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    Gegen Krawalle: SVP-Stadtrat Glauser zu Demo-Verbot & Absperrgittern

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    In einem Vorstoss fordert SVP-Stadtrat Thomas Glauser ein Verbot von unbewilligten Demos in der Innenstadt. Diese soll abgeriegelt werden können.

    Gitter Bundesplatz Kundgebung
    Polizisten und Logistikpersonal stellen einen Schutzzaun auf dem Bundesplatz auf, am Abstimmungssonntag vom 28. November 2021. Die Gegner des Covid-19-Gesetzes hatten zu einer Kundgebung aufgerufen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Berner Innenstadt und Altstadt sollen unbewilligte Demos verboten sein.
    • Dies fordert SVP-Stadtrat Thomas Glauser in einem Vorstoss.
    • Analog zum Bundesplatz soll dieser Bereich auch abgeriegelt werden können.

    Die Ereignisse rund um die Gaza-Demonstration am 11. Oktober bewegt die Berner Politik weiterhin. Selbst auf nationaler Ebene gibt es Forderungen, wie künftig Ähnliches verhindert werden soll.

    SVP-Stadtrat Thomas Glauser will mit einem Vorstoss nun auf drei Ebenen ansetzen. Er fordert einerseits, dass in Altstadt, Innenstadt und auf dem Bundesplatz unbewilligte Demos verboten werden. Stattdessen sollen Standorte ausserhalb, wie die Schützenmatte oder das Neufeld, zur Verfügung gestellt werden.

    Zweitens soll der Gemeinderat nicht nur klären, wie gross die Umsatzeinbussen beim Gewerbe waren. Sondern die Unternehmen sollen auch entschädigt werden.

    Als dritten Punkt fordert Glauser, dass ein Dispositiv analog zum Bundesplatz auch für die Innenstadt und Altstadt geschaffen wird. Auf dem Bundesplatz gibt es fix installierte Verankerungen, wo gegebenenfalls hohe, stabile Gitter eingesetzt werden können.

    Auf diese Weise sollen auch Innenstadt und Altstadt abgeriegelt werden können, wie Thomas Glauser im BärnerBär-Interview im Detail ausführt.

    SVP-Stadtrat Thomas Glauser
    SVP-Stadtrat Thomas Glauser fordert ein Verbot unbewilligter Demos in der Innenstadt und eine Sperrung der Durchgänge. - Screenshot svp-stadt-bern.ch

    BärnerBär: Sie fordern, dass «unbewilligte Demonstrationen» verboten werden – ausser, sie finden ausserhalb des Stadtzentrums statt. Sie nennen als Beispiel die Schützenmatte oder das Neufeld. Was versprechen Sie sich von dieser Differenzierung?

    Thomas Glauser: Unbewilligte Demos sind eine Grauzone. Einerseits besteht das Grundrecht der Versammlungsfreiheit. Aber: Die Örtlichkeiten sind damit nicht festgelegt.

    Wenn schon, dann sollen solche Kundgebungen an zugewiesenen Plätzen durchgeführt werden. Wir hatten das in der Vergangenheit auch schon, beispielsweise letztes Jahr während der Weihnachtsmärkte: Da hat man unbewilligte Demos ganz klar abgelehnt.

    Vermummte unbewilligte Demonstration Palästina
    Maskierte Personen während der unbewilligten Demonstration in Solidarität mit dem palästinensischen Volk, am 11. Oktober 2025 in Bern. - keystone

    BärnerBär: Und wenn sich die Veranstalter, beziehungsweise die Demo-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer, nicht daran halten? Der Bundesplatz oder der Platz zwischen Heiliggeistkirche und Baldachin sind nun einmal beliebt und attraktiv.

    Glauser: Dann muss von Anfang an durchgegriffen werden. Ich sage immer: Jeder hat Anrecht, zu demonstrieren. Aber es hat auch jeder Anrecht auf Sicherheit in der Stadt.

    Die Stadt liegt im Unesco-Perimeter: Hier müssen wir Sorge tragen! Feuerwerk am 1. August ist aus diesem Grund auch verboten!

    Unesco-Weltkulturerbe Bern
    Der Unesco-Perimeter umfasst die Berner Altstadt in der Aareschlaufe und die angrenzende Innenstadt. Die rot schraffierte Fläche gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. - Screenshot bern.ch

    BärnerBär: Sie fordern auch eine Entschädigung des Gewerbes für die Umsatzeinbussen vom 11. Oktober. Sie lassen die Geldquelle in der Motion offen, aber es sollen wohl nicht Steuergelder fliessen? Denken Sie an Vorschläge wie den Einzug von Vermögen oder einen Fonds?

    Glauser: Es gab zum Teil drastische Umsatzeinbussen. Viele haben mich angerufen, es sei fast wie zu Coronazeiten.

    Grundsätzlich sollte das Verursacherprinzip gelten. Die Beweisführung ist aber natürlich manchmal schwierig. Eine Fonds-Lösung wäre auch denkbar.

    Die Musterlösung gibt es noch nicht, aber ganz klar ist: Die Stadt muss sich dazu Gedanken machen.

    Mein Eindruck ist einfach: Die Stadt will nicht viel tun. Nur kommen jetzt der Kanton und der Bund und wollen vorwärtsmachen. Wir im Stadtrat sollten doch gemeinsam Lösungen finden können!

    Restaurant Della Casa Brand
    Auf das Restaurant Della Casa wurde im Verlauf der Demonstration ein Brandanschlag verübt. Das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und besteht zu grossen Teilen aus Holz. - keystone

    BärnerBär: Sie fordern nicht zuletzt, dass es für Innenstadt und Altstadt fixe Installationen gibt wie beim Bundesplatz. Dort gibt es Verankerungen im Boden, wo Absperrgitter montiert werden können. Für die Sperrung eines ganzen Quartiers müssten aber sehr viele Strassen gesperrt werden können.

    Glauser: Man müsste ein Sicherheitsdispositiv machen für die Stadt Bern. Als vorbeugende Massnahme. So, dass man innert kürzester Zeit Absperrgitter installieren kann.

    Wasserwerfer Absperrgitter Bundesplatz Demonstration
    Die Polizei setzt den Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, von hinter den verankerten Absperrgittern auf dem Bundesplatz, während einer Demonstration gegen Covid-Massnahmen, am 16. September 2021. - keystone

    BärnerBär: Soll das Gebiet komplett gesperrt werden oder wäre die Idee, dass dennoch kontrolliert Einlass gewährt würde?

    Glauser: Es braucht weiterhin offene Zugänge für die normalen Leute. Wenn man die Zirkulation in der Stadt nicht hat, hat das Gewerbe auch den Umsatz nicht. Wer allerdings mit Taucherbrille, Vermummungsmaterial, Hammer und Steinschleuder auftaucht, geht nicht an einen Kindergeburtstag!

    Kommentare

    User #5267 (nicht angemeldet)

    Wenn die Sicherheit absolute Priorität hat, warum wird dann die Migrationspolitik nicht geändert und die Aussengrenzen besser kontrolliert und geschützt?????? 👆🤔🤔🤔

    User #5267 (nicht angemeldet)

    Wer seine Aussengrenzen nicht schützt und interne Mauern aufbauen muss, hat nicht nur versagt sondern kapituliert. Das sichere Einkommen der Politiker und Verschwendungen der Politiker ist ja von den Steuerzahler gesichert und unterliegt keiner Wirtschaftskriese. Das Volk ist längst nicht mehr der Souverän sondern beim BR angestellt. Punkt. 🤑🤑🤑👆👆👆💙💙💙

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