Krieg

Bundesökonomen senken BIP-Prognosen wegen Iran-Krieg leicht

Keystone-SDA
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Bern,

Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft haben sich wegen des Kriegs zwischen den USA und Iran etwas eingetrübt. So veranlassen die höheren Energiepreise und eine schwächere Weltkonjunktur die Expertengruppe des Bundes ihre Wachstumsprognosen leicht nach unten anzupassen. Die jüngsten Entspannungssignale im Nahen Osten nähren allerdings auch Hoffnungen auf eine günstigere Entwicklung.

Iran-Krieg
Der Iran-Krieg. - keystone

Für 2026 erwartet das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gemäss einer Mitteilung vom Donnerstag neu ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts (BIP, sporteventbereinigt) von 0,9 Prozent statt wie bisher 1,0 Prozent. Für 2027 wurde die Prognose auf 1,6 von zuvor 1,7 Prozent reduziert.

Insgesamt bleibt die Schweizer Wirtschaft nach Einschätzung der Experten aber robust. «Wir rechnen nicht mit einer anhaltenden Konjunkturschwäche», sagte Seco-Direktionsleiter Roland Indergand an einer Medienkonferenz. Das BIP wuchs im ersten Quartal in etwa im historischen Durchschnitt, und auch für das laufende zweite Quartal deuteten die verfügbaren Daten trotz Iran-Konflikt auf weiteres Wachstum hin. Dabei habe sich vor allem die Industrie nach den Belastungen durch die US-Zollpolitik wieder etwas erholt.

Ausschlaggebend für die Prognoserevision sind die deutlich gestiegenen Energiepreise. Das Seco legt seinen Berechnungen für 2026 einen durchschnittlichen Ölpreis von 93,50 US-Dollar und für 2027 einen Preis von 80,50 Dollar zugrunde. Diese Annahmen stammen allerdings aus der Vorwoche. Inzwischen ist der Ölpreis angesichts der Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten wieder deutlich unter die Marke von 80 Dollar gefallen.

Nach den jüngsten Entwicklungen sei man «eher auf dem Weg zum positiven Szenario», sagte Indergand. Dieses geht bis Ende 2026 von einem Ölpreis in etwa auf dem Niveau zu Jahresbeginn aus. Damals lag der Preis bei rund 60 Dollar. Allerdings sei auch eine weitere Eskalation nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Im internationalen Vergleich sei die Schweiz auch weniger stark betroffen, da ihre Wertschöpfung deutlich weniger energieintensiv sei als jene vieler anderer Volkswirtschaften. «Das schützt uns – auch wenn der Energiepreisschock für manche Branchen natürlich ein Problem bleibt.»

Für 2026 und 2027 rechnet das Seco mit einer Inflation von jeweils 0,6 Prozent und damit leicht höheren Werten als bisher erwartet. Dies dürfte die Kaufkraft und den privaten Konsum etwas bremsen. Selbst in einem ungünstigen Szenario erwartet das Seco jedoch keinen massiven Teuerungsschub. «Wir bleiben auch dann im Bereich der Preisstabilität», betonte Indergand.

Etwas schwächer präsentiert sich der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote dürfte 2026 im Jahresdurchschnitt auf 3,1 Prozent steigen und 2027 leicht auf 3,0 Prozent zurückgehen. «Beim Arbeitsmarkt wurden wir zuletzt leicht negativ überrascht», so der Experte. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bremse zwar etwas ab, die Erholung verschiebe sich aber etwas nach hinten.

Die Basisprognose beruht auf der Annahme, dass sich die Lage im Nahen Osten schrittweise entspannt und die US-Zollpolitik im Wesentlichen unverändert bleibt. Beide Faktoren seien jedoch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Eine weitere Eskalation könnte Energiepreise und Inflation länger hochhalten und das globale Wachstum zusätzlich belasten.

Trotzdem bleibt das Seco vorsichtig optimistisch. «Sollte sich die positive Tendenz verfestigen und die geopolitischen Risiken nachlassen, wären Wachstumsraten von über einem Prozent im Jahr 2026 und zwei Prozent im Jahr 2027 möglich», so Indergand.

Im Blick behalten die Bundesökonomen auch die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz, etwa auf Produktivität und Arbeitsmarkt: «Wir sehen erste Hinweise auf Effekte durch KI». Diese seien heute noch klein, könnten langfristig aber eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung entfalten.

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