Berner Regierung verteidigt Kredit für Gastauftritt im Jura
Der Berner Regierungsrat hat den Kredit von 600'000 Franken für den Gastauftritt am Marché-Concours in Saignelégier JU verteidigt. Es handle sich um eine strategische Investition in die Standort- und Tourismusförderung, schrieb er in seiner Antwort auf eine Interpellation.

SVP-Grossratsmitglieder aus dem Berner Jura hatten darauf hingewiesen, dass frühere Gastkantone mit kleineren Beiträgen ausgekommen seien. In Zeiten der Sparzwänge stelle sich die Frage, ob der hohe Betrag des Kantons Bern angemessen sei.
Die 600'000 Franken seien eine Obergrenze, schrieb der Regierungsrat in seiner Antwort. Der Anlass sei bedeutsam für die Pflege der Beziehungen zum Kanton Jura, aber auch für die wirtschaftliche und touristische Ausstrahlung des Kantons Bern.
Als grösster Pferdekanton der Schweiz wolle Bern mit über 100 Pferden präsent sein, was hohe Anforderungen an Logistik, Sicherheit und Infrastruktur stelle. Die Kosten für den Galaabend und das offizielle Bankett beliefen sich auf rund 55'000 Franken und machten weniger als zehn Prozent des Gesamtbudgets aus.
Der Kanton übernehme dabei lediglich die musikalische Umrahmung sowie das Dessert für rund 800 Ehrengäste. Speisen und Getränke würden von den Organisatoren der Pferdeschau getragen.
Der Marché-Concours national de chevaux in Saignelégier ist ein traditionsreiches Volksfest, das jeweils am zweiten Wochenende im August stattfindet und bis zu 50'000 Menschen anzieht. Bern ist der einzige Kanton, der noch nie offiziell eingeladen wurde.
Hintergrund ist der Jura-Konflikt; Saignelégier war bis Ende 1978 bernisch. Nach der Gründung des Kantons Jura schwelte der Konflikt weiter. Bern als Ehrengast war lange undenkbar. Mit dem Wechsel von Moutier zum Jura hat sich das geändert.
Die Aktivitäten des Ehrengastes umfassen jeweils Pferdedarbietungen, den Betrieb eines Gastkantonzeltes, die Durchführung des Galaabends, die Mithilfe beim offiziellen Bankett sowie die Gestaltung des grossen Festumzugs.










