Frühlings-Spaziergang mit GLP-Gemeinderätin Melanie Mettler
Bern gestaltet sich nicht nur in Sitzungen, sondern auch zwischen zwei Menschen, die bereit sind, einander zuzuhören. Ein Gastbeitrag von Melanie Mettler (GLP).

Die Aare glitzert Spazierenden verführerisch grün ins Gesicht, auf den Bänken wird diskutiert, irgendwo wird gelacht, jemand trinkt Tee. Es sind diese einfachen Momente, in denen man merkt, wie Gemeinschaft gelebt ist – ganz ohne grosses Aufheben.
Man begegnet sich, bleibt kurz stehen, wechselt ein paar Worte. Nichts Spektakuläres, aber tragend.
Eine ganz andere Sprache sprechen Schlagzeilen. Ein Thema wird wie ein Stein im Teich in die Runde geworfen und die Wellen werden mitunter schnell gross. Das ist manchmal wichtig.

Aber manchmal hat man auch das Gefühl, dass wir uns in Spiralen und Aktivismus manövrieren lassen: Vorstösse hier, offene Briefe dort, Empörung dazwischen.
Viel Bewegung, aber wenig Begegnung. Es wird zugespitzt und mit jeder Runde zugespitzter… und doch bleibt das direkte Gespräch erstaunlich selten.
Dabei habe ich kürzlich etwas anderes gesehen. Nach einer hitzigen Diskussion im Quartier – es ging um etwas ganz Alltägliches – standen am Ende noch ein paar Leute zusammen. Nicht vor Mikrofonen oder hinter Tastaturen, sondern zuhörend, nachfragend, auch mal widersprechend.
Und plötzlich wurde offensichtlich, dass hinter jeder Meinung auch eine Erfahrung steht. Vielleicht ist genau das die leise Stärke unserer Demokratie: Dass wir uns treffen können. Dass diejenigen, die entscheiden, die umsetzen und die betroffen sind, miteinander sprechen. Nicht perfekt, nicht immer elegant, aber dass wir uns aushalten, auch wenn es nicht sofort passt.
Und vielleicht beginnt das gar nicht im Grossen, sondern genau dort, wo wir sowieso schon sind: beim Spazieren, beim kurzen Gespräch, beim Innehalten.
Bern gestaltet sich nicht nur in Sitzungen – sondern auch zwischen zwei Menschen, die bereit sind, einander zuzuhören.
Zur Autorin
Melanie Mettler (*1977), Mitglied der GLP, ist seit 2025 Gemeinderätin der Stadt Bern und leitet die Direktion für Finanzen, Personal und Informatik.









