Selenskyj will Patriot-Systeme im Krieg selbst bauen
Die Ukraine kämpft im Krieg um mehr Unabhängigkeit bei der Luftverteidigung: Selenskyj beantragt Lizenzen zur Eigenproduktion von Patriot-Raketen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den USA vorgeschlagen, der Ukraine die Baupläne für Patriot-Raketenabwehrsysteme zu überlassen. Sein Land soll die Systeme künftig eigenständig herstellen, berichtet «T-Online».
«Ich habe mit Trump über die Übertragung von Lizenzen zur Herstellung dieser Systeme gesprochen», sagte Selenskyj am G7-Gipfel-Rande. «Der US-Präsident reagierte positiv.»
Selenskyj ergänzte auf Telegram, die Stärkung der Verteidigung habe höchste Priorität im Krieg. «Die Hauptsache ist, an der Stärkung unserer Verteidigung zu arbeiten und US-Lizenzen für die Produktion von Luftabwehrsystemen zu erhalten.»
Krieg verschärft den Mangel an Patriot-Raketen
Das Patriot-System ist derzeit das einzige Boden-Luft-System der Ukraine, das russische ballistische Raketen wirksam abfangen kann. Die Systeme werden von den US-Unternehmen Raytheon und Lockheed Martin hergestellt, berichtet «T-Online».
Die Bestände an PAC-3-Raketen für das Patriot-System sind unterdessen auf ein «kritisches» Niveau gesunken, berichtet der «Tagesspiegel». Der ukrainische Digitalminister Fedorow erklärte, die Ukraine verfüge über ein «erhebliches Potenzial zur eigenständigen Herstellung von Raketenabwehrsystemen und Raketen».
Der Engpass an Abwehrraketen hat sich durch den US-Krieg gegen den Iran weiter verschärft. Dadurch wurden Teile der US-Bestände umgeleitet und stehen der Ukraine nicht mehr zur Verfügung, erklärt die «taz».
Merz sieht Lizenzen als Lösung im Krieg
Beim G7-Gipfel in Evian sagten die Industrienationen der Ukraine mehr Unterstützung bei der Luftverteidigung zu. Die Staats- und Regierungschefs prüfen zudem eine Lizenzvergabe für die Produktion westlicher Waffen an Kiew.

Bundeskanzler Merz erklärte laut der «taz», die zu geringe Produktion könne durch Lizenzerteilungen ausgeglichen werden. Unternehmen mit den nötigen Kapazitäten – auch ukrainische – sollten dabei einbezogen werden.
Selenskyj zeigte sich nach dem Gipfel kämpferisch und hoffnungsvoll zugleich, berichtet «T-Online». «So Gott will, werden wir diesmal die Lizenzen zur Herstellung der entsprechenden Raketenabwehrsysteme und Raketen erhalten», sagte er.
















