Putin spricht erstmals von Ende des Ukraine-Kriegs
Nach der Siegesparade in Moskau deutet Putin ein Ende des Krieges an – und schlägt Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler vor.

Am Rande der Militärparade zum Tag des Sieges äusserte sich Wladimir Putin überraschend über ein mögliches Kriegsende. «Ich glaube, dass die Angelegenheit sich dem Ende zuneigt», sagte er laut «ZDFheute» vor Reportern.
Zugleich signalisierte er Gesprächsbereitschaft gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Ein Treffen an einem anderen Ort als Moskau sei möglich, «aber nur, wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde».
Putin kritisierte ausserdem den Westen scharf und warf ihm vor, die Lage verschärft zu haben. «Sie haben damit begonnen, die Konfrontation mit Russland zu verschärfen, die bis heute andauert», sagte er zu Journalisten.
Schröder als Vermittlerfigur
Für eine Vermittlerrolle auf europäischer Seite nannte der russische Präsident einen konkreten Namen, schreibt «ZDFheute». Bei einer ausserordentlichen Pressekonferenz nach der Siegesparade sagte er: «Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen.»
Der heute 82-jährige Schröder und Putin verbindet eine langjährige Freundschaft, die seit Schröders Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 besteht. Schröders Büro teilte laut der «Epoch Times» mit, der Altkanzler werde sich zur Frage einer möglichen Vermittlerrolle nicht äussern.
Der SPD-Politiker Michael Roth bezeichnete Putins Vorstoss als «Affront gegenüber den USA und ein durchsichtiges Manöver». Wer ernsthaft Frieden wolle, beginne mit einem Waffenstillstand, so Roth laut dem «Tagesspiegel».
Experteneinschätzung: Taktischer Zug von Putin
ZDF-Korrespondent Armin Coerper ordnet Putins Aussagen als strategisches Kalkül ein. Laut «ZDFheute» wolle Putin eigentlich nur mit Trump verhandeln und setze ihn mit dem Schröder-Vorschlag unter Druck.

Der Publizist Albrecht von Lucke bezeichnete das Angebot gegenüber «ZDFheute» als «vergiftet» – Putin habe damit «schon einen Erfolg gehabt: Er hat die deutsche Bundesregierung beziehungsweise Parteienlandschaft gespalten.»
Die Bundesregierung wies den Vorschlag am Sonntag zurück, wie der «Tagesspiegel» schreibt. Das Angebot sei Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands, hiess es aus Berliner Regierungskreisen.












