Appenzeller Zweitklässler erfüllen Grundkompetenz «Hören» gut
Die Schülerinnen und Schüler aus Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden erreichen bei Grundkompetenztests mehrheitlich gute Resultate. Besonders stark schneiden beide Kantone beim Hörverständnis ab. Unterschiede zeigen sich hingegen beim Lesen und in Mathematik.

Laut Mitteilung des Kantons Appenzell Innerrhoden fand erstmals eine Untersuchung der Sprach- und Mathematikkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern am Ende der 2. Primarklasse statt. Nun liegen die Ergebnisse vor.
Getestet wurden knapp 20'000 Schülerinnen und Schüler in rund 1150 Schulen der Schweiz. Die Tests zeigten, dass die Harmonisierung zwischen den Kantonen recht weit fortgeschritten sei, schreibt der Kanton Appenzell Innerrhoden in einer Mitteilung vom Donnerstag. «Damit erfüllen die Kantone nicht nur das Verfassungsziel, sondern stellen langfristig sicher, dass für alle Kinder und Jugendliche, unabhängig von ihrem Wohnort, auf ihrem Bildungsweg vergleichbare Bedingungen gelten.»
In Appenzell Innerrhoden nahmen laut Mitteilung alle zehn Primarschulen an der Erhebung teil. Mit den Ergebnissen ist man zufrieden. In beiden Fachbereichen übertrafen die Schülerinnen und Schüler den nationalen Schnitt. Im Bereich «Deutsch Hören» hätten 93 Prozent der Kinder die definierten Grundkompetenzen, im Bereich «Deutsch Lesen» und in Mathematik 85 Prozent erreicht.
Signifikant sei der Unterschied zum nationalen Schnitt in Mathematik, was aus Sicht des Volksschulamtes nachvollziehbar ist: Innerrhoder Schulkinder besuchten wesentlich mehr Mathematikstunden, als die Richtwerte des Lehrplans vorgäben. Allerdings: Die Stichprobe mit knapp 140 Schülerinnen und Schülern ist markant kleiner als in anderen Kantonen. Die statistischen Unwägbarkeiten seien deshalb grösser.
Auch im Kanton Ausserrhoden wurden die Grundkompetenzen der Zweitklässler überprüft und 600 Schülerinnen und Schüler getestet. Mit 93 Prozent erreiche ein sehr hoher Anteil der getesteten Lernenden von Appenzell Ausserrhoden die nationalen Bildungsziele beim «Hören in der Schulsprache», heisst es in einer entsprechenden Mitteilung vom Donnerstag. Der Wert liege 6 Prozentpunkte über dem gesamtschweizerischen Ergebnis. Die Ergebnisse bei «Lesen in der Schulsprache» lägen mit 75 Prozent leicht unter dem nationalen Durchschnitt, wiesen jedoch «eine gewisse Streuung» auf.
Der Erreichungsgrad in Mathematik ist laut Mitteilung von Appenzell Ausserrhoden gesamtschweizerisch sowie für Ausserrhoden selbst moderat tief. Mit 73 Prozent erreichen rund drei Viertel der getesteten Lernenden von Appenzell Ausserrhoden die nationalen Bildungsziele.
Die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) ist eine national durchgeführte Leistungsuntersuchung in der obligatorischen Schulzeit. Im Frühjahr 2024 fand erstmals eine Untersuchung der Sprach- und Mathematikkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern am Ende der 2. Primarklasse statt. Wie aus beiden Mitteilungen hervorgeht, zeigte sich, dass die soziale Herkunft die Testergebnisse am stärksten beeinflusste.






