Parlament

Grönländische Unabhängigkeits-Partei im dänischen Parlament

Keystone-SDA
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Grönland,

Die grönländische Partei Naleraq, die auf eine schnelle Unabhängigkeit von Dänemark pocht, ist in der kommenden Legislaturperiode mit einem Abgeordneten im Parlament in Kopenhagen vertreten.

Naleraq
Die grönländische Partei Naleraq wird in Zukunft im dänischen Parlament vertreten sein. - keystone

Qarsoq Høegh-Dam sagte grönländischen Medien, er wolle sein Mandat dazu nutzen, um für Grönlands Interessen in Kopenhagen einzutreten. Die Besitzansprüche von US-Präsident Donald Trump auf die Arktisinsel hatten die Diskussion um einen Zeitplan für die Unabhängigkeit des Landes erneut befeuert. Während Naleraq in der Frage Tempo macht, wollen die meisten anderen Parteien in Grönland deutlich langsamer vorgehen.

Jeweils zwei Sitze im dänischen Parlament sind für Abgeordnete aus Grönland und von den Färöer Inseln reserviert, die offiziell zum dänischen Königreich gehören. In den vergangenen Jahrzehnten waren diese aber verlässlich an Grönlands sozialdemokratische Partei Siumut und die linke grönländische Partei Inuit Ataqatigiit (IA) gegangen. Doch genau wie die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Dänemark büsste auch die Partei Siumut in Grönland beim Kampf um den Einzug ins dänische Parlament Stimmen ein.

Es ist der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge das erste Mal, dass ein Abgeordneter der Partei Naleraq ins dänische Parlament gewählt wurde. Qarsoq Høegh-Dam folgt auf seine Schwester Aki-Matilda, die ursprünglich für die sozialdemokratische Siumut ins dänische Parlament eingezogen war, inzwischen aber auch zu Naleraq gehört. Auch die linke Partei IA konnte sich einen Sitz in Kopenhagen sichern.

In Dänemark herrschen nach der Wahl unklare Mehrheitsverhältnisse. Die Parteien stellen sich auf lange und komplizierte Regierungsverhandlungen ein. Weder auf die Unabhängigkeits-Debatte noch auf den Grönland-Konflikt zwischen den USA und Dänemark dürften die jedoch einen Einfluss haben, sagte der Politikwissenschaftler Rune Stubager von der Universität Aarhus am Mittwoch: «Ich sehe keine Änderung in der Position in Bezug auf Grönland, egal, welche Regierung es am Ende werden wird.»

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