Am Sonntag findet im südspanischen Andalusien eine Regionalwahl statt. Die Rechtspopulisten hoffen auf eine Regierungskoalition
Ein Mann wirft seinen Stimmzettel in eine Wahlurne in einem Wahllokal in Sevilla. Mehr als 6,5 Millionen Andalusier sind aufgerufen, ihre Vertreter im Parlament zu wählen. Foto: Angel Garcia/ZUMA Press Wire/dpa
Ein Mann wirft seinen Stimmzettel in eine Wahlurne in einem Wahllokal in Sevilla. Mehr als 6,5 Millionen Andalusier sind aufgerufen, ihre Vertreter im Parlament zu wählen. Foto: Angel Garcia/ZUMA Press Wire/dpa - sda - Keystone/ZUMA Press Wire/Angel Garcia

Bei der Regionalwahl am Sonntag in der südspanischen autonomen Region Andalusien kann der konservative Amtsinhaber Juanma Moreno von der Volkspartei PP auf einen hohen Wahlsieg hoffen. Umfragen sagten seiner Partei fast eine Verdoppelung der Sitze im Parlament in Sevilla voraus. Sollte die PP die Mehrheit von 55 Sitzen dennoch verpassen, hat der Regionalregierungschef auch eine Koalition mit der rechtspopulistischen Vox nicht ausgeschlossen, die seine Regierung schon bisher tolerierte. Auch der Rechtsaussen-Partei wurden erhebliche Stimmengewinne vorhergesagt.

Damit würde die bevölkerungsreichste Gemeinschaft Spaniens nach Kastilien und León schon die zweite autonome Gemeinschaft Spaniens, in der Vox an einer Regionalregierung unter Führung der PP beteiligt wäre. Anders als in Deutschland gibt es in Spanien keine sogenannte Brandmauer zu den Rechten – es ist kein Tabu, mit ihnen zu koalieren oder mit ihren Stimmen Mehrheiten zu erzielen.

Morenos bisheriger liberaler Koalitionspartner Ciudadanos dürfte den Umfragen zufolge abstürzen. Auch der sozialistischen PSOE des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez, die Andalusien bis 2018 jahrzehntelang regierte, sagten die Umfrageinstitute eine Wahlschlappe vorher. Die Partei habe nach der langen Regierungszeit ihre Oppositionsrolle nicht wirklich ausgefüllt, schrieben Analysten. Auch habe die PP in Andalusien unter dem gemässigten Moreno eine relativ erfolgreiche Politik gemacht.

Als entscheidend galt auch, wie viele der 6,6 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben würden. 2018 war die Beteiligung auf 56,5 Prozent gefallen. Mit belastbaren Ergebnissen wurde für den Abend gerechnet.

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