USA und Iran einigen sich – was der Deal wirklich regelt

Esada Kunic
Esada Kunic

Frankreich,

USA und Iran haben ihr Rahmenabkommen unterzeichnet. Es regelt ein Kriegsende und Sanktionen, lässt aber zentrale Fragen offen.

trump usa und iran
Das Abkommen zwischen USA und Iran ist unterschrieben und gilt sofort. Beim Atomprogramm und bei Gebühren bleibt vieles unklar. (Symbolbild) - keystone

US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Massud Peseschkian haben das Rahmenabkommen zwischen USA und Iran unterzeichnet. Die Vereinbarung trat damit sofort in Kraft, berichtet das «ZDF».

Eigentlich war eine Zeremonie erst am Freitag in der Schweiz geplant. Trump unterschrieb das Dokument laut «Tagesspiegel» aber bereits in Versailles.

Kann der USA-Iran-Deal dauerhaften Frieden bringen?

Dort war er nach dem G7-Gipfel von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Abendessen eingeladen worden.

Ende der Kämpfe vereinbart

Der Text sieht laut «ZDF» ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Kriegs vor, auch im Libanon. USA und Iran sowie ihre Verbündeten sollen von weiteren Kampfhandlungen absehen.

Welche Verbündeten genau gemeint sind, bleibt unklar.

Auch die gegenseitige Seeblockade soll enden. Iran öffnet die Strasse von Hormus, die USA heben die Blockade iranischer Häfen schrittweise auf.

Sanktionen und Gelder für Teheran

Die USA setzen Sanktionen auf den iranischen Energiehandel ab sofort aus.

Nach einer endgültigen Vereinbarung sollen laut «ZDF» sämtliche Sanktionen gegen den Iran komplett aufgehoben werden.

Iran erhalte zudem Zugriff auf eingefrorene Vermögenswerte sowie einen Wiederaufbaufonds, berichtet «T-Online». Die Summe dafür liege bei 300 Milliarden Dollar (etwa 240 Milliarden Franken).

Kritik aus den USA

Der demokratische Senator Adam Schiff bezeichnete das Abkommen als Kapitulation der US-Regierung, wie «T-Online» schreibt.

Trump usa und iran
Trump unterschrieb das Rahmenabkommen in Versailles. - keystone

Der Iran erhalte viel, während die USA lediglich eine erneute Zusage zum Atomverzicht bekämen.

Auch in Israel wird die Einigung zwischen USA und Iran kritisch gesehen, berichtet das «ZDF». Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor erklärt, der Kampf gegen Iran und seine Verbündeten sei nicht abgeschlossen.

Atomprogramm bleibt grösstes offenes Thema

Beim iranischen Atomprogramm bleiben zentrale Fragen ungeklärt. Iran bekräftigt im Text lediglich, niemals Atomwaffen bauen zu wollen.

Als Mindestmassnahme soll das hochangereicherte Uran unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde verdünnt werden.

Eine endgültige Vereinbarung dazu soll laut «ZDF» innerhalb von 60 Tagen folgen.

Streit um Gebühren ungelöst

Offen bleibt auch die Frage von Gebühren für die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus.

Iran hatte solche Gebühren gefordert, die USA lehnten dies bisher ab.

hormus usa und iran
USA und Iran beenden den Krieg. Ob Gebühren für die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus erhoben werden, bleibt unklar. - keystone

Für die 60-tägige Verhandlungsphase soll es laut «Tagesspiegel» keine Gebührenerhöhung geben. Künftige Regeln will Iran direkt mit dem Oman besprechen.

USA und Iran: Was der Kongress noch entscheiden muss

Sanktionserleichterungen kann Trump zunächst per Ausnahmegenehmigung gewähren, erklärt SWP-Experte Sascha Lohmann laut «ZDF».

Diese Regelung gelte aber nur bis zu einem finalen Abkommen.

Danach müsse der US-Kongress den weiteren Schritten zustimmen. Wie die Abstimmung dort ausfällt, ist derzeit offen.

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Kommentare

User #7133 (nicht angemeldet)

Adam Schiff hat absolut recht. Alles nur eine trumpsche Farce.

User #9391 (nicht angemeldet)

In der Titelzeile steht die Frage, was der Deal USA/ Iran wirklich bringt. Die Antwort ist einfach: NICHTS, REIN GAR NICHTS

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