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    EU-Finanzminister einigen sich auf Rettungspaket gegen Corona-Krise

    Keystone-SDA
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    Belgien,

    Die EU-Finanzminister haben sich in der Corona-Krise auf milliardenschwere Hilfen für gefährdete Staaten, Firmen und Jobs geeinigt. Dies teilten Teilnehmer am späten Donnerstagabend auf Twitter mit.

    EU-Flagge
    EU-Flagge - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die EU-Finanzminister einigten sich am späten Donnerstagabend auf das Corona-Hilfspaket.
    • Das Paket hat einen Umfang von rund 500 Milliarden Euro.
    • Das Streitthema Corona-Bonds wurde zunächst ausgeklammert.

    Der Kompromiss gelang erst nach zwei Verhandlungsrunden und heftigem Streit über die Bedingungen des Pakets im Umfang von rund 500 Milliarden Umfang. Das Streitthema Corona-Bonds wurde zunächst ausgeklammert.

    «Heute ist ein grosser Tag europäischer Solidarität und auch Stärke», sagte der deutsche Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) nach Ende der langwierigen Verhandlungen in Berlin. «Es geht um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, es geht um die Sicherheit von Arbeitsplätzen und es geht darum, dass viele Unternehmen in dieser Krise bestehen bleiben.»

    Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz bezeichnet die Einigung auf das Corona-Rettungspaket als grossen Tag für die Solidarität in Europa. (Archivbild)
    Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz bezeichnet die Einigung auf das Corona-Rettungspaket als grossen Tag für die Solidarität in Europa. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/Michael Kappeler

    Der französische Finanzminister Bruno Le Maire sprach auf Twitter von einem exzellenten Kompromiss. 500 Milliarden Euro stünden sofort bereit. Auch ein neuer Fonds zur Wiederbelebung der Wirtschaft werde kommen. Europa habe sich entschieden und zeige, dass es der Krise gewachsen sei.

    Umstrittener Zugang zu ESM-Kreditlinien

    Enthalten sind drei Elemente: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM von bis zu 240 Milliarden Euro, die besonders von der Pandemie betroffenen Staaten zugute kommen könnten; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank EIB, der 200 Milliarden Euro mobilisieren soll; und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens «Sure» um Umfang von 100 Milliarden Euro.

    Bis zuletzt umstritten waren die Bedingungen für den Zugang zu den ESM-Kreditlinien. Die Niederlande wollten ursprünglich scharfe Vorgaben, was Italien und andere Länder aber ablehnten.

    Grafitti zum Thema Corona in Hamm
    Grafitti zum Thema Corona in Hamm - AFP/Archiv

    Als Kompromiss wurde nun vereinbart, dass die einzige Bedingung für den Zugang zu den Kreditlinien die Verpflichtung ist, dass das Geld direkt oder indirekt zur Finanzierung von Gesundheitskosten, Heilung und Vorsorge gegen Covid-19 verwendet wird.

    Der ESM war 2012 auf dem Höhepunkt der Euroschuldenkrise gegründet worden. Gesichert durch Einlagen der Eurostaaten nimmt er Kredite am Kapitalmarkt auf und reicht sie unter bestimmten Auflagen an Staaten weiter, die selbst am Markt höhere Zinsen zahlen müssten oder keine Kredite mehr bekämen.

    Streit über Corona-Bonds vertagt

    Nun einigten sich die Minister auch auf die Schaffung eines befristeten «Recovery Funds» zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung.

    Dieser soll die Solidarität der EU mit den in der Pandemie am meisten betroffenen Staaten zum Ausdruck bringen und den ausserordentlich hohen Kosten der Krisenbewältigung Rechnung tragen. Details sollen aber erst noch geklärt werden, darunter die Finanzierungsquellen.

    Conte fordert von der EU mehr Mut
    Conte fordert von der EU mehr Mut - Palazzo Chigi press office/AFP/Archiv

    Einige Staaten wollen dafür Gemeinschaftsanleihen ausgeben, während andere - darunter Deutschland - solche Corona-Bonds ablehnen. Der Streit darüber wurde also letztlich vertagt.

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