Sommer startet – aber Seen und Flüsse haben erst 14 Grad
In den nächsten Tagen kommt die Schweiz ordentlich ins Schwitzen! Doch trotz der heissen Temperaturen ist der Sprung ins Wasser noch nichts für Gfrörlis.

Das Wichtigste in Kürze
- Nächste Woche könnten die Temperaturen erstmals an der 30-Grad-Marke kratzen.
- Reichen ein paar Tage Sonne, um den Sprung ins nächste Gewässer zu wagen?
- Experten ordnen für Nau.ch ein, wann Seen und Flüsse in der Schweiz angenehm warm sind.
Endlich ist es so weit: Der Sommer steht vor der Tür!
Die Temperaturen steigen, die Sonnencreme vom letzten Jahr wird hervorgekramt und der Balkon wird wieder zum zweiten Wohnzimmer.
Schon heute gibt's 23 Grad, morgen Freitag 26.
Und nächste Woche kratzt das Thermometer in der Schweiz sogar an der 30-Grad-Marke.
Mit den ersten Hitzetagen wächst auch die Lust auf die Abkühlung im See oder Fluss. Doch reichen ein paar sonnige Tage schon aus, damit die Badesaison richtig lanciert werden kann?
Noch braucht es dafür vor allem eines: Überwindung. «Die Wassertemperaturen der grösseren Flüsse im Mittelland liegen aktuell meist zwischen 10 und 14 Grad», dämpft Michèle Oberhänsli, Hydrologin beim Bundesamt für Umwelt, bei Nau.ch die Hoffnungen.
Ganz hoffnungslos ist die Lage aber nicht. Vor allem kleinere und flachere Gewässer reagieren schnell auf sonnige Tage.
«Massgebend für die rasche Erwärmung sind insbesondere eine geringe Wassertiefe, ein geringes Wasservolumen, starke Sonneneinstrahlung sowie eine langsame Fliessgeschwindigkeit», erklärt Oberhänsli.
Im See ist's meist wärmer
Die Expertin sagt: Während sich Flüsse nach warmen Tagen oft rasch aufwärmen, kühlen sie genauso schnell wieder ab. Tiefe Seen bräuchten deutlich länger – speichern die Wärme dafür aber besser.
Wer nun auf einen frühen Bade-Sommer gehofft hat, dürfte enttäuscht werden: «Die erste Monatshälfte im Mai 2026 verlief im Vergleich zum April 2026 wechselhafter. Mit häufigeren Niederschlägen und zeitweise eher tiefen Lufttemperaturen», so die Expertin.
Die Wassertemperaturen lägen derzeit mehrheitlich im saisonal üblichen Bereich.
Immerhin könnte die kommende Woche einiges verändern. Zumindest bei kleineren Gewässern: «Kleine und flache Seen erwärmen sich nach wenigen warmen Tagen deutlich. Grosse und tiefe Seen wie beispielsweise der Zürichsee oder der Thunersee reagieren wegen ihres grossen Wasservolumens deutlich träger.»
Entscheidend seien nun längere sonnige und warme Phasen in den kommenden Wochen.
Schweizer Seen schon zwei Grad wärmer
Für alle Gfrörlis gibt es trotzdem gute Nachrichten.
Damien Buffard von der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) verweist auf eine aktuelle Studie: «Die Oberflächentemperatur der Schweizer Seen ist seit 1980 um etwa 0,47 Grad pro Jahrzehnt gestiegen. Was einer Gesamterwärmung von rund zwei Grad über diesen Zeitraum entspricht.»

Und besonders brisant: Schweizer Seen gehören laut des Experten weltweit zu den Gewässern, die sich am stärksten erwärmen.
Im Moment braucht es für einen Sprung ins Wasser definitiv eine gute Portion Mut: Der Zürichsee kommt auf kühle 16,2 Grad, der Vierwaldstättersee kratzt mit knapp 14 Grad schon deutlich an der Schmerzgrenze. Und die Aare lässt mit 13,5 Grad selbst hartgesottene Schwimmer kurz zusammenzucken.
Murtensee knackt fast 20 Grad
Doch für viele Städter gibt es bereits einen ersten Lichtblick: Die Seen legen spürbar zu und nähern sich langsam der Badesaison.
Besonders der Murtensee macht einen Sprung nach vorn und erreicht laut Eawag-Daten bis Sonntag bereits 19,3 Grad. Damit ist die 20-Grad-Marke in Reichweite. Auch der Zürichsee zieht an und dürfte am Sonntag auf rund 18,5 Grad kommen.
Der Bielersee schafft immerhin 16,5 Grad, bleibt damit noch im kühlen Bereich. Richtig frisch bleibt es dagegen im Thunersee – dort werden maximal 15,5 Grad erwartet.












