Nach WEF und vor Wahlen – Melanie Mettler (GLP): «Kante zeigen»
Die Berner Gemeinderätin Melanie Mettler (GLP) äussert sich in ihrem Gastbeitrag zum WEF in Davos und zu den anstehenden Wahlen im Kanton Bern.

Die Berichterstattung zum Treffen der Entscheidungstragenden am WEF in Davos letzte Woche zeigt eindrücklich: Es ist nun allen klar, dass die regelbasierte liberale Weltordnung Geschichte ist.
Für einen kleinen Staat wie die Schweiz, der seinen Wohlstand geschickt innerhalb dieser Regeln aufgebaut hat, sind das üble Neuigkeiten.

Man könnte meinen, man könne sich jetzt nur noch entscheiden zwischen zwei Positionen: Kante zeigen oder sich anpassen. Das wird mancherorts zu einer moralischen Frage der Haltung heraufstilisiert.
Der kanadische Premier und andere haben diesen starren Gegensatz klarsichtig durchbrochen: Es geht darum, sich in einer Welt, in der sich die Mächtigsten an keine Regeln mehr halten, zusammenzuraufen und in der Vielfalt die Stärke zu entdecken. Die guten Neuigkeiten sind, dass das eine Kernkompetenz der Schweiz ist.

Unsere liberalen Vorfahren haben bei der Einführung unserer Demokratie und unseres modernem Bundesstaats genau das erkannt: dass die Vielfalt eine Stärke sein kann.
Wenn es gelingt, dass verschiedene Blickwinkel und Interessen zusammen eine Lösung bauen, dann erreichen wir ein besseres und langlebigeres Resultat, als wenn einfach eine einzelne Gruppe entscheidet.
Auf der Bühne der Weltpolitik haben wir als Stimmbevölkerung des Kantons Bern herzlich wenig zu bestimmen. Aber schon bald finden unsere Kantonswahlen statt.
Da können sich alle wieder einmal überlegen, ob nun der Moment ist, «Kante zu zeigen» und Kräfte zu stärken, die mit Mehrheit an den Polen rechts oder links durchregieren möchten.
Oder ob wir die Zentrumskräfte stärken, die uns helfen, uns auf die urschweizerische Stärke zurückzubesinnen: dass die wahre Kraft in der Vielfalt steckt.
Zur Autorin
Melanie Mettler (*1977), Mitglied der GLP, ist seit 2025 Gemeinderätin der Stadt Bern und leitet die Direktion für Finanzen, Personal und Informatik.












