Lea Bill (GB): «Klimaschutz: Jetzt und sozialverträglich!»
Klimaschutz lohnt sich, auch auf lokaler Ebene. GB-Stadträtin Lea Bill hofft, dass die Klimagerechtigkeitsinitiative in Bern bald zur Abstimmung kommt.

Soviel ist klar: Die Klimakrise ist kein Zukunftsszenario. Die Klimakrise ist hier und jetzt: Gletscher schmelzen, schneearme Winter sind normal, Hitzetage, Dürren und Unwetter nehmen zu.
Klar ist auch, wie wir die Klimakrise bekämpfen können: Den CO2-Ausstoss reduzieren und Klimaneutralität erreichen. Klar auch: Für eine lebenswerte Zukunft müssen wir jetzt in den Klimaschutz investieren. Diese Investitionen kosten, aber keinen Klimaschutz können wir uns schlicht nicht leisten.

Die Stadt Bern hat bereits Klimaziele festgelegt und mit der Energie- und Klimastrategie 2035 einen Massnahmenkatalog verabschiedet, um Netto Null zu erreichen. Nicht klar ist aber, wie diese Massnahmen finanziert werden sollen.
Die bestehende Finanzierung reicht nicht aus und droht bei jeder Sparrunde zusammengestrichen zu werden. Deshalb haben wir vor einem guten Jahr in der Stadt Bern die Klimagerechtigkeitsinitiative eingereicht.
Was will die Klimagerechtigkeitsinitiative?
Die Klimagerechtigkeitsinitiative will finanzielle Sicherheit: Die Stadt Bern hat ihre Klimaziele und die Massnahmen, die es braucht, diese Ziele zu erreichen, längst gesetzt. Doch: Die Finanzierung ist nicht gesichert. Deshalb fordert die Initiative einen Klimafonds. Jährlich sollen 20 Millionen Franken in Klimamassnahmen fliessen, bis die Stadt Bern klimaneutral ist.
Die Klimagerechtigkeitsinitiative will Gerechtigkeit. Die Klimakrise ist nicht gerecht: Verursacht wird sie von den Reichen, leidtragend sind die Armen.
Solidar Suisse hat berechnet, dass das reichste eine Prozent der Schweizerinnen und Schweizer achtmal (!) so viel CO2 verursacht wie die ganze ärmere Hälfte der Bevölkerung – also die 50 Prozent mit dem tiefsten Einkommen oder Vermögen.
Reiche können sich gleichzeitig besser vor der Klimakrise schützen als Arme. Nur ein Beispiel: In einer Villa mit Pool und Garten mit Schatten spendenden Bäumen ist es mehrere Grad kühler als in einer Blockwohnung in einem baumarmen Quartier.
Deshalb sollen die Hauptverursacherinnen und Hauptverursacher der Klimakrise auch einen höheren Anteil an die Klimamassnahmen bezahlen, zum Beispiel über die Gewinnsteuern für Unternehmen.
Die Klimagerechtigkeitsinitiative will Tempo: 2040 soll Bern klimaneutral sein. Damit das klappt, muss das Klima zur politischen Priorität in Bern werden: Gebäude energetisch sanieren, fossile Heizungen ersetzen, klimafreundlichen Verkehr fördern – das soll dank der Initiative energisch vorangetrieben werden.
Ich bin überzeugt, dass die Schweiz unbedingt handeln muss: Es kann nicht sein, dass alle warten, bis «die anderen» handeln und die Schweiz kann eine Vorreiterinnenrolle im Klimaschutz einnehmen. Ich bin sogar überzeugt, dass es sich lohnt, auf lokaler Ebene zu handeln.
Ich hoffe, dass die Klimagerechtigkeitsinitiative noch in diesem Jahr zur Abstimmung kommt, denn ja, wir müssen handeln, und zwar schnell.
Zur Autorin
Lea Bill ist Berner Stadträtin für das Grüne Bündnis und Co-Fraktionspräsidentin GB/JA!. Bei den Grossratswahlen 2026 tritt sie als Spitzenkandidatin für das Grüne Bündnis an.








