Saison

Noch grösser dürfte der Druck bei den EVZ Women sein. Das Team von Cheftrainerin Daniela Diaz geht nach einer aussergewöhnlich erfolgreichen vergangenen Saison als amtierender Meister und Cupsieger in die neue Spielzeit. Damit hat sich auch die Ausgangslage verändert.

In den vergangenen Jahren konnte sich das Zuger Team teilweise aus einer Position heraus entwickeln, in der die Konkurrenz zwar wusste, dass in Zug etwas entsteht, die Erwartungen aber noch weniger hoch waren.

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Im Februar 2026 wurde den EVZ-Fans das neue Logo präsentiert. - keystone

Nach dem Meistertitel und der erfolgreichen Titelverteidigung im Cup ist das anders. Die EVZ Women werden in der kommenden Saison zu den Gejagten gehören.

Jede Gegnerin wird versuchen, dem Schweizer Meister und Cupsieger Punkte abzunehmen. Damit steigen auch die Anforderungen an das Zuger Team. Um sich auf diese Situation vorzubereiten, reiste die Mannschaft nach Schweden.

Dort absolvierte sie mehrere Testspiele gegen starke schwedische Teams und konnte Erfahrungen auf internationalem Niveau sammeln. Mit entsprechendem Selbstvertrauen geht das Team nun in die neue Saison. Diese beginnt für die EVZ Women gleich mit einem Doppelwochenende: Zum Auftakt steht ein Auswärtsspiel in Neuenburg auf dem Programm, anschliessend folgt die Partie in Davos.

«Keep Building» als Leitgedanke

Die verschiedenen Entwicklungen beim EVZ passen zum Motto «Keep Building». Der Klub baut an seiner Heimstätte, entwickelt seine Strukturen weiter und will gleichzeitig sportlich an der Spitze des Schweizer Eishockeys bleiben.

Mit dem Stadionumbau entsteht eine moderne Infrastruktur, die künftig mehr Zuschauerinnen und Zuschauer aufnehmen und ihnen ein umfassenderes Erlebnis bieten soll.

Gleichzeitig stehen die beiden Teams vor unterschiedlichen sportlichen Herausforderungen. Beim Man's Team gilt es, trotz eines ungewöhnlichen Spielplans den Anschluss zu halten. Die EVZ Women müssen dagegen mit der neuen Rolle als Meisterinnen und Cupsiegerinnen umgehen.

Beide Teams starten damit unter unterschiedlichen Voraussetzungen in eine Saison, in der die Erwartungen hoch sind. Eines verbindet sie dennoch: Die Vorfreude auf die ersten Heimspiele in der umgebauten OYM hall.

Wenn Ende Oktober wieder Eishockey in Zug gespielt wird, dürfte sich zeigen, wie gross die Begeisterung rund um den EVZ ist.

Die hohe Nachfrage nach Saisonkarten für das Men's sowie das Women's Team deutet bereits darauf hin. Der EVZ baut damit nicht nur an einem neuen Stadion. Er arbeitet gleichzeitig an seiner sportlichen Zukunft.

Das Motto «Keep Building» beschreibt deshalb ziemlich genau, was beim Zuger Eishockeyklub derzeit passiert.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.

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