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    Vier Mittelmeerstaaten fordern Schritte der EU gegen Seenotretter

    Keystone-SDA
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    Italien,

    Vier Mittelmeerstaaten haben in einem gemeinsamen Schreiben über den Umgang Europas mit der Migrationskrise geklagt. Dazu haben sie Massnahmen angedeutet.

    Das Rettungsschiff «Open Arms» im Mittelmeer vor der Küste der Insel Lampedusa. Foto: Friedrich Bungert/Sea Watch
    Das Rettungsschiff «Open Arms» im Mittelmeer vor der Küste der Insel Lampedusa. Foto: Friedrich Bungert/Sea Watch - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vier Mittelmeerstaaten fordern Schritte der EU gegen Seenotretter.
    • Dazu haben sie Massnahmen gegen private Seenotretter angedeutet.

    Vier südliche EU-Mittelmeerstaaten haben sich in einem gemeinsamen Schreiben über den Umgang Europas in der Migrantenkrise beklagt und Massnahmen gegen private Seenotretter angedeutet. Italien, Griechenland, Zypern und Malta kritisierten, dass die zivilen Schiffe «völlig unabhängig von den zuständigen staatlichen Behörden handeln», wie es in einer Mitteilung vom Wochenende hiess.

    «Wir bekräftigen unseren Standpunkt, dass der Modus Operandi dieser privaten Schiffe nicht dem Geist des internationalen Rechtsrahmens für Such- und Rettungsaktionen entspricht, der respektiert werden sollte.»

    Italien will «neue Massnahmen» gegen Schiffe

    Italiens neue Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von der ultrarechten Partei Fratelli d'Italia hatte schon am Freitag gesagt, dass es «neue Massnahmen» geben werde gegen die Schiffe der NGOs.

    giorgia meloni
    Giorgia Meloni, die Ministerpräsidentin von Italien. - Lapresse / Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa

    Details nannte sie nicht. «Jeder Staat muss seine Gerichtsbarkeit und Kontrolle über die unter seiner Flagge fahrenden Schiffe tatsächlich ausüben», fordern die vier Staaten in ihrem Schreiben. Die EU-Kommission und der Ratsvorsitz sollen «notwendige Schritte» unternehmen, damit eine Diskussion über die Zukunft solcher Einsätze geführt wird.

    Malta weist Retter seit Jahren zurück

    Seit Jahren sind zivile Organisationen im zentralen Mittelmeer im Einsatz, um mit ihren Schiffen Migranten und Geflüchtete aufzunehmen. Sie ersuchen dann regelmässig in Malta und Italien um die Erlaubnis, einen Hafen anfahren zu dürfen.

    Malta weist die Anfragen nach Angaben der Retter seit Jahren zurück, in Italien durften die Schiffe nach oft tagelangem Warten dann stets anlegen. Anfang dieser Woche verweigerte Melonis Regierung dann aber der Organisation SOS Méditerranée, mit ihrem Schiff «Ocean Viking» und 234 Migranten an Bord, in Sizilien in einen Hafen zu fahren.

    Das Schiff legte im südfranzösischen Toulon an, was zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Paris und Rom führte. «Italien respektiert weder das internationale Recht noch das Schifffahrtsrecht», sagte Frankreichs Aussenministerin Catherine Collona der Zeitung «Le Parisien» (Sonntag).

    Das Schiff sei nur ausnahmsweise aufgenommen worden. «Es wird Konsequenzen haben, wenn Italien an dieser Auffassung festhält.» Paris setzte eine im Juni getroffene Solidaritätsvereinbarung, wonach Mittelmeermigranten von Italien übernommen werden sollten, vorerst aus und verstärkte seine Kontrollen an der italienisch-französischen Grenze.

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